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Lexikon Anthroposophie

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Hekate
ihre dreifältige Gestalt und die Umwandlung der unteren drei Wesensglieder

"Wie wunderbar ist es, daß uns aus der alten griechischen Götterlehre entgegenleuchtet der Repräsentant dieser Werdekräfte der menschlichen Natur, die in uns allen wirken, die unseren Astralleib umgestalten, die deshalb auch die Natur der Demeter umgestalten, jene Kräfte, die im menschlichen Ätherleibe sind und auf den physischen Leib und auf sich selber und auf den Astralleib wirken. Sie sind repräsentiert in der dreifachen Hekate. Was wir also heute ausdrücken dadurch, daß wir sagen: vom Ätherleibe gehen umgestaltende Kräfte in dreifacher Art aus, das drückte der Grieche aus, indem er von der dreifachen Hekate sprach. Ein Naturwunder der menschlichen Organisation in ihrem Werden ist in dieser dreifachen Hekate ausgesprochen. In ungeheure Weisheit blicken wir da hinein. Und Sie können noch heute in Rom dieses Bild der dreifachen Hekate sehen. Diese dreifach geteilte Hekate wird so dargestellt: die eine Organisation der Hekate, die sich bezieht auf die Krankheits- und Gesundheitsbedingungen, wird mit dem Symbolum des Dolches und der Schlange ausgestattet, welch letztere ja auch dem Äskulap beigegeben wird als dem Repräsentanten der Gesundheitskunde. Der Dolch repräsentiert die äußeren Einflüsse, die äußeren zerstörenden Einflüsse auf den menschlichen Organismus.

Indem man der dreifachen Hekate in der einen ihrer Gestaltungen den Dolch und die Schlange beigegeben hat, wies man darauf hin, daß man jene Kräfte meinte, die den physischen Leib in bezug auf sein Werden beeinflußten. Das zweite Bild der Hekate mußte dann hinweisen darauf, daß sich im Ätherleibe geändert hat der Schlüssel zur Erkenntnis der Welt. Und welches Symbol hat das zweite Bild der dreifachen Hekate? Den Schlüssel und einen Bund Stricke als Symbolum für das Gedankenlabyrinth. Und die dritte Hekate hat die Fackel als die Fackel der Erkenntnis, wie sie sich im Astralleibe bildet. Und nun fühlen wir, mit welcher ungeheueren materialistischen Aberglaubensform man heute in unserem materialistischen Zeitalter vor dieser tiefsinnigen Gestalt der alten Zeit steht und wie sich diese Dinge beleben werden, wenn der Mensch wiederum wissen wird, was eigentlich gemeint wird mit solch einer grandiosen tiefsinnigen- Symbolik wie die der dreifachen Hekate. Das alte Griechenland wird neu erstehen in seinen Gedanken, wenn die mit Geisteswissenschaft gesättigte Menschenseele sich vor ein solches Bildwerk stellen wird und in dieser Menschenseele aufströmen wird all das Wissen von der geistigen Natur des Menschen, das hineingeheimnißt ist in eine solche Gestalt. Diese Dinge braucht man nicht in einem abstrakten Sinne zu nehmen. Wir können sie natürlich nur aussprechen, indem wir sie sozusagen in abstrakte Gedanken kleiden. Das alles kann aber für uns lebendige Empfindung und lebendiges Gefühl werden, wenn wir uns durchdringen mit dem Bewußtsein, daß auch die Hekate nur die Art und Weise ihrer Wirksamkeit geändert hat, daß sie aber auch heute in uns ist und in jedem einzelnen von uns wirkt. Der alte Grieche sagte: Nicht nur die ganze Menschheit in ihrem Werden, sondern auch der einzelne Mensch untersteht, indem seine Leibesform umgestaltet wird, indem er seinem physischen Leibe, Ätherleibe und Astralleibe nach umgeändert wird, den Kräften der Hekate. Hekate wirkt in ihm in dreifacher Art. Aber das, was dazumal im Bilde der Hekate der menschlichen Seele vermittelt worden ist, kann auch heute wieder vermittelt werden. Der moderne Bekenner der Geisteswissenschaft, der nicht mehr in solcher bildlichen Form spricht, wie drückt er sich aus? Er sagt: Im Laufe der menschlichen Einzelentwickelung von der Geburt bis zur Reife werden im menschlichen Werden die drei Glieder der menschlichen Leibeshülle umgeändert: in den ersten sieben Jahren die physische, in den zweiten sieben Jahren die ätherische, in den dritten sieben Jahren die astralische. — Die Kräfte, die Sie beschrieben finden, ohne daß dies Bild gebraucht ist, in meiner kleinen Schrift über «Die Erziehung des Kindes», die Kräfte, die da wirken in der menschlichen Organisation in dreifacher Weise, es sind die Hekate-Kräfte. Und indem Ihnen beschrieben wird heute von der Geisteswissenschaft, daß der Mensch bis zum Zahnwechsel vorzugsweise seinen physischen Leib ausbildet, wird darauf hingewiesen, daß die eine Form der Hekate in ihm wirkt. Da wird in moderner Form gesagt, was der Grieche meint, wenn er den einen Teil der Hekate mit Dolch und Schlange hinstellt. Und mit Schlüssel und Strickbund wird der zweite Teil der Umwandlung hingestellt, wo der Ätherleib aus sich selbst wirkt in den zweiten sieben Jahren. Und die dritten sieben Jahre werden hingestellt, als im Astralleib selber ganz vor sich gehend, mit dem Symbol der Fackel. So habe ich Ihnen im Grunde genommen in moderner Form längst das gesagt, was die Hekate-Weisheit der alten Griechen war, was im Bilde der Hekate in den alten Mysterien der Griechen ausgedrückt worden ist. Das aber ist auch der Sinn unseres Werdens der europäischen Kultur. Schauen wir zurück in die alten Zeiten des Griechentums, dann treten uns in den Überlieferungen der griechischen Mystik, der griechischen Mythologie auch die gewaltigen Bilder entgegen, die hingestellt wurden vor die zu Unterrichtenden, um in der Seele zu erwecken die Erkenntnis, die damals notwendig für den Menschen war. Das Bild der dreifachen Hekate weckte — nicht in der heutigen Form - die Wissenschaft auf, die wir aufnehmen, wenn wir die Lehre von der dreifachen Umwandlung von der Geburt bis etwa zum zwanzigsten Jahre ins Auge fassen. Und wenn wir solche Lehren ins Auge fassen, dann folgen wir getreulich dem Gange, den die menschliche Kultur nehmen muß. Die alte hellseherische Form mußte untertauchen in das Reich des Pluto in der menschlichen Seele, und eine Weile, von der alten sokratischen Zeit bis in unsere Gegenwart herein, mußte gewissermaßen eine Epoche des Nichtwissens herrschen in bezug auf alle diese Verhältnisse. Die Menschen mußten ihr Ich konsolidieren, ihre Egoität ausbilden. Da blieb unter der Oberfläche der menschlichen Seele das alte, durch die grandiosen Bilder angeregte Wissen der Griechen. Da war es gleichsam unter dem Schutte der intellektuellen Kultur begraben. Jetzt taucht es wieder auf aus einer dunklen Geistestiefe. In der Geisteswissenschaft taucht aus dem modernen Leben wiederum das herauf, was da untergetaucht ist in tiefere Gründe der menschlichen Seele. Wir fangen heute wiederum an auf die Art, die ich beschrieben habe in der «Erziehung des Kindes», die dreifache Hekate in einer mehr abstrakten Form zu erkennen. Dadurch aber wird die menschliche Seele wiederum vorbereitet zu einem künftigen, trotz der Intellektualität uns in Aussicht stehenden Hellsehen. Und die Vorbereitung für dieses künftige Hellsehen der Menschheit, das ist unsere Geisteswissenschaft."[1]

Lit.:
[1]Rudolf Steiner, Weltenwunder, Seelenprüfungen und Geistesoffenbarungen, GA 129 (1977), S 46 ff., Zweiter Vortrag, München, 19. August 1911

(Literaturangaben folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz Email: verlag@rudolf-steiner.com URL: http://www.rudolf-steiner.com)

Link: http://www.anthroposophie.net/bibliothek/religion/mythologie/bib_hekate.htm   Site Search   Web Search
http://www.anthroposophie.net/lexikon/db.php?id=223letzte Änderung: 2002-10-30

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