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Lexikon Anthroposophie

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Gedächtnis
Erinnerungen werden nach 2 bis 3 Tagen dem Ätherleib eingeprägt

(siehe auch -> Gedächtnis, seine organische Grundlage)

"Wenn Sie den Versuch machen, einmal genau sich zu erinnern, wie das Gedächtnis des Menschen eigentlich wirkt, namentlich wenn Sie einschließen in diese Rückerinnerung Ihre Träume, dann werden Sie finden, daß zum Beispiel in die Träume im wesentlichen dasjenige hineinspielt, was eigentlich kurz vorher verlaufen ist, nicht in den inneren Gang des Träumens, aber in die Bilderwelt des Traumes spielt hinein, was in der letzten Zeit verlaufen ist. Mißverstehen Sie mich nicht. Es kann natürlich Ihnen etwas träumen, was vor vielen Jahren an Sie herangetreten ist; aber es wird Ihnen nicht träumen dasjenige, was vor vielen Jahren an Sie herangetreten ist, wenn nicht in den allerletzten Tagen etwas eingetreten ist, was in irgendeiner Gedanken- oder Empfindungsbeziehung zu dem ist, was vor Jahren da war. Die ganze Natur des Träumens hat etwas zu tun mit demjenigen, was unmittelbar in den letzten Tagen verlaufen ist. Beobachtung darüber setzt natürlich voraus, daß man sich eben einläßt auf solche Feinheiten des menschlichen Lebens. Wenn man sich einläßt, so liefert die Beobachtung so exakte Ergebnisse, wie nur irgendeine exakte Naturwissenschaft liefern kann.

Woher rührt denn das? Das rührt davon her, daß eine gewisse Zeit gebraucht wird, damit dasjenige, was wir seelisch erleben, damit das sich eindrückt aus dem astralischen Leib heraus in unsern Ätherleib hinein. Ungefähr nach zweieinhalb bis drei Tagen, manchmal eben auch schon nach eineinhalb Tagen, nach zwei Tagen, aber nicht, ohne daß wir darüber geschlafen haben, drückt sich dasjenige, was wir erleben im Umgange mit der Welt, von unserem astralischen Leibe aus in unseren Ätherleib ein. Damit es dadrinnen befestigt sei, braucht es immer eine Zeit. Und wenn wir mit dieser Tatsache die andere vergleichen, daß wir im gewöhnlichen Leben wechselweise trennen physischen Leib und Ätherleib - astralischen Leib und Ich im Schlafen und im Wachen wieder zusammenfügen, so müssen wir uns sagen, es ist ein gewisser loserer Zusammenhang zwischen physischem Leib und Ätherleib auf der einen Seite und Ich und astralischem Leib auf der anderen Seite. Ätherleib und physischer Leib bleiben zwischen Geburt und Tod immer beisammen, Ich und astralischer Leib bleiben auch beisammen. Aber astralischer Leib und Ätherleib bleiben nicht beisammen. Die gehen jede Nacht auseinander. Da ist ein loserer Zusammenhang zwischen Astralleib und Ätherleib als zwischen Ätherleib und physischem Leib. Dieser losere Zusammenhang, der drückt sich dadurch aus, daß erst gewissermaßen ein Auseinandersein da gewesen sein muß zwischen dem astralischen Leib und dem Ätherleib, bis das, was wir erleben durch unseren astralischen Leib, sich eindrückt in den Ätherleib. Und wir können sagen, wenn irgendein Ereignis auf uns wirkt, wirkt es ja im wachen Zustand auf uns. Bedenken Sie doch nur, wenn Sie einem Ereignisse bei tagwachendem Zustand gegenüberstehen, so wirkt das Ereignis auf Ihren physischen Leib, Ätherleib, astralischen Leib und auf Ihr Ich. Nun ist aber dennoch ein Unterschied in bezug auf die Aufnahme. Der astralische Leib, der nimmt die Sache sofort auf. Der Ätherleib braucht eine gewisse Zeit, um die Sache so in sich befestigen zu lassen, daß nun ein voller Einklang ist zwischen dem Ätherleib und dem astralischen Leib."[1]

"Also, was vom Haupte ausgeht, das ist durchaus nur plastisch bildende Kraft. Und wenn so etwas jetzt ins Haupt hereindringt wie das, was beim Sehen hereinkommt, so wird es eigentlich gleich so empfangen, daß eine Kraft sich bildet, die gestalten will. Was da durch die Augen hineingeht, das will innerlich im Menschen Gestalt annehmen. Vor allen Dingen will es die Nerven, das Nervensystem so gestalten, daß gewissermaßen im Inneren des Menschen eine Art Abbild ist von dem, was als äußerer Eindruck da war. Man kann also sagen: in dieser Richtung (siehe Zeichnung, Pfeile von oben nach unten), von den Sinnen nach innen, geht eine gestaltende Kraft. Diese Kraft will den Menschen gewissermaßen in feiner Weise zur Bildsäule machen. Es ist wirklich so: alles, was wir sehen, will uns eigentlich in einer gewissen feinen Weise zur Bildsäule machen. Dagegen kommt dieser Kraft,

also zum Beispiel hier vom Nierensystem in all dem, was ich hier beschrieben habe, eine andere Kraft entgegen (Pfeile von unten nach oben). Die löst fortwährend auf, was da gestaltet werden will. Denken Sie sich, wie das ist. Wenn ich Ihnen das aufzeichnen will, so müßte ich sagen: Vom Auge aus, da will sich hier ein sehr feines Bild, eine Gestalt bilden. Bis zum physischen Gestaltbilden will das gehen. Es findet immer eine Art solcher Einfluß statt, daß sich Salzsubstanzen, die sonst aufgelöst sind, gewissermaßen zusammenbacken, daß sie also festes Salz werden wollen. Es findet also fortwährend eine Tendenz zum Gestalten statt. Nun, von da unten geht immer eine Tendenz aus, das wiederum aufzulösen. So daß wir fortwährend im menschlichen Organismus von außen nach innen eine Tendenz haben, das, was eine Bildsäule werden soll; und von innen wird es immerfort wiederum aufgelöst.

Dieser Vorgang, der durch die Begegnung des Astralischen mit dem Ätherischen, das auf den Wogen des Flüssigen dem Astralischen entgegenkommt, sich abspielt, der ist für das menschliche Leben von einer immensen Wichtigkeit, er bedeutet eigentlich im Grunde genommen das ganze menschliche Leben. Denn nehmen Sie einmal an, es teilt Ihnen heute abend irgend jemand etwas mit. Das ist auch ein Eindruck. Er kommt auf andere Weise sinnenfällig zustande, als wenn Sie eine rote Fläche sehen, aber es ist auch ein Eindruck. Das, was Ihnen da mitgeteilt wird, das will wiederum in Ihnen Gestalt werden. Kann es Gestalt werden, dann bleibt es Ihnen in der Erinnerung. Und wenn Sie gerade einen Kopf haben, der sehr darauf aus ist, immer gleich alle Eindrücke einzusalzen, dann haben Sie ein wunderbares Gedächtnis. Sie können wie ein Automat immer alles abratschen, was Ihnen irgend jemand mitteilt. Aber so ist es bei den meisten Menschen nicht, denn bei den meisten Menschen ist sehr stark die Tendenz vorhanden, wiederum aufzulösen; was da als Flüssigkeitsstrahlung mit dem ätherischen Leib den plastischen Bildekräften entgegenkommt, das löst immerfort auf. Es ist eigentlich ein warmer Strom, der fortwährend auflöst. Wenn man diese Sache betrachtet, dann ergibt sich etwas außerordentlich Interessantes.

Wenn man zum Beispiel so richtig als Mensch, nicht als ein menschlicher Automat, die Dinge haben will, die man gedächtnismäßig behält, so soll das nicht so sein, daß wenn jemand einem etwas mitteilt, man gleich ein so festes inneres Salzgebilde kriegt, daß man immerzu die Sache abratschen kann. Es gibt solche Menschen, aber man wird dann unselbständig; man selbst ist es dann nicht mehr, der die Dinge erinnert, sondern die Dinge nehmen einen in Anspruch, man wird Automat. Will man ein selbständiger Mensch sein, dann muß folgender Vorgang sich abspielen.

Zunächst ist das, was Ihnen einer sagt und was man liest, im Ich und im astralischen Leibe und will jetzt durch die Gehirnorganisation, durch die Hauptesorganisation zunächst in die Flüssigkeit eindringen und dann sich konsolidieren, eine Art mineralisches Gebilde, ein salzartiges Gebilde hervorrufen. Aber es ist gut, wenn die innere Strömung kommt und das zunächst auslöscht, so daß höchstens der Eindruck in die Flüssigkeit eindringt - da verschwimmt er aber - und es zunächst zu keinem festen Gebilde kommt. Dadurch, daß es zunächst zu keinem festen Gebilde kommt, bleibt die Sache bloß im astralischen Leibe. Jetzt schläft man die nächste Nacht. Da geht es mit dem astralischen Leibe und mit dem Ich heraus. Da verstärkt es sich etwas während des Schlafzustandes (siehe Zeichnung, rechts). Dann kommt es wieder mit dem

Aufwachen herein (links), wird womöglich wieder ausgelöscht; und das geschieht in der Regel drei- bis viermal. Erst nach dem vierten Schlafe ist dann die auslöschende Kraft nicht groß genug mehr, und dann setzt sich das so fest, daß dieses plastische Gebilde, was da drinnen nicht mehr aufgelöst wird, die Grundlage für die Gedächtnisvorstellungen, für die Erinnerungen wird.

Sie werden sagen: Ich erinnere mich aber auch an diejenigen Dinge, die ich gestern gehört habe, wo ich nicht ein paarmal darüber geschlafen habe. - Ganz richtig; aber darauf kommt es zunächst nicht an. Daß Sie sich an die Dinge, die Sie gestern gehört haben, erinnern, das rührt davon her, daß die Sache noch im astralischen Leibe ist, eventuell noch einen Eindruck im Ätherleib macht. Aber man vergißt ja auch nicht gleich nach einem Tag, nicht nach dem zweiten, nach dem dritten Tag. Wenn die Sache wirklich vergessen wird, so ist die innere auflösende Kraft noch nach dem vierten Tag so stark, daß die ganze Sache aufgelöst wird; dann ist sie aufgelöst. Denn wenn bei der Stärke, die da vorhanden ist dadurch, daß das ein viertes Mal hereinkommt, es da noch aufgelöst werden kann, dann vergessen wir unweigerlich die Sache.

Das ist eine sehr interessante Tatsache. Und diese Tatsache, die man beobachten kann auf dem Wege der Imagination, wenn man einfach schaut, wie die Dinge behalten werden, die führt uns auf etwas anderes; die führt uns darauf, zu erkennen, daß der Kopf, das Haupt des Menschen überhaupt ein viel langsamerer Patron ist als der übrige Mensch. Wenn wir von einer Dreigliederung des Menschen gesprochen haben und zunächst den rhythmischen Organismus in der Mitte halten, auf der einen Seite den Nerven-Sinnesorganismus, also den Hauptesorganismus haben, auf der anderen Seite den Gliedmaßen-Stoffwechselorganismus, so können wir sagen: der Hauptesorganismus, der schlägt eigentlich mit seiner ganzen Entwickelung, mit seinem ganzen Sein und Werden ein viel langsameres Tempo ein als der Stoffwechsel-Gliedmaßenorganismus. Und es ist so, daß während dieses Innen-Zusammenballen (links), dieses Gestalten - es ist ja nicht so, aber ich will es beispielsweise sagen - für irgendeinen Eindruck, sagen wir, eine Sekunde brauchte, so gab es von Seiten des Nierensystems aus schon vier Stöße des Auslöschens. Also vier Attacken des Auslöschens gab es schon. (Siehe Zeichnung)

Das zeigt sich daran, daß unser Puls viermal schlägt, während wir einmal atmen. Das Atmungssystem ist dasjenige, das, was vom rhythmischen System aus hinauf nach dem Haupte wirkt und ihm das viermal langsamere Tempo beibringt. Der Puls, also die Blutzirkulation ist dasjenige, was nach dem Stoffwechsel-Gliedmaßensystem vom rhythmischen System aus wirkt, und ihm das viermal schnellere Tempo beibringt. Und in dem, was sich da ausdrückt durch das viermal schnellere Tempo der Blutzirkulation, in dem liegt alles Auflösende. In demjenigen, wie es sich ausdrückt durch das viermal langsamere Tempo des Kopfes, in dem liegt alles Verfestigende, alles das, was den Menschen eigentlich zur Bildsäule machen möchte.

Es ist schon interessant, daß eigentlich diese Begegnung, die ich Ihnen geschildert habe, also, sagen wir, das Heraufschlagen der Stöße des Nierensystems und das Herunterschlagen der Stöße, die von den äußeren Einflüssen kommen, daß diese auch in einem Rhythmus von Atmung und Blutzirkulation stehen, daß eigentlich, während der Eindruck geschieht, viermal auf einen eine Auflösungsattacke gemacht wird. Und davon rührt es auch her, daß wir viermal darüber schlafen müssen, damit sich der Einschlag von außen genügend befestigt."[2]

Lit.:
[1]Rudolf Steiner, Entsprechungen zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos. Der Mensch - eine Hieroglyphe des Weltenalls., GA 201 (1987), S 187 f., Zwölfter Vortrag, Dornach, 8. Mai 1920
[2]Rudolf Steiner, Geistige Zusammenhänge in der Gestaltung des menschlichen Organismus, GA 218 (1992), S 55 ff., Dornach, 20. Oktober 1922

(Literaturangaben folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz Email: verlag@rudolf-steiner.com URL: http://www.rudolf-steiner.com)

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http://www.anthroposophie.net/lexikon/db.php?id=250letzte Änderung: 2002-12-27

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