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Lexikon Anthroposophie

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Hände
Denkorgane auf dem künftigen Jupiter

(siehe auch -> Karma, die Hände als Denkorgan für das Schicksal)

"Unsere Hände sind ganz entschieden mit unserem Seelenwesen in irgendeinem Zusammenhang. Und wenn jemand ein lebendiges Gefühl hat für das, was in den Händen vorgeht, und er steht dem oder jenem Menschen gegenüber und spricht, so ist es nicht gleichgültig, wie er das, was er sagt, zum Ausdruck bringt in der Geste seiner Hände. Das hat etwas für sich. Nun will ich viele Zwischenglieder auslassen und es Ihrem eigenen Ermessen überlassen, dies zu ergänzen. Denken Sie sich einmal, es würde, nicht durch einen Vorgang von Seiten des Menschen aus, sondern durch einen Vorgang, der im Weltenwesen begründet ist, so sein, daß unsere Hände nicht so gebildet wären, daß wir sie völlig frei bewegen und sie ohne weiteres unserem Willen folgen lassen können, sondern sie wären so mit uns verbunden, daß wir sie ganz stillhalten müßten, sie wären angewachsen von Natur aus. Was wäre denn dann, wenn wir Hände hätten, aber sie nicht bewegen könnten? Selbst wenn wir Hände hätten, die wir nicht bewegen könnten, weil sie uns angewachsen wären, so würden wir doch den Willen entwickeln, sie zu bewegen. Wenn wir sie auch physisch nicht bewegen könnten, würden wir doch in jedem Augenblick, wo wir sie bewegen wollen, die Ätherhände heraufreißen und diese bewegen. Die physischen Hände würden still liegen, die Ätherhände würden sich bewegen. So machen wir es mit unserem Gehirn in Wirklichkeit. Gewisse Lappen unseres Gehirnes, die heute innerhalb unserer Schädeldecke eingeschlossen liegen, waren während der Mondenentwickelung noch frei beweglich. Heute sind sie festgebunden, können sich nicht physisch bewegen. Aber ätherisch bewegen sie sich, wenn wir denken. Das ätherische Gehirn bewegen wir, wenn wir denken. Wenn wir nicht diese feste Hirnschale bekommen hätten, die diese Gehirnlappen zusammenhält, dann würden wir mit unseren Gehirnlappen greifen und würden Gesten machen wie jetzt mit unseren Händen. Damit wir aber denken lernen konnten, dazu mußten erst unsere Gehirnlappen physisch festgehalten werden, und der ätherische Teil des Gehirns mußte die Möglichkeit bekommen, herausgerissen zu werden.

Das, was wir sagen, ist kein Spiel der Phantasie. Es wird einmal eine Zeit kommen, wo unsere Hände festgewachsen sein werden, wo noch manches andere fest sein wird an unserem mittleren Körper, in der Nähe des Herzens, das jetzt frei an uns erscheint; das wird dann umschlossen sein von einer Hülle, so wie jetzt das Gehirn umschlossen ist von einer Hirnschale. Das wird in der Jupiterzeit sein. Das, wovon unsere Hände der sichtbare Ausdruck sind, ist etwas, was in Vorbereitung ist, einmal ein Denkorgan zu werden. Und wir haben davon vorläufig nur rudimentäre Organe, die gegenwärtig nicht ganz ausgewachsen sind, die klein bleiben. Wie wenn wir hier vorne an der Stirne nur Stücke hätten von der Hirnschale, so haben wir hinten unsere Schulterblätter liegen in der Fläche, die später einmal unser Zukunftsgehirn umschließen wird. Und Sie deuten die Schulterblätter im menschlichen Leibe richtig, wenn Sie sie ansehen als kleine Knochenstücke, die eigentlich zu einem Schädel gehören, der sich darüber schließt, nur ist das andere noch nicht ausgebildet.

So haben Sie gleichsam einen zweiten Menschen in den ersten eingeschlossen. Und jetzt werde ich etwas scheinbar ganz Paradoxes sagen: Es gibt noch andere Organe im menschlichen Organismus, die auch solche Stücke sind von einer weiteren Hirnschale, die erst in noch späterer Zeit ausgebildet werden wird, Organe, die jetzt ganz winzig sind gegenüber dem übrigen Organismus, das sind die Kniescheiben. Die Kniescheiben haben es nur zu diesen kleinen Flächen gebracht. Sie sind bis jetzt nur Andeutungen von etwas, das in anderer Richtung später den Menschen zu einem Geistesorgan machen wird. Wir lernen den menschlichen Organismus deuten, wenn wir zum Beispiel - es ist nur ein herausgerissenes Beispiel - uns sagen lernen: Du hast eigentlich drei Schädeldecken; die eine ist leidlich ausgebildet, sie ist nach allen Seiten abgeschlossen; die zweite ist bis jetzt nur in zwei Stücken vorhanden, den Schulterblättern; die dritte Schädeldecke besteht gar nur in den Kniescheiben. - Die beiden letzteren, Schulterblätter und Kniescheiben, lassen sich denkend ergänzen, kugelig abrunden zu dem, was sie erst zum Teil sind. Dann bekommt man drei Gehirne. Wenig ausgebildet in unserem äußeren Menschen ist das, was einmal unser zweites Gehirn sein wird. Jetzt zeigt es sich äußerlich, nachher wird es innerliches Gehirn sein. Wenn Sie heute Gesten machen mit Ihren Händen, bereiten sie spätere Gedanken vor, Gedanken, die dann ganz so real auffassen werden die Vorgänge der elementarischen Welt, wie Sie jetzt mit den Gedanken Ihres Hauptes auffassen die Vorgänge der physischen Welt. So kurios und paradox es klingt: was außerhalb der Kniescheiben liegt, also die Unterschenkel, die Füße, sie sind ganz unvollkommene Organe, die zusammenhängen mit der Schwerkraft der Erde. Die Kniescheiben bereiten sich vor, im Zusammenhang mit dem, was sie heute geistig aus der Erde aufnehmen, einstmals, wenn sie nicht mehr als physische Organe vorhanden sind, geistige Organe zu werden und in die geistigen Welten hineinzuführen, wenn die Erde verwandelt sein wird in den späteren Venuszustand. Dazu muß die heutige physische Gestalt erst abfallen und etwas anderes an deren Stelle treten.

Sie sehen, es steckt viel darin in der okkultistischen Betrachtung der Welt. Denn das Wichtigste, was man sich aneignet, ist nicht, daß man weiß, das und das Buch gibt es, und das und das wird über die höheren Welten gesagt. - Das ist nicht das Wichtigste. Das muß man sich natürlich auch aneignen, weil man nur dadurch auf das Richtige kommt. Das Wichtigste aber ist eine gewisse Stimmungsart, eine gewisse Seelenverfassung, wodurch man lernt, sich in neuer Weise der Welt gegenüberzustellen und die Dinge in anderer Weise zu nehmen, als man sie vorher genommen hat. Das ist das Wichtige, daß man sich vorbereiten läßt durch das, was man da liest in innerlicher Beweglichkeit des Gedankenwebens, des Gedanken-in-sich-Erlebens, um dadurch alles, auch das, was physisch in der Welt gegeben ist, anders anzuschauen. Denn die Dinge sind in ihrer äußeren Form gar nicht so, wie sie wirklich sind, so paradox das klingt. Unser Schulterblatt ist nicht bloß Schulterblatt, wie Sie es äußerlich sehen; das ist eine Maja, das ist falsch. Das Schulterblatt ergänzt sich einem erst, wenn man darangeht, es wirklich zu erfassen als ein ausführlicheres Organ. Wenn man einen knieenden Menschen sieht, so kann man allmählich die Impression bekommen: Es ist ganz falsch, diese Kniescheiben wie sie da liegen, nur als kleine Teile zu betrachten; das ist ganz falsch. Der Mensch, der knieend betet, bereitet sich vor, in der Sphäre zu leben, die ihn einmal umschließen wird, wenn seine Kniescheiben sich dehnen werden, sich erweitern werden zu einer mächtigen Rundung wie eine Kugeloberfläche, wovon sie nur erst kleine Teile sind. Der betende Mensch zeigt einem schon in seiner Form das, was einst die Menschen werden sollen, wenn die Erde sich im Venus-Zustande befinden wird."[1]

Dass die Äther-Hände höhere Erkenntnisorgane darstellen, ist der wahre Hintergrund für Zeichen und Griff in der freimaurerischen Tradition:

"Zeichen, Griff und Wort sind nicht nur bloße Erkennungszeichen, sondern sie haben einen tief okkulten Wert.

Das Zeichen, bei dem man den rechten Winkel bildet zwischen dem Daumen und der flachen Hand, hat zu tun mit der Hand als Erkenntnisorgan. Es wurde schon in dem letzten Zyklus darüber gesprochen, daß Hände und Füße Erkenntnisorgane sind und zwar bessere als das Gehirn[1].

Das physische Gehirn ist gleichsam herauskristallisiert aus dem Ätherleib wie Eis aus Wasser. Man kann einen innigen Zusammenhang verspüren zwischen diesen beiden «Gehirnen» und wie das physische Gehirn eigentlich eine Art von Spiegelapparat ist für dasjenige, was im ätherischen Gehirn vor sich geht. Das erlebt man besonders dann, wenn man sich sehr anstrengt mit Dingen, die sich auf den physischen Plan beziehen, oder wenn man Erinnerungsvorstelungen in sich hervorrufen will: es ist dann immer - ob man davon weiß oder nicht - der Ätherleib in Mitleidenschaft gezogen, aber besonders auch das physische Gehirn, das wie ein Klotz im Äthergehirn liegt und verhindert, daß es der Beweglichkeit des Äthergehirns folgen kann. Man fühlt dann sehr deutlich, daß es nicht das Äthergehirn ist, das ermüdet; das könnte bis m alle Ewigkeit Gedanken und Erinnerungen hervorrufen, aber das physische Gehirn kommt nicht mit, wirkt wie ein Fremdkörper im Ätherleib. Dadurch spürt man die Ermüdung des physischen Gehirns um so mehr. - Und wenn man auch immer weiter denken könnte mit dem Äthergehirn, so würde man doch sich krank machen; der normale Zusammenhang würde durchbrochen werden, der physische Teil würde wie tot werden. Es ist unmöglich, den Parallelismus zwischen physischem und Äthergehirn in größerem Maße zu durchbrechen.

In unserem Gehirn haben wir also einen sehr getreuen Ausdruck des Äthergehirns in seinen Funktionen und Prozessen. Bei den Händen des menschlichen Ätherleibes ist der Zusammenhang mit den physischen Organen ein anderer. Ebenso wie beim Gehirn entsprechen auch den Händen gewisse Ätherprozesse des Ätherleibes, aber zwischen den physischen Händen und ihrer Aufgabe, und demjenigen, was ihnen im Ätherleibe entspricht, ist ein weit größerer Unterschied, als zwischen dem physischen Kopf und dem entsprechenden Ätherteil desselben. Was die Hände tun, ist viel mehr eine rein sinnliche Verrichtung, und was die Ätherorgane der Hände tun können, findet nur sehr wenig seine Offenbarung und seinen Ausdruck in demjenigen, was die physischen Hände tun. Diese Ätherhände sind in dem elementarischen oder Ätherleib wirkliche Geistorgane. Eine viel höhere, intuitivere spirituelle Handlung wird verrichtet gerade durch diejenigen [Äther]-Organe, die den Händen zugrunde liegen und in den Händen des physischen Leibes nur einen mangelhaften Ausdruck finden. Diese Ätherorgane führen schon in die übersinnliche Welt und können in dieser Beobachtungen anstellen. Etwas paradox könnte man sagen: das menschliche Gehirn ist das allerungeeignetste Wahrnehmungsorgan für die Welt; die Hände - ätherisch genommen - sind viel bedeutsamere und geschicktere Erkenntnisorgane als das Gehirn. Auf dem Wege zur Einweihung lernt man nicht besonders viel, wenn man lernt, von dem Gebrauch des physischen Gehirns überzugehen zu dem des Äthergehirns.

Was die Hände zu verrichten haben, findet man in dem Zusammenhang mit den Lotusblättern in der Herzgegend, die ihre Kräfte so ausstrahlen, daß sie von dem Herzen in die Hände gehen und so die Ätherhand zum geistigen Erkenntnisorgan machen. Diese Unterschiede verstehen zu lernen, gibt einen Begriff von dem Sich-Einleben in die Initiation. Nicht das ist wichtig, daß man empfindet, wie das physische Gehirn das Äthergehirn ausfüllt, sondern daß man empfindet, wie ganz andere Organe in dem Menschen entstehen können. Was zuerst veranlagt war m dem sinnlich-physischen Menschen, so wie die Hände, verwandelt sich in den inneren Menschen, so daß er anderes damit erleben kann.

Wenn wir die Hände an den Kehlkopf legen, so daß der Daumen der rechten Hand beim Ohr liegt und die flache Hand unter dem Kinn in der Höhe des Kehlkopfes, dann schließen wir die Ätherströmungen des Hauptes aus und gestalten den übrigen Organismus zum Erkenntnisorgan.

In solcher Weise wird die Erkenntnis spiritualisiert, und wenn man in dieser Stellung aufrecht steht, ist es ein Hilfsmittel, um Erkenntnisse in spiritueller Art aufnehmen zu können. Der Kehlkopf steht in Zusammenhang mit dem Denken, das der Mensch während des Mondenzustandes entwickelte. Das Gehirndenken ist ein Erdenprodukt und kann nur die Welt der Sinne berühren, nicht die Welt des Geistes.

Mit dem Griff, indem wir mit dem Daumen einen rechten Winkel bilden, verrichten wir ebenfalls etwas sehr Bedeutsames. Es wird dadurch in dem Verhältnis von Mensch zu Mensch etwas, was in unserer materialistischen Zeit in der brutalsten Art geschieht, ausgeschaltet. Wir machen nämlich die Strömungen feiner und verwandeln damit unsere Verhältnisse zur Außenwelt. Wenn wir eine bestimmte Stelle der Oberhand berühren mit dem so gebogenen Daumen, vereinigen sich die beiden Strömungen miteinander, und dadurch können wir einen wohltätigen, weitreichenden Einfluß zum Guten bewirken."[2]

Lit.:
[1]Rudolf Steiner, Okkultes Lesen und okkultes Hören, GA 156 (1987), S 80 ff., Vierter Vortrag, Dornach, 6. Oktober 1914
[2]Rudolf Steiner, Zur Geschichte und aus den Inhalten der erkenntniskultischen Abteilung der esoterischen Schule 1904 - 1914, GA 265, S 284 ff., Berlin, 16. Dezember 1911

(Literaturangaben folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz Email: verlag@rudolf-steiner.com URL: http://www.rudolf-steiner.com)

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http://www.anthroposophie.net/lexikon/db.php?id=219letzte Änderung: 2002-10-14

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