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Lexikon Anthroposophie

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Elementarreiche
Lebenszustände, Reiche, Runden

Sieben Lebenszustände müssen im Zuge der Weltentwicklungsstufen durchlaufen werden, um einen neuen Bewusstseinszustand auszubilden. Diese Lebenszustände werden auch als Elementarreiche bezeichnet (für eine allgemeine Charakterisierung dieser Elementarreiche siehe -> Lebenszustände). Über Die Elementarreiche, ihre Wesensarten und ihre Wirkungen[1] hat Rudolf Steiner sehr ausführlich gesprochen:

"Was man seit alten Zeiten die Elementarreiche zu nennen gewohnt worden ist, ist nicht so leicht verständlich, wie man nach einer oberflächlichen Betrachtung gewöhnlich denkt. Denn es gehören diese Elementarreiche zu dem, was hinter der Wahrnehmungswelt liegt, hinter dem, was den Sinnen sich unmittelbar aufdrängt.

Am besten verschaffen wir uns den Eingang zu der Betrachtung, wenn wir ausgehen von dem, was sinnlich anschaulich ist, von denjenigen Reichen, die in der Sinnenwelt der menschlichen Beobachtung vorliegen. Da haben wir vier Reiche vor den Sinnen um uns herum auf dem physischen Plan ausgebreitet: das Mineralreich, das Pflanzenreich, das Tierreich und das Menschenreich. Das ist das, was jeder kennt. Nun wollen wir uns klarwerden darüber, was man genau als diese vier Reiche bezeichnet, weil die genauere Begriffsbestimmung keineswegs ein jeder klar übersieht. Darum ist es auch nicht so leicht, zu dem Verständnis des ersten, zweiten und dritten Elementarreichs vorzudringen. Gerade, wenn man über solche schwierigen Dinge redet, muß man von vornherein darauf achten, daß man zu keinem wirklichen Ziele kommt, wenn man glaubt, einen Begriff, den man einmal hingepfahlt, den man einmal eingeschachtelt hat, den könne man nun in dieser Einschachtelung auch beibehalten. In der physisch-sinnlichen Welt geht das noch; da stehen die Dinge nebeneinander, sind hübsch gegeneinander abgegrenzt, wie ein Buch, eine Kreide, eine Rose, da können wir dabei bleiben, dieses einzelne Ding mit dem Begriff zu belegen. Wenn wir einen Gegenstand benannt haben, dann dürfen wir darauf rechnen, daß wir etwas Bestimmtes, Abgegrenztes haben. Gehen wir aber zum Astralplan, der an unsere Welt direkt angrenzt, sie als nächster durchdringt, da ist das nicht mehr so: da ist eine Welt ewiger Beweglichkeit. Betrachten Sie den Astralleib des Menschen, das, was als die Aura den Menschen umflutet und der Ausdruck ist für Triebe, Begierden und so weiter, so sehen Sie, daß dieser Astralleib des Menschen in einem fortwährenden Auf-und-Abfluten von Farben und Formen ist, die sich in jedem Augenblick verändern: neue Farben glänzen auf, andere verschwinden. Das ist so beim Menschen. Nun gibt es Wesen, die schwirren auf der Astralebene herum. Ihre Astralleiber gehören nicht zu einem physischen Körper, doch sind sie nicht weniger veränderlich und wechselnd, sie sind in jeder Sekunde von anderer Form, Farbe und Leuchtkraft. Alles ist auf diesem Astralplan der fortwährende Ausdruck dessen, was das Innere dieser Wesen ist. Wir würden schon sehr in die Enge kommen, wenn wir dort unsere Begriffe so starr und unveränderlich machen wollten wie für den physischen Plan; wir müssen uns der Beweglichkeit der Gestalten anpassen, wir müssen bewegliche Begriffe haben, einen Begriff bald in dieser, bald in jener Weise anwenden können.

Das ist noch in viel höherem Maße in den noch höheren Welten der Fall. Für eine höhere Weltbetrachtung ist alles das, was auf der physischen Welt ist, ein Ausdruck für die Kräfte und Wesenheiten jener höheren Welten. In allem, was wir ringsherum sehen, sind solche Kräfte und Wesenheiten verborgen. Das macht gerade die Verschiedenheit der Wesen in der physischen Welt aus. Sie sehen um sich herum zum Beispiel das Mineralreich; alle anscheinend leblosen Wesen auf unserer Erde, alle Mineralien, gehören dazu. Man sagt Ihnen zunächst, diese Mineralien auf der Erde hätten für sich keinen Ätherleib, keinen Astralleib, kein Ich. Das gilt aber nur für die physische Welt. Man muß das wissen, damit man zur Klarheit kommt über das, was auf dem physischen Plane ist. Kommt nun aber jemand und sagt: Das Mineral ist etwas, was nur einen physischen Leib hat —, so ist das ebenso falsch, wie es richtig ist, wenn jemand sagt: Das Mineralreich ist etwas, was auf dem physischen Plane nur einen physischen Leib hat. - Denn für die wirkliche, geistige Betrachtungsweise ist das Mineral so, daß es hier auf dem physischen Plan seinen physischen Leib hat und nichts sonst. Wollen wir den Ätherleib suchen, so müssen wir bis zum Astralplan hinaufsteigen; da ist der Ätherleib zu finden. In dem Augenblick, wo der Mensch astralischer Hellseher wird, sieht er auf dem Astralplan den Ätherleib des Minerals und hier auf dem physischen Plan nur dessen physischen Leib. Und weiter umfassend betrachtet, hat das Mineral auch einen Astralleib; aber dieser ist nicht auf dem Astralplan zu finden, sondern man muß ihn in den niederen Partien des Devachans suchen. Im höheren Mentalplan, im Arupa-Mentalplan ist das Ich des Minerals; von da aus wird das Mineral von seinem Ich dirigiert. Wollen Sie sich das in grober Weise vorstellen, so müssen Sie sich sagen: Ich denke mir einen Menschen, der hellsehend ist bis zum Devachanplan. Für diesen Hellseher, der auf dem Arupaplan noch sieht, erscheinen die Mineralien ähnlich den Nägeln der Menschen, denn die Mineralien sind gleichsam die Nägel von Wesen, die auf dem oberen Devachan ihr Ich haben. Sie können sich die Nägel gar nicht ohne den Menschen vorstellen; so ist es auch mit dem Mineral und seinem Ich.

Betrachten wir hier auf der Erde einen Bergkristall: sieht man von ihm weg, so ist dort in der Astralwelt der Ätherleib, der den physischen Leib belebt. Aber Sie würden dort nicht wahrnehmen können, daß dem Mineral irgend etwas wehe tut, wenn Sie ihm etwas zufügen. Im Devachan erst finden Sie Lust und Freude, Leid und Schmerz des Minerals, aber ganz anders, als man es sich gewöhnlich vorstellt. Das Schmerzempfinden des Minerals ist nicht so wie bei den Tieren; man muß sich nicht vorstellen, daß das Mineral Schmerz fühlt, wenn man es zerhämmert und zerschlägt. Wenn in einem Steinbruche die Arbeiter die Mineralien zersplittern, sie scheinbar schädigen, so ist das im Devachan geradezu ein Wohlgefühl, ein Wollustgefühl für die Mineralien. Es ist für sie also gerade umgekehrt wie im Menschen- und Tierreich. Wenn Sie auf den Devachanplan kommen, so können Sie dort den Geistern der Mineralien begegnen. Doch gehört da zu einer mineralischen Persönlichkeit nicht nur ein Mineral, sondern ein ganzes System, wie auch Ihre einzelnen Fingernägel keine besonderen Seelen haben. Wenn jemand sich vorstellen wollte, daß alles Astrale auf dem Astralplan sein müßte, so wäre er auf dem Irrweg. Es liegt so nahe, das Astrale immer auf dem Astralplan zu suchen; es ist aber wohl zu unterscheiden zwischen der inneren Natur einer Wesenheit und der Umgebung, in der sie lebt. Gerade wie Ihr Ich keine physische Natur hat und doch auf dem physischen Plane lebt, so lebt der Astralleib des Minerals nicht auf dem Astralplan, sondern in dem niederen Devachan. Wir dürfen die Begriffe nicht schematisch nehmen, sondern wir müssen uns durcharbeiten zu der genaueren Bestimmung der Dinge.

Nehmen wir jetzt die Pflanze, wie sie uns vorliegt; sie hat hier auf dem physischen Plan den physischen Leib und den Ätherleib. Die beiden hat sie hier, wo aber müssen Sie den Astralleib der Pflanze suchen? - In der astralischen Welt, und das Ich in den unteren Partien des Devachan. Gehen wir weiter, zum Tier hinauf. Das Tier hat in der physisch-sinnlichen Welt den physischen Leib, den Ätherleib und den Astralleib, aber das Ich hat es auf dem Astralplan. Das heißt, wie Sie dem Menschen hier als Person begegnen, als Einzelperson abgeschlossen, so finden Sie die tierischen Iche auf dem astralischen Plan als abgeschlossene Persönlichkeiten. Wir haben sie so aufzufassen: Alle Gruppen, die gleiche Gestalten haben, haben ein gemeinsames Ich. Der Mensch unterscheidet sich dadurch von ihnen, daß ein jeder ein individuelles Ich hat. Auf dem Astralplan sind das Löwen-Ich, das Tiger-Ich und so weiter; da sind sie abgeschlossene Wesenheiten; die einzelnen Gattungs-Iche bevölkern den astralischen Plan geradeso wie die Menschen die physischsinnliche Welt. Für den Menschen aber gilt, daß für ihn herabgestiegen ist physischer Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich bis auf den physischen Plan. Aber nur im Wachzustande, beim schlafenden Menschen ist das anders. Da ist in der physischen Welt der physische Leib und der Ätherleib, auf dem Astralplan der Astralleib und das Ich. So verteilt sich die viergliedrige menschliche Wesenheit im Schlafzustande auf den physischen Plan und den nächsthöheren, den Astralplan. Der Mensch ist dann auf dem physischen Plan vom Werte einer Pflanze (siehe Schema).

Mineral

Pflanze

Tier

Mensch wachend

Mensch schlafend

  

ICH

  

  

  

  

Höheres Geistesgebiet

Astralleib

ICH

  

  

  

Niederes Geistgebiet

Ätherleib

Astralleib

ICH

  

ICH

Astralleib

Astralplan

Phys. Leib

Ätherleib Phys. Leib

Astralleib Ätherleib Phys. Leib

ICH

Astralleib Ätherleib Phys. Leib

Ätherleib Phys. Leib

Physischer Plan

Nun haben wir schon hier kennengelernt die verschiedene Art, wie wir die Ausdrücke «astralisch» und so weiter anwenden müssen. Wir kommen erst zu einem durchgreifenden Verständnis, wenn wir uns klar sind, daß die Dinge sich nicht umherschieben lassen wie Figuren auf dem Schachbrett. Wenn wir nun den Menschen selbst betrachten, so müssen wir diesen Menschen in der folgenden Weise ansehen. Wir haben den physischen Leib, den Äther- und Astralleib und das Ich. Öfter ist es hier schon betont worden, daß es darauf ankommt, daß wir uns über das Verhältnis der vier Glieder nicht im Unklaren sind. Man denkt leicht, der physische Leib sei der unvollkommenste und der niedrigste. In einer gewissen Beziehung aber ist er der vollkommenste, denn er hat vier aufeinanderfolgende Entwik-kelungsstufen durchgemacht: auf dem Saturn, der Sonne, dem Monde und der Erde. Der Ätherleib hat nur drei Grade der Vollkommenheit erreicht, er kam erst auf der Sonne zum physischen Leib hinzu; er soll einst höher steigen, obwohl er heute noch nicht so vollkommen ist wie der physische Leib. Der astralische Leib kam erst auf dem Mond hinzu, er hat nur einen zweifachen Vollkommenheitsgrad erreicht. Das Ich ist das «Baby» unter den vier Gliedern des Menschen, es ist erst auf der Erde hinzugekommen, es steht erst im Anfang seiner Entwickelung; es wirkt fortwährend korrumpierend auf die anderen Leiber. Wer als Anatom den wunderbar organisierten physischen Körper betrachtet, der staunt über die Vollkommenheit des Herzens und des Gehirns. Wie unvollkommen sind dagegen die Begierden, die Triebe des Ich! Das Ich hat Begierde nach Wein, Bier und so weiter, die zerstörend wirken das ganze Leben hindurch, und doch hält der physische Leib jahrzehntelang stand gegen diese Angriffe. Nun müssen wir uns einmal klarmachen, wie das Ich hineingearbeitet worden ist in den physischen Leib und wie dieser zuerst entstanden ist.

Da war zuerst die Saturnentwickelung. Das war die erste Entwickelungsphase für den Vorläufer unseres physischen Leibes. Damals war dieser physische Leib des Menschen von dem kosmischen Werte eines Minerals. Sehen Sie ein heutiges Mineral an, so haben Sie in ihm eine zurückgebliebene Stufe des Daseins; es hat die Stufe bewahrt, die der physische Leib auf dem Saturn hatte. Dabei dürfen Sie sich nicht vorstellen, daß der physische Leib so ausgeschaut hätte wie unsere heutigen Mineralien, das wäre ganz falsch; die heutigen Mineralien sind die jüngsten Gebilde der Entwickelung. Besonders war der Menschenleib damals nicht so dicht; die Dichte des physischen Menschenleibes war sehr gering.

Wir müssen uns die Beziehungen der materiellen Stufen vorstellen. Die erste ist das, was wir Erde nennen, das heißt alles, was heute etwa ein fester Körper genannt wird, Eisen, Kupfer, Zink und so weiter, alles was fest ist, ist Erde. Zweitens: alles was flüssig ist, ist Wasser, zum Beispiel Quecksilber; auch wenn Sie Eisen flüssig machen, so ist es Wasser. Jedes flüssige Metall ist Wasser im Sinne der Geisteswissenschaft. Drittens: bringen Sie das Wasser zur Verdampfung oder irgend etwas in Dampfform, auch Metalldampf, so ist es Luft. Die Geisteswissenschaft geht noch weiter: sie zeigt, daß Luft als solche noch verdünnt werden kann, in dünnere Zustände übergehen kann. Da muß man über das heutige Physische hinausgehen; da nimmt der Geistesforscher Wärmeäther oder Feuer an. Feuer ist für den Geistesforscher etwas, was in die Linie Erde, Wasser, Luft gehört, während die heutige Wissenschaft darin nur einen Zustand der Körper sieht.

Auf dem Saturn war die Wärme die Substanz des physischen Leibes des Menschen. Auf der Sonne wurde der physische Menschenleib verdichtet zu der Dichte der Luft, da lagerte sich in ihm ein der Äther- oder Lebensleib und gestaltete den physischen Leib um; da haben wir einen physischen Menschenleib und in ihn hineingearbeitet einen Ätherleib; dieser Ätherleib ist eingliedrig, der physische Leib ist zweigliedrig auf der Sonne. Wir müssen im physischen Leib auf der Sonne einen vollkommeneren und einen unvollkommeneren Teil unterscheiden, einen solchen, der vom Ätherleib noch nicht durchdrungen ist. Bei diesem Bilde des physischen Leibes auf der Sonne müssen wir uns denken: das Innere hat nichts abbekommen vom Ätherleib; das ist von demselben Wert, wie der physische Leib schon auf dem Saturn war. So daß wir einen Teil schon auf der Pflanzenstufe haben, der durchsetzt ist von einem anderen Teil, der noch auf der Mineralstufe steht; aber die beiden durchdringen sich vollständig (siehe Zeichnung 1).

Wir gehen nun über zum physischen Körper auf dem Monde. Hier war er schon bis zum Wasser verdichtet. Hineingegliedert ist der Äther- und der astralische Leib. Dreierlei verschiedene Teile sind hier zu unterscheiden. Einer ist vom Äther- und Astralleib durchdrungen, einer nur vom Ätherleib, und einer ist mineralisch geblieben (siehe Zeichnung 2).

Jetzt betrachten wir den physischen Leib auf der Erde. Da kommt das Ich dazu. Auf der Erde sind vier ineinandergearbeitete Glieder. Der erste Teil ist durchzogen vom Ätherleib, Astralleib und Ich, der zweite Teil vom Äther- und Astralleib, der dritte Teil nur vom Ätherleib, und ein viertes Glied ist noch auf der mineralischen Stufe. Es hat den Wert eines Minerals, steht heute noch auf der Saturnstufe. Diese vier Glieder sind genau zu unterscheiden am physischen Leibe. Das erste Glied, in das alle vier Glieder hineingearbeitet sind, das sind die roten Blutkörperchen. Überall da, wo wir rotes Blut haben, da sind die vier Glieder hineingearbeitet (siehe Zeichnung 3).

Die Nerven sind das zweite Glied. Überall, wo Nerven sind, da sind physischer Leib, Äther- und Astralleib hineingearbeitet. Überall, wo Drüsen sind, da sind physischer Leib und Ätherleib hineingearbeitet. Alle Sinneswerkzeuge, alle physikalischen Apparate am Menschen haben nur die Stufe eines Minerals erreicht. Sie folgen ganz denselben Gesetzen wie die Mineralien. Auge und Ohr gehören zu den mineralischen Einschlüssen; auch im Gehirn sind noch solche Teile. Sie sehen, wie verführerisch es so manchmal ist, Materialist zu werden, weil etwas, was mineralisch ist, den ganzen Körper durchzieht. Wenn der Materialist sagt, das Gehirn sei mineralisch, so hat er zum Teil recht, wenn er nur den einen Teil betrachtet. Besonders sind es ganz bestimmte Partien im Vorderhirn, die zwar durchzogen sind von anderen Einstrahlungen, in denen aber nur mineralische Kräfte tätig sind. Würden wir Knochen und Muskeln betrachten, so würde es noch komplizierter werden.

Als das Ich in den Menschen eingezogen war, da hat es angefangen, Empfindungsseele, Verstandesseele und Bewußtseinsseele aus zuarbeiten, und da arbeitete es die Knochen und Muskeln aus. Man braucht Jahre allein dazu, um diese Dinge nur recht auseinanderzuhalten, will man diese Dinge genau betrachten. Man muß geduldig Stück für Stück verfolgen.

Wenn wir nun einen schlafenden Menschen vor uns haben, so liegen im Bette physischer Leib und Ätherleib. Aber dieser physische Leib ist sehr kompliziert. An ihm arbeiten im wachen Zustande astralischer Leib und Ich im Blute. Wenn nun der physische Leib im Bette liegt und der Mensch schläft, was ist dann geschehen? - Es wird wohl noch das versorgt, was der Ätherleib versorgen kann; aber an der Erhaltung des Blutes müßten Astralleib und Ich mitwirken, so daß für das Blut jede Nacht der Tod eintreten würde, denn es ist auf Ich und Astralleib angewiesen; aber diese verlassen den Körper treulos. Auch das ganze Nervensystem wird schnöde verlassen, für das der astralische Leib auch mitwirken müßte. Wir haben also die merkwürdige Tatsache vor uns, daß eigentlich in jeder Nacht Blut und Nervensystem absterben müßten; sie wären dem Tode ausgeliefert, wenn es auf den Menschen ankäme. Da müssen andere Wesen eintreten, da müssen andere Wesenheiten die Arbeit des Menschen übernehmen. Hereinwirken aus anderen Welten müssen andere Wesenheiten, damit sie ihm das ordentlich erhalten, was er schnöde verläßt. Was das für Wesenheiten sind, die hereinwirken, die dem Menschen die Möglichkeit geben, daß sein Blut erhalten bleibt, wollen wir versuchen, uns zu erklären.

Wir können uns auf folgende Weise eine Vorstellung machen von diesen Wesenheiten. Wir fragen uns einmal: Wo lebt denn eigentlich des Menschen Ich, wenn es hier auf dem physischen Plane lebt? In welchem der drei Reiche? - Da müssen Sie sich fragen: Was können wir eigentlich erkennen, ohne hellseherisch wahrzunehmen? — Wir können nur das Mineralreich erkennen. Das ist das Eigenartige im Menschen, daß der Mensch nicht einmal die Pflanze ganz begreift, solange er nicht astralisch hellsehend ist. Dadurch, daß der Mensch jetzt nur das Mineralische an der Pflanze erkennt, behaupten die Materialisten, daß die Pflanze nur ein Konglomerat von mineralischen Vorgängen ist. Wenn der Mensch einmal so weit an sich gearbeitet haben wird, daß er auf der ersten Stufe des Hellsehens ist, dann wird ihm das Leben der Pflanzen, werden ihm die Gesetze des Lebens geradeso klar sein, wie es uns jetzt die Gesetze der mineralischen Welt sind.

Setzen Sie eine Maschine zusammen, bauen Sie ein Haus, so sind diese nach den Gesetzen der mineralischen Welt gebaut. Eine Maschine ist nach den Gesetzen der mineralischen Welt gebaut, eine Pflanze aber können wir nicht so bauen. Wenn Sie eine Pflanze haben wollen, müssen Sie diese Arbeit den Wesenheiten überlassen, die der Natur zugrunde hegen. Später wird man Pflanzen im Laboratorium herstellen können, aber erst dann, wenn das für den Menschen ein Sakrament, eine heilige Handlung sein wird. Alle Darstellung des Lebendigen wird dem Menschen erst dann erlaubt sein, wenn er so ernst und geläutert sein wird, daß ihm der Laboratoriumstisch zum Altar wird. Vorher wird nicht das Geringste davon verraten werden, wie die lebendigen Wesen zusammengefügt sind. Mit anderen Worten: Das Ich als erkennendes lebt im Mineralreich und wird aufsteigen zum Pflanzenreich und wird dieses dann ebenso begreifen lernen wie heute das Mineralreich. Später wird es auch die Gesetzmäßigkeit des Tierreiches und dann die des Menschenreiches begreifen lernen. Alle Menschen werden lernen, das Innere der Pflanze, des Tieres und des Menschen zu begreifen; das sind Zukunftsperspektiven. Was man wirklich begreift, das kann man auch darstellen, zum Beispiel eine Uhr. Der heutige Mensch wird niemals etwas aus der lebendigen Natur darstellen können ohne Hilfe der Wesenheiten, die hinter der Natur stehen, solange es nicht eine sakramentale Handlung für ihn sein wird. Dann erst wird er aufsteigen vom Mineralreich zum Reiche des Pflanzlichen. Der Mensch ist heute Mensch, aber er erkennt nur im Mineralreich. Des Menschen Ich lebt in menschlicher Gestalt, aber wenn des Menschen Ich in die Umwelt schaut, so erkennt es nur im Mineralreich. Dieses Ich bringt also nur die Fähigkeit zunächst auf, das Blut mineralisch zu durchleben, denn mehr kann es nicht. Wenn auch bei Tage das Ich im Blute lebt, es bewohnt und durchlebt, so tut es das nur mineralisch.

Wie tut es das? - Wenn Sie hinausschauen in die Welt, da eröffnet Ihnen Ihre Erkenntnis die Gesetze des mineralischen Reiches. Beachten Sie diese eigentümliche Art der menschlichen Tätigkeit. Sie schauen hinaus mit Ihren Sinnen und Sie nehmen die Gesetze des Mineralischen auf und prägen diese Gesetze dem Blute ein während des Wachens, Sie drängen sie in das ganze Blut hinein, Sie beleben das Blut mineralisch. Das ist der eigentümliche Gang dessen, was geschieht bei der Erkenntnis. Stellen Sie sich den Menschen schematisch vor (siehe Zeichnung), so strömen von allen Seiten die Gesetzmäßigkeiten der mineralischen Welt auf ihn ein. Sie bleiben aber nicht stehen bei den Sinnesorganen, sondern rinnen mit dem Blute durch den ganzen Körper des Menschen im wachen Zustande.

Was tut die pflanzliche Welt? - Wie es mit der Pflanze ist, darauf kommen Sie, wenn Sie sich folgendes genau überlegen. Es ist Ihnen immer gesagt worden, daß das Ich an den anderen Leibern arbeitet und den Astralleib umgestaltet zum Geistselbst. In demselben Maße, wie das geschieht, fließen die Gesetze des Pflanzenreichs in das Nervensystem des Menschen ein. Wenn der Mensch die nächste Stufe des Hellsehens erreicht, so fließen die Gesetze des Tierreichs in sein Drüsensystem ein, und wenn der Mensch umgestaltend am physischen Leibe arbeitet, so fließen die Gesetze des Menschenreichs selbst in den menschlichen Leib ein. Das ist alles für den Wachzustand gedacht und für die Zustände des höheren hellseherischen Bewußtseins. Der Mensch ist also jetzt auf der Stufe angelangt, wo das Ich die Gesetze des Mineralreichs einströmen läßt in das Blut. Das kann das Ich nur im Wachzustande, dann nur kommen die mineralischen Gesetze in das Blut. Wenn der Mensch schläft, muß auch das Blut versorgt werden. Und weil an diesem Blute gearbeitet worden ist durch vier Stufen hindurch, so müssen drei andere Gewalten eintreten. Zunächst eine Gewalt, die am nächsten verwandt ist der Art und Weise, wie das Ich hineinarbeitet in das Blut; diese Gewalt ist eine, die nicht bis zum physischen Plan herabgestiegen ist. Das Blut würde absterben, wenn nicht ein anderes Ich daran arbeitete, während der Mensch schläft. Ein anderes Ich, das oben auf dem Astralplan geblieben ist, das greift ein und übernimmt einstweilen die Arbeit an dem Blute. Wenn wir das menschliche Blut, diesen «besonderen Saft» betrachten, so wirkt während des Wachens ein das Ich des Menschen auf dem physischen Plan, in der Nacht wirkt auf das Blut ein Ich, das auf dem Astralplan ist. Es gibt solche Iche.

Nun habe ich Ihnen vorher angeführt Iche auf dem astralischen Plan, die Gruppen-Iche der Tiere; jetzt haben wir eine andere Gattung von Ichen, die auf dem astralischen Plane leben und hereinwirken auf den Menschen und das Blut beleben, während das menschliche Ich es verlassen hat. Womit? Was bringen sie in das Blut hinein? - Das, was seit dem Saturn im Menschenleibe sein muß: Feuer, Wärme. Das sind Geister, die nie bis zum physischen Plan heruntergestiegen sind, geistige Wesenheiten, die auf dem Astralplan leben und einen Leib von Feuer haben. Im mineralischen Reich erscheint uns jedes Ding in einem gewissen Wärmezustand. So treffen Sie die Wärme in Ihrer Umgebung als Eigenschaft von festen, flüssigen und luftförmigen Körpern. Denken Sie sich die Wärme einmal abgesondert - das gibt es auf dem physischen Plane nicht. Aber auf dem Astralplan würden Sie solche hin- und herflutende Wärme, solches Feuer finden, das als selbständiges Wesen hin- und herzieht, und darin Wesenheiten verkörpert, so wie wir selbst waren auf dem Saturn. Diese ziehen in der Nacht in das Blut ein und beleben es mit ihrer Wärme. Aber auch noch etwas anderes muß stattfinden, denn das Blut ist auch verlassen vom astralischen Leib, und auch dieser ist zu seiner Bildung notwendig. Es genügt also nicht, daß diese Ich-Wesen sich heranmachen in der Nacht und mit ihrem Wärmeleib am Menschen arbeiten, sondern es müssen noch solche Wesenheiten hinzukommen, die das Blut so bearbeiten können, wie es der Astralleib tut. Diese Wesenheiten haben ihr Ich auf dem Devachanplane; dieses Ich hat einen viel höheren Leib, der sich nicht einmal bis zur Wärme verdichtet hat. Das Ich, das ich zuerst beschrieben habe, ist niemals bis zur physischen Welt heruntergestiegen; es ist auf dem Astralplan geblieben. Das zweite Ich ist noch weniger tief heruntergestiegen; es hat nie den Astralplan betreten und ist auf dem Devachanplane geblieben. Es durchdringt das Blut und bewirkt in ihm dasselbe, was der menschliche Astralleib bei Tage tut.

So sehen Sie also, wie wir in der Tat in der Nacht behütet und beschützt werden von höheren Wesenheiten, die nicht im Mineralreich leben. Das Ich des Menschen stieg bis zum Mineralreich herunter und wird dann aufsteigen bis zum Pflanzenreich und so weiter. Diese anderen Iche sind stufenweise zurückgeblieben hinter dem Menschenreich: sie bilden die verborgenen Reiche, die Elementarreiche, die hinter unserer physischen Welt liegen und die hereinwirken in unsere physische Welt. Das erste Wesen, welches nachts im Blute wirkt, hat einen Wärmeleib, gerade wie Sie einen physischen Leib haben; es durchdringt das Blut mit Wärme und lebt indes auf dem Astralplan im Wärmeleib, und durch diesen Wärmeleib gehört es dem dritten Elementarreich an. Diese Wesen des dritten Elementarreichs sind die Genossen der Gruppenseelen der Tiere; zu derselben Region gehören sie. Und diese Iche, was können sie denn eigentlich? - Sie brauchen das nicht zu können, was des Menschen Ich kann, das heruntergestiegen ist bis in die physisch-sinnliche Welt; aber sie können das Menschen-Ich ersetzen vom Astralplan aus. Diese Iche wirken vom Astralplan herein wie die tierischen Gruppen-Iche auf die Tiere, daher gewahren wir sie als ähnliche Wesen wie die tierischen Gruppen-Iche, das heißt, sie beleben den Astralleib des Menschen mit Trieben, Begierden und Leidenschaften. Wenn wir nun einen Astralleib vor uns haben, was lebt in diesem Astralleib? - Es leben darin außer dem Ich noch Wesenheiten, die ihr Ich haben auf dem Astralplan. Sie durchsetzen den astralischen Leib wie die Maden den Käse. Das ist das dritte Elementarreich; dieses Reich gestaltet die Triebe und Leidenschaften, die tierisch sind.

Dahinter liegt ein anderes Reich: das zweite Elementarreich. Es wirkt und formt in einem reineren Element, es formt und gliedert die Gestalten der Pflanzen; es wirkt auch auf den Menschen auf seine vielen pflanzlichen Elemente: Nägel, Haare und so weiter. Diese sind nicht vom Astralleib durchdrungen, sondern nur vom Ätherleib, daher sind sie nicht schmerzempfindlich. Die Haare und Nägel sind solche Produkte, von denen sich der Astralleib schon wieder zurückgezogen hat, man kann sie schneiden, ohne Schmerz zu verursachen; früher war der Astralleib darin. Vieles im Menschen ist pflanzlicher Natur, und in all dieses Pflanzliche wirken die Wesen des zweiten Elementarreichs hinein. So daß das, was an der Pflanze den Leib aufbaut, Kräfte des zweiten Elementarreichs sind. In den Pflanzen wirken zusammen das Pflanzen-Ich, das den Äther- und Astralleib durchzieht, und diese Wesen des zweiten Elementarreichs. Das Pflanzen-Ich auf dem Devachanplan ist ein Genösse der Wesenheiten des zweiten Elementarreichs. Und während das Pflanzen-Ich von innen auf die Pflanze wirkt, wirken diese Wesenheiten von außen, formen sie, bringen sie zum Erschließen, zum Aufblühen. Die ganze Pflanze ist durchzogen vom Ätherleib. Einen eigenen Astralleib hat die Pflanze aber nicht, sondern der ganze Astralleib des Erdplaneten ist der gemeinsame Astralleib der Pflanzen. Das Ich der Pflanzen ist im Mittelpunkt der Erde für alle Pflanzen. Alle Gruppen-Iche der Pflanzen sind zentralisiert im Mittelpunkt der Erde. Daher ist es auch so, daß, wenn Sie die Pflanze ausreißen, Sie der Erde wehe tun; aber wenn Sie eine Blume abpflücken, so ist das ein solches Wohlgefühl für die Erde, wie es für die Kuh ist, wenn das Kalb die Milch saugt. Ein wunderbarer Eindruck ist es auch, wenn man die Saaten und das Getreide im Herbst mäht, wie dann große Ströme von Wohlgefühl über die Erde hinziehen! Die Wesenheiten, welche aus dem zweiten Elementarreich wirken und die Pflanzen in die Gestalt schießen lassen, fliegen von allen Seiten auf die Pflanze ein wie Schmetterlinge. Sie arbeiten an der Wiederholung der Blätter, Blüten und so weiter. Das ist das, was aus dem zweiten Elementarreich einwirkt.

Es gibt ebenso ein erstes Elementarreich, und das gibt den Mineralien die Gestalt. Die Tiere haben ihre Triebgestalt von den Wesenheiten des dritten Elementarreiches. Die Blätter und so weiter der Pflanzen werden von dem zweiten Elementarreich gestaltet; es arbeitet hauptsächlich in Wiederholungen. Die Gestaltungskräfte der Mineralien, die aus dem Gestaltlosen herauswirken, die sind im höheren Devachan zu finden. Diese drei Elementarreiche durchdringen sich, strömen ineinander. Wer sich alles getrennt vorstellt, kann nie zu realen Vorstellungen kommen. Im Pflanzenreich haben Sie Pflanzenreich und Mineralreich, im Tierreich haben Sie Tierreich, Pflanzenreich und Mineralreich ineinandergeschoben. Beim Menschen kommt noch das Ich hinzu. Mit dem Einziehen des Ich ist erst auf der Erde das Menschenreich entstanden. Das Ich macht erst den Menschen zum Menschen; es findet seinen Ausdruck im Blute.

Das Ich kann aber erst das Mineralreich erkennend durchdringen; es muß die anderen Reiche den Wesen der Elementarreiche überlassen. Im Mineralreich steckt außer dem Mineralreich auch noch das erste Elementarreich, daher haben wir ein gestaltetes Mineralreich. Die Pflanze ist nur eine gestaltete Pflanze durch das zweite Elementarreich, sonst wäre sie kugelförmig. Das Tier ist mit Trieben und so weiter ausgestattet, weil außerdem noch das dritte Elementarreich hinzukommt. Unsere Welt ist etwas, was ineinandergeschoben ist; nur wenn wir unsere Begriffe flüssig machen, kommen wir allmählich dahin, die Sache zu begreifen.

Wenn wir uns vorstellen wollen, wie sich das verhält mit dem dritten Elementarreich im Tierreich, so können wir es uns an einem Beispiel klarmachen. Sie alle kennen den Vogelflug. Die Vögel haben ganz bestimmte Bahnen für ihre Züge, von Nordosten nach Südwesten, von Südwesten nach Nordosten. Diese Züge, von wem werden sie dirigiert? - Von den Gruppenseelen der Vögel. In diesen Zügen kommt der Trieb zum Ausdruck für die regelmäßigen Wanderungen über die Erde hin; da dirigieren die Gattungs- oder Gruppenseelen der Tiere. Dagegen geben dem Tiere die Gestalt, so daß es diesen Trieb haben kann, so daß es einen Träger für den Trieb hat, die Wesenheiten des dritten Elementarreichs, die Genossen der tierischen Gruppenseelen. Trivial würde man sagen: Diejenigen Iche, die die Gruppenseelen der Tiere sind, sind eine Gesellschaft auf dem Astralplan; eine andere Gesellschaft sind die Wesenheiten des dritten Elementarreichs. Aber sie müssen in holder Eintracht zusammenwirken, die einen geben die Triebe, die anderen dafür die Körper, formen und gestalten sie, damit der Trieb sich ausleben kann.

Die physischen Gestalten der Pflanzen rühren her von den Wesen des zweiten Elementarreichs. Alles, was in den Mineralien gestaltet, das sind die Wesen des ersten Elementarreichs. Die Kräfte der Mineralien, was als Abstoßung und Anziehung wirkt, die atomistischen Kräfte, rühren her von den Gruppen-Ichen der Mineralien. Was die Mineralien gestaltet, das sind die Wesen des ersten Elementarreichs.

Hier wird eine Perspektive eröffnet, wo man zu suchen hat die Wirkungen der Reiche in unserer Welt. Man muß sich aber sehr genau einlassen auf diese Dinge. So kann man zur Pflanze sagen: Du bist ein lebendes Wesen; das verdankst du dem Pflanzen-Ich. Aber die Gestalt geben dir die Wesen des zweiten Elementarreichs.

Damit schließen sich nun die verschiedenen Reiche zusammen. Es sind deren sieben. Das erste Elementarreich ist dasjenige, das den Mineralien die Form gibt, zum Beispiel den Kristallen. Das zweite Elementarreich wirkt in der Gestaltung der Pflanzengestalten. Das dritte Elementarreich belebt das Blut im Schlafe und gestaltet zugleich das Triebleben der Tiere. Das Mineralreich ist dasjenige, wo ein Ich im Mineralreich hineinarbeiten kann, das Pflanzenreich ein solches, wo ein Ich eine Pflanzenwelt hineinformen kann, das Tierreich dasjenige, wo ein Ich eine Tierwelt hineinformen kann, das Menschenreich dasjenige, wo ein Ich eine Menschenwelt hineinformen kann. Daraus sieht man, daß Geduld gehört zur Durchdringung der Geisteswissenschaft. Die Welt ist kompliziert gebaut, die höchsten Wahrheiten sind nicht die einfachsten. Es ist eine maßlos törichte Rederei, zu behaupten, daß man die höchsten Dinge mit den einfachsten Begriffen fassen könne. Es kommt das nur aus der Bequemlichkeit. Man sieht ein, daß man eine Uhr nicht gleich verstehen kann, aber die Welt will man sofort verstehen. Will man das Göttliche erkennen, so braucht man eine endlose Geduld, da das Göttliche alles enthält. Um die Welt zu verstehen, will man die einfachsten Begriffe anwenden. Das ist Bequemlichkeit, so fromm es auch die Seele sagt. Das Göttliche ist tief, und ewige Zeit braucht man, um es zu erkennen. Der Mensch trägt wohl den Funken der Gottheit in sich, aber erst im Sammeln der Weltentatsachen kann man das Wesen der Gottheit erkennen..."[1]

Dem Geistesblick zeigen sich die Elementarreiche teils als eine tönende, teils als eine Welt der Farben:

Eine solche Welt, wo alle Wesen in strahlenden Farben leben, nennt man das erste Elementarreich. Wenn die Materie dieser Wesen etwas dichter wird, ins Rupische hinuntersteigt, fangen sie an, durch Töne sich bemerkbar zu machen: Das ist das zweite Elementarreich. Die Wesen, die darin leben, sind sehr beweglich. Im dritten Elementarreich kommt zu dem übrigen die Gestalt hinzu. Die Innenfarbe ist gestaltet. Leidenschaft zeigt sich in Blitzform, erhabene Gedanken in Pflanzenform. In höheren Gebieten sind es Funken und Scheine, hier sind es Formen von einfarbiger und tönender Welt.

Alle unsere Wesen sind durch drei Elementarreiche gegangen. Gold, Kupfer und so weiter sind jetzt ins Mineralreich übergegangen. Gold sah in der Mondrunde nicht so aus wie jetzt, sondern wie ein nach verschiedenen Seiten strahlender Stern, durch den man durchgreifen konnte. Durch einen ähnlichen Prozeß wird Wasser, wenn es zu Schnee gefriert, zu einem kleinen Kristall. Die Metalle sind die verdichteten Formen des dritten Elementarreiches. Deshalb ist Metall nicht innerlich gleichförmig, sondern innerlich gestaltet (Chladnische Klangfiguren). Nach Linien und Figuren ist das ganze Mineralreich belebt, und im dritten Elementarreich wird es gefärbt. Dadurch, daß die Formen erstarren, wird Oberfläche, und nun entsteht die Farbe an der Oberfläche.

Wir haben also:

1. Elementarreich der strahlenden Farben
2. Elementarreich der freien Töne
3. Elementarreich der farbigen Formen
4. Mineralreich der farbigen Körper.

Die physische Welt enthält alle drei Elementarreiche wie geronnen in sich. Der Ton hängt mit dem Innern eines Wesens viel mehr zusammen als die Farbe, letztere ist mehr Oberfläche. Noch innerlicher hängen die strahlenden Farben zusammen."[2]

Lit.:
[1]Rudolf Steiner, Natur- und Geistwesen. Ihr Wirken in unserer sichtbaren Welt., GA 98 (1983), S 130 ff., München, 4. Dezember 1907
[2]Rudolf Steiner, Farbenerkenntnis, GA 291a (1990), S 188 f., (Berlin?), 6. August 1905 Notizen von einem Privatvortrag für Marie von Sivers

(Literaturangaben folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz Email: verlag@rudolf-steiner.com URL: http://www.rudolf-steiner.com)

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