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Lexikon Anthroposophie

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Farbwahrnehmungsprozeß

Auf eine Anfrage von W. J. Stein bezüglich der Farbenwahrnehmung antwortete Rudolf Steiner so:

"Führen Sie sich den Wahrnehmungsprozeß in seiner Ganzheit vor Augen. Was geschieht, wenn ich «gelb» wahrnehme?

1. Im Auge selbst ist vom Objektiven her: belebtes Gelb.

2. In dieses belebte Gelb dringt von innen vor der Ätherleib des wahrnehmenden Subjekts; dadurch wird das vom äußeren Äther durchsetzte und eben deshalb belebte Gelb: totes Gelb. Es ist also im Auge totes Gelb, weil dessen Leben vom inneren Leben (Ätherleib) verdrängt ist. Dadurch hat das Erkenntnis-Subjekt statt des äußeren belebten Gelb - das von innen belebte Bild des Gelb, aber dieses Bild mit dem Einschlag des Leichnams des Gelb. Soweit ist der Vorgang objektiv - subjektiv. Es wäre damit aber nur ein innerlich lebendiges Gelb erzeugt, von dem das Erkenntnis-Subjekt nicht wissen könnte. Es könnte sein eigenes subjektiv-objektives nur erleben, nicht bewußt erleben.

3. In das subjektiv-objektive neu belebte Gelb dringt der Astralleib des Erkenntnis-Subjektes ein. Dieser erzeugt an dem belebten Gelb das belebte «Blau»; dieses Blau wird tatsächlich innerhalb des Organismus geschaffen, geht aber nicht über den Organismus räumlich hinaus. Es ist also vorhanden:

1. das astralisch erzeugte Bild «blau»,
2. die Wirkung dieses astralischen Bildes auf den Ätherleib - als subjektiver Lebensvorgang,
3. physiologisch der physische Vorgang im Auge - der nach innen, nicht nach außen blau wirkt.

Alles dieses aber wird nicht Gegenstand des Ichbewußtseins, das Ich weiß erst, wenn innerlich das erst im Auge belebte «Gelb» abgedämpft (abgelähmt) wird — dann ist vorhanden:

1. Abdämpfung des Lebens im Gelb durch das Ich,
2. bewußtes Auftreten des nicht mehr lebendigen Gelb im Astralleib,
3. das vom toten Gelb überleuchtete, daher unbewußt bleibende astralisch erzeugte Bild «blau»,
4. dessen Wirkung im eigenen Ätherleib,
5. der physiologische Vorgang im Auge.

Wird nun das Objekt, von dem das Gelb kommt, weggenommen, so hört die Auslöschung des vom Astralischen erzeugten Bildes «blau» auf - und dieses klingt ab, bis der innere - geistig-seelisch-physische Organismus sich wieder hergestellt hat. Man kann aber den Wahrnehmungsprozeß nicht umkehren, weil das «Blau» nicht eine räumliche Entität ist, sondern vom Astralleib kommt, und seine physische Wirkung nur innerhalb des Organismus bleibt.

So wie das durch das objektive Gelb subjektiv in der Innenwelt ausgelöste Blau nicht objektiv auf einen Schirm geworfen werden kann, so kann ja auch nicht umgekehrt der objektive Vorgang, der auf ein wirkliches Wollen folgt, wieder auf das Subjekt zurückwirken. Man müßte sonst, wenn man vorwärts geht von A nach B - durch die beim Zurücklegen des Weges in der Außenwelt erzeugte Wirkung auch wieder von B nach A zurückgebracht werden können."[1]

Lit.:
[1]Rudolf Steiner, Farbenerkenntnis, GA 291a (1990), S 141 ff.

(Literaturangaben folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz Email: verlag@rudolf-steiner.com URL: http://www.rudolf-steiner.com)

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http://www.anthroposophie.net/lexikon/db.php?id=118letzte Änderung: 2002-09-05

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