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Lexikon Anthroposophie

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Schatten
für das astrale Schauen wird die Seele des Menschen in seinem Schatten sichtbar

"Der Lichtstrahl besteht aus einem physischen und einem astralen Teil. Denken Sie sich nun, daß ein Lichtstrahl irgendwo auffällt. Wenn dies geschieht, dann ist in diesem Lichtstrahl das äußere physische Licht enthalten und zugleich die in dem Lichtstrahl lebenden astralen Wesenheiten. Stellen Sie sich nur einmal so auf, daß Sie den Lichtstrahl aufhalten. Stellen Sie sich so auf, daß die Sonne auf Ihren Rücken scheint. Wenn Sie das tun, halten Sie das physische Licht auf, aber die astralischen Wesenheiten halten Sie nicht auf. Die astralische Wesenheit ist dann vor Ihnen, in Ihrem Schatten. In Ihrem Schatten, der so nach vorn fällt, lebt eine astralische Wesenheit. Und diese astralische Wesenheit, die in dem Schatten lebt, ist nichts anderes als ein Nachbild -, ein Nachbild wovon? Sie ist ein Nachbild des Leibes, und was darin lebt, das formt sich nach der Seele. Das ist eine der Methoden, allmählich die eigene Seele zu sehen. Daher haben primitive Völkerschaften nicht mit Unrecht gesagt, daß im Schatten die Seele lebe. In zahlreichen Sagen können Sie es finden: Im Schatten geht die Seele fort. Für ein astrales Schauen wird die Seele im Schatten erst sichtbar, der Form nach.

Jetzt werden Sie auch ermessen, welche tiefere Bedeutung es hat, wenn Chamisso von Peter Schlemihl als dem Mann ohne Schatten redet. Peter Schlemihl hat mit dem Schatten seine Seele verloren. Lesen Sie mit diesem Gedanken im Hintergrund einmal die Novelle des Chamisso, dann wird Ihnen aufgehen, daß hinter mancher solcher Geschichte noch etwas viel Tieferes steckt."[1]

Dass das innere seelische Wesen des Menschen in seinem Schatten (astralisch) sichtbar wird, hat auch Shakespeare geahnt, wenn er in seiner Historie König Richard der Dritte gleich im Auftrittmonolog seinen Erzbösewicht Richard im Anblick seines Schattens seine eigne Mißgestalt erörtern läßt:

Ich nun, in dieser schlaffen Friedenszeit,
Weiß keine Lust, die Zeit mir zu vertreiben,
Als meinen Schatten in der Sonne spähn
Und meine eigne Mißgestalt erörtern;[2]

Zwar ist Richard, lahm und bucklig, auch äußerlich physisch mißgestaltet, doch worauf Shakespeare eigentlich hinweisen will, ist Richards moralische Mißgestalt.

Lit.:
[1]Rudolf Steiner, Ursprungsimpulse der Geisteswissenschaft, GA 96 (1989), S 134 f., Berlin, 19. Oktober 1906
[2]William Shakespeare, König Richard der Dritte, 1. Aufzug, 1. Szene

(Literaturangaben folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz Email: verlag@rudolf-steiner.com URL: http://www.rudolf-steiner.com)

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http://www.anthroposophie.net/lexikon/db.php?id=196letzte Änderung: 2002-09-27

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