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Lexikon Anthroposophie

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Pentagramm
als Symbol des Ätherleibes und des Kräfteverhältnisses der Wesensglieder zueinander

Das Pentagramm ist, wie alle okkulten Symbole, ein vieldeutiges Zeichen der okkulten Schrift. Eine Bedeutung liegt darin, dass es bestimmte Kräfteströmungen des Ätherleibes zum Ausdruck bringt:

"Der Unterschied zwischen unbelebten und belebten Körpern ist folgender: Im unbelebten Körper folgen die ihn bildenden Stoffe lediglich den physischen, chemischen Gesetzen. Im belebten Körper dagegen sind die Stoffe in sehr komplizierter Weise miteinander verkettet, und nur unter Einwirkung des Ätherleibes können sie sich in dieser ihnen unnatürlichen, aufgedrungenen Gruppierung halten. In jedem Moment will der physische Stoff sich seiner Natur gemäß gruppieren, was einen Zerfall des lebendigen Körpers bedeutet, und in jedem Moment kämpft der Ätherleib gegen diesen Zerfall an. Wenn sich der Ätherkörper aus dem physischen Körper entfernt, so gruppieren sich die Stoffe des physischen Körpers in der für sie natürlichen Weise, und der Körper zerfällt, wird ein Leichnam. Der Ätherleib ist also der fortwährende Kämpfer gegen den Zerfall des physischen Leibes.

Jedes Organ hat diesen Ätherleib zu seiner Grundkraft. Der Mensch hat ein Ätherherz, ein Äthergehirn und so weiter zum Zusammenhalten der betreffenden physischen Organe. Man ist leicht versucht, sich den Ätherleib in materieller Weise vorzustellen, etwa als einen ganz feinen Nebel. In Wahrheit ist der Ätherleib eine Summe von Kraftströmungen. Für den Hellseher erscheinen im Ätherleib des Menschen gewisse Strömungen, die von sehr großer Wichtigkeit sind. Es steigt zum Beispiel ein Strom vom linken Fuße nach der Stirne, an eine Stelle, die zwischen den Augen, etwa ein Zentimeter tief im Gehirn liegt, kehrt dann in den andern Fuß hinunter, von dort in die entgegengesetzte Hand, von dort durch das Herz in die andere Hand und von dort an ihren Ausgangspunkt zurück. Es bildet sich in dieser Weise ein Pentagramm von Kraftströmungen.

Diese Kraftströmung ist nicht etwa die einzige im Ätherleibe, sondern es gibt deren noch sehr viele. Speziell dieser Kraftströmung verdankt der Mensch seine aufrechte Stellung. Das Tier ist mit seinen vorderen Gliedmaßen an die Erde gebunden, und im Tiere sehen wir eine solche Strömung nicht. In bezug auf Gestalt und Form und Größe des menschlichen Ätherleibes kann man sagen, daß derselbe in seinen oberen Partien ein vollständiges Ebenbild des physischen Leibes ist. Anders ist es mit seinen unteren Partien, welche nicht mit dem physischen Körper übereinstimmen. Dem Verhältnis von Ätherleib und physischem Leibe liegt ein großes Geheimnis zugrunde, das tief hineinleuchtet in die Menschennatur: der Ätherleib des Mannes ist weiblich, derjenige des Weibes ist männlich. Dadurch wird die Tatsache erklärt, daß wir in jeder Mannesnatur viel Weibliches, und in jeder Frauennatur viel Männliches finden. Bei den Tieren ist der Ätherleib größer als der physische Leib. So sieht der Hellseher zum Beispiel beim Pferd über dem Kopf den Ätherkopf in Form einer Kappe herausragen."[1]

Das Pentagramm gibt uns darüber hinaus ein Bild für das Kräfteverhältnis der einzelnen Wesensglieder zueinander:

"So können Ihnen auch die Fragen in die Seele hereindringen: Wie verhält sich die Stärke der Kräfte des physischen Leibes zu der der Kräfte des Ätherleibes und der der Kräfte des astralischen Leibes in uns? — Wodurch können wir ausdrücken, was da stark, was schwach ist, welches das Maß des physischen Leibes, das Maß des Ätherleibes, das Maß des Astralleibes ist? Gibt es eine Formel in Zahlen oder sonstige Mittel, wodurch wir die Verhältnisse der Kräftestärken des physischen Leibes, des Ätherleibes und des Astralleibes ausdrücken können? Über dieses Verhältnis, das uns tief hineinblicken läßt sowohl in die Weltenwunder wie später in die Seelenprüfungen und Geistesoffenbarungen, wollen wir heute erst zu sprechen beginnen. Es wird uns immer tiefer und tiefer hineinführen; dieses Verhältnis kann man ausdrücken. Man kann etwas angeben, welches ganz genau die Quantitäten und die Stärken unserer inneren Kräfte im physischen Leibe, im Ätherleibe und Astralleibe angibt und ihr entsprechendes Zusammenwirken. Und dieses Verhältnis möchte ich Ihnen zunächst auf die Tafel zeichnen. Denn es läßt sich nur in einer geometrischen Figur und ihren Größenverhältnissen zum Ausdrucke bringen. Was ich hiermit auf die Tafel zeichne, das ist so, daß wir davon sagen müssen: Wenn man sich hineinvertieft in diese Figur, so gibt alles, was in ihr enthalten ist — wie ein Zeichen der okkulten Schrift für die Meditation —, die Größen- und Stärkeverhältnisse der Kräfte unseres physischen Leibes, unseres Ätherleibes und unseres Astralleibes. Und dieses Zeichen der okkulten Schrift ist das Folgende:

Sie sehen, ich zeichne das Pentagramm. Wenn wir dieses Pentagramm zunächst ins Auge fassen, so ist es uns ein Zeichen für den Ätherleib, wenn wir die Sache äußerlich nehmen. Aber ich habe schon gesagt, daß dieser Ätherleib auch die Mittelpunktskräfte für den Astralleib und den physischen Leib enthält, daß von ihm alle die Kräfte, die uns alt und jung werden lassen, ausgehen. Weil nun im Ätherleib die Mitte sozusagen für alle diese Kräfte liegt, so ist es auch möglich, an der Figur des Ätherleibes, an dem Siegel des Ätherleibes zu zeigen, welche Stärkeverhältnisse die physischen Kräfte, die Kräfte des physischen Leibes zu den ätherischen Kräften, den Kräften des Ätherleibes, zu den astralischen, den Kräften des Astralleibes, im Menschen haben. Und man bekommt ganz genau die Größenverhältnisse heraus, wenn man sich zunächst sagt: Hier im Innern des Pentagramms entsteht ein nach unten geneigtes Fünfeck. Dieses Fünfeck fülle ich mit der Kreidesubstanz vollständig aus. Da haben Sie zunächst eine der Teilfiguren des Pentagrammes. Ein anderes Stück der Teilfigur des Pentagrammes bekommen Sie, wenn Sie ins Auge fassen die Dreiecke, die sich an das Fünfeck ansetzen und die ich mit horizontalen Linien schraffiere. So habe ich Ihnen das Pentagramm hier zerlegt in ein mittleres Fünfeck mit der Spitze nach unten, das ich ausgefüllt habe mit der Kreidesubstanz, und in fünf Dreiecke, welche ich mit horizontalen Strichen schraffiert habe. Wenn Sie die Größe dieses Fünfeckes in Verhältnis bringen zu der Größe der Dreiecke, das heißt zu der Summe aller Flächen, die von den Dreiecken eingenommen werden, wenn Sie sich also sagen, wie die Größe dieses Fünfeckes zur Größe der einzelnen Dreiecke wirkt, wenn Sie die Summe der Flächen der einzelnen Dreiecke nehmen, so wirken die Kräfte des physischen Leibes zu den Kräften des Ätherleibes im Menschen. Also wohlgemerkt, wie man sagen kann, wenn Linsen und Bohnen und Erbsen zusammengemischt sind, daß die Menge der Linsen zu der Menge der Bohnen sich verhält wie drei zu fünf, so kann man sagen: Die Stärke der Kräfte im physischen Leibe verhält sich zu den Kräften des Ätherleibes wie im Pentagramm die Fläche des Fünfeckes zu der Summe der Fläche der Dreiecke, die ich horizontal schraffiert habe. — Und jetzt werde ich ein nach oben stehendes Fünfeck zeichnen, welches dadurch entsteht, daß ich es umschreibe dem Pentagramm. Nun müssen Sie nicht die Dreiecke nehmen, die da gleichsam wie Zipfel entstehen, sondern das gesamte Fünfeck, eingeschlossen die Fläche des Pentagrammes, also alles, was ich vertikal schraffiere. Also dieses vertikal schraffierte, dem Pentagramm umschriebene Fünfeck bitte ich zu berücksichtigen. So wie sich verhält der Flächeninhalt, die Größe dieses kleinen Fünfeckes hier, das mit der Spitze nach unten gerichtet ist, zu der Fläche dieses vertikal schraffierten Fünfeckes, das mit der Spitze nach oben gerichtet ist, so verhalten sich die Kräfte des physischen Leibes in ihrer Stärke zu den Kräften des Astral leibes im Menschen. Und so wie sich die horizontal schraffierten Dreiecke, wenn ich sie summiere, zu der Größe des Fünfeckes mit der Spitze nach oben verhalten, so verhält sich die Stärke der Kräfte des Ätherleibes zu der Stärke der Kräfte des Astralleibes. Kurzum, Sie haben in dieser Figur alles das angegeben, was man nennen kann: das gegenseitige Verhältnis der Kräfte des physischen Leibes, der Kräfte des Ätherleibes, der Kräfte des Astralleibes. Nur kommt das dem Menschen nicht alles zum Bewußtsein. Das mit der Spitze nach oben stehende Fünfeck umfaßt alles Astralische im Menschen, auch das, wovon der Mensch heute noch nichts weiß, was ausgearbeitet wird, indem das Ich den Astralleib immer mehr und mehr zum Geistselbst oder Manas umarbeitet.

Nun kann in Ihnen die Frage entstehen: Wie verhalten sich diese drei Hüllen zum eigentlichen Ich? Sie sehen, von dem eigentlichen Ich, von dem ich ausgesprochen habe, daß es das Baby ist, das am wenigsten entwickelte unter den menschlichen Wesensgliedern, von diesem Ich weiß der Mensch heute in der normalen Entwickelung noch sehr wenig. Die gesamten Kräfte dieses Ich liegen aber schon in ihm. Wenn Sie die Gesamtkräfte des Ich ins Auge fassen und ihr Verhältnis untersuchen wollen zu den Kräften des physischen Leibes, Ätherleibes, Astralleibes, so brauchen Sie nur um die ganze Figur herum einen Kreis zu beschreiben. Ich will nun die Figur nicht zu sehr verschmieren. Wenn ich diesen Kreis noch schraffieren würde als ganze Fläche, so würde die Größe dieser Fläche im Vergleich zur Größe der Fläche des nach oben gerichteten Fünfeckes, im Vergleich zur Summe der Flächen der Dreieckzipfel, die horizontal schraffiert sind, im Vergleiche zu dem kleinen Fünfeck mit der Spitze nach unten, das ich ausgefüllt habe mit der Kreidesubstanz, das Verhältnis angeben der Kräfte des gesamten Ich — repräsentiert durch die Fläche des Kreises — zu den Kräften des Astralleibes — repräsentiert durch die Fläche des großen Fünfeckes — zu den Kräften des Ätherleibes — repräsentiert durch die horizontal schraffierten Dreiecke, die sich ansetzen an das kleine Fünfeck - zu den Kräften des physischen Leibes — als zu der Fünfeckfläche, die mit der Kreidesubstanz ausgefüllt ist. Wenn Sie sich in der Meditation hingeben diesem okkulten Zeichen und sich innerlich ein gewisses Gefühl von dem Verhältnis dieser vier Flächen verschaffen, so bekommen Sie einen Eindruck von dem gegenseitigen Verhältnis von physischem Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich. Sie müssen sich also denken in der gleichen Beleuchtung den großen Kreis und ihn in der Meditation ins Auge fassen. Dann stellen Sie daneben hin das aufwärtsstehende Fünfeck. Weil dieses Fünfeck etwas kleiner ist als der große Kreis, kleiner ist um diese Kreissegmente hier, wird Ihnen dieses aufwärtsstehende Fünfeck einen schwächeren Eindruck machen als der Kreis. Um was dieses schwächer ist als der Eindruck des Kreises, um das sind auch die Kräfte des Astralleibes schwächer als die Kräfte des Ich. Und wenn Sie sich als drittes hinstellen ohne das mittlere Fünfeck diese fünf Dreiecke, die horizontal schraffiert sind, so haben Sie wiederum einen schwächeren Eindruck, wenn Sie sich alles gleich beleuchtet denken. Um wieviel dieser Eindruck schwächer ist als der Eindruck von den beiden vorigen, um so viel schwächer sind die Kräfte des Ätherleibes als die Kräfte des Astralleibes und des Ich. Und wenn Sie sich das kleine Fünfeck hinstellen, so bekommen Sie bei gleicher Beleuchtung davon den schwächsten Eindruck. Wenn Sie nun sich ein Gefühl verschaffen von der gegenseitigen Stärke dieser Eindrücke und zusammenhalten können diese vier Eindrücke, wie Sie die Töne, sagen wir einer Melodie, in eines zusammendenken — wenn Sie diese vier Eindrücke in bezug auf ihre Größe zusammendenken, so haben Sie jene Stärkeharmonie, die besteht zwischen den Kräften des Ich, des Astralleibes, des Ätherleibes und des physischen Leibes. Das ist das, was ich Ihnen als ein okkultes Zeichen, gleichsam als ein Zeichen der okkulten Schrift hinstelle. Über solche Zeichen kann man meditieren. Ich habe Ihnen ungefähr die Methode beschrieben, wie man das macht. Man verschafft sich den Eindruck der unterschiedlichen Stärken, die diese Flächen durch ihre Größenverhältnisse machen als gleichmäßig beleuchtete Flächen. Dann bekommt man eben einen Verhältniseindruck, der einem wiedergibt die gegenseitigen Maßverhältnisse der Kräfte der vier Glieder der menschlichen Wesenheit. Diese Dinge sind da als Zeichen der wirklichen, aus der Wesenheit der Dinge hervorgehenden okkulten Schrift. Meditieren diese Schrift heißt: lesen die großen Wunderzeichen der Welt, die uns hineinführen in die großen Geheimnisse der Welt. Dadurch verschaffen wir uns allmählich ein Gesamtverständnis von dem, was da draußen wirkt als Weltenwunder, die darin bestehen, daß der Geist in die Materie sich hineinergießt nach bestimmten Verhältnissen.

Ich habe zugleich dadurch hervorgerufen in Ihnen etwas, was wirklich wie das Elementarste geübt wurde in der alten pythagoräischen Schule. Denn dadurch fängt der Mensch an, durch sein Geistgehör die Harmonien und Melodien der Kräfte in der Welt zu vernehmen, daß er von den Zeichen der okkulten Schrift ausgeht, sie realisiert und dann schon merkt, daß er die Welt mit ihren Wundern in ihrer Wahrheit geschaut hat. Davon werden wir dann morgen weitersprechen. Ich wollte heute als den Zielpunkt der Betrachtung dieses Zeichen der okkulten Schrift vor Ihre Seele hinstellen, das uns wiederum ein Stück hineingeführt hat in die Menschennatur."[2]

Lit.:
[1]Rudolf Steiner, Menschheitsentwickelung und Christus-Erkenntnis. Theosophie und Rosenkreuzertum. Das Johannes-Evangelium., GA 100 (1981), S 202 ff., Zweiter Vortrag, Basel, 17. November 1907
[2]Rudolf Steiner, Weltenwunder, Seelenprüfungen und Geistesoffenbarungen, GA 129 (1977), S 68 ff., Dritter Vortrag, München, 20. August 1911

(Literaturangaben folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz Email: verlag@rudolf-steiner.com URL: http://www.rudolf-steiner.com)

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http://www.anthroposophie.net/lexikon/db.php?id=222letzte Änderung: 2002-10-26

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