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Lexikon Anthroposophie

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Reinkarnation
luziferische und ahrimanische Einflüsse auf die Bildung des Kopfes der nächsten Inkarnation

(siehe dazu auch -> Reinkarnation, die Umwandlung der gestaltenden Kräfte der Stoffwechsel-Gliedmaßenorganisation in die des Kopfes der nächsten Inkarnation und -> Gestalt, luziferische und ahrimanische Einflüsse auf die Bildung der menschlichen Gestalt)

Der Kopf verweist eigentlich auf die Vergangenheit, auf die vorige Inkarnation. An seiner Gestaltung ist -> Ahriman wesentlich beteiligt. Ohne ihn würden wir alle ein tierisches Haupt tragen - die Frauen typischerweise einen Löwenkopf, die Männer ein Stierhaupt (so findet man es tatsächlich in manchen Rosenkreuzer-Zeichnungen dargestellt; man vergleiche auch die ägyptischen Götterbildnisse - es sind auch andere als die genannten typischen tierischen Kopfformen denkbar, z.B. ein Lämmerhaupt usw., ganz entsprechend dem Charakter des jeweiligen Menschen). Ahriman verknöchert das Haupt rechtzeitig, sodass es sich nicht bis zur tierischen Gestalt ausformen kann. Was so physisch-sinnlich nicht sichtbar wird, zeigt sich aber sehr wohl in der übersinnlich wahrnehmbaren Gestalt des -> kleinen Hüters der Schwelle.

Der restliche Organismus verweist auf die Zukunft, auf die nächste Inkarnation. Dass sich dieser, namentlich der Extremitätenmensch, überhaupt zum Kopf der nächsten Inkarnation umwandeln kann, verdanken wir -> Luzifer. Sonst würde der Gliedmaßen-mensch in ein rein geistig-seelisches Dämonisches übergehen. Luzifer zieht uns eigentlich wieder ins Sinnliche, in die Sinneswahrnehmung herab und bewirkt dazu die Umwandlung des unteren Menschen in die Sinnesorganisation - und damit überhaupt eine neuerliche irdische Inkarnation.

Nur die mittlere Organisation, der Rumpfmensch, ist weitgehend frei von unmittelbaren ahrimanischen und luziferischen Einflüssen. Hier, in jenem Raum, in den Jahve den lebendigen Odem eingeblasen hat, wirkt der Christus - vorallem in den Kräften der Atmung und der Herztätigkeit. Das ist, jetzt rein organisch betrachtet, die eigentlich christliche Mitte des Menschen.

"Blicken wir jetzt zurück auf etwas, was wir auch schon während des diesmaligen Aufenthaltes erwähnt haben. Wir haben gesagt, daß wir eigentlich den Menschen gliedern müssen in drei Teile, natürlich nicht so bequem, wie es am Skelett ist, das habe ich schon ausgeführt.

Aber ich habe mich ja darüber auch ausgesprochen in den Schlußnotizen zu meinem Buche «Von Seelenrätseln». Wir können den Menschen gliedern in drei Teile: den Hauptesmenschen, den Rumpfmenschen und den Extremitätenmenschen, indem zum Extremitätenmenschen alles dasjenige gehört, was inwärts der Extremitäten gelegen ist also auch alles Sexuelle zum Extremitätenmenschen gehört.

Wenn wir den Menschen so gliedern und jetzt anwenden dasjenige, was wir schon wissen: daß die Kopfbildung, die Kopfform auf Kräfte hinweist der vorigen Inkarnation, der Extremitätenmensch hinweist auf die zukünftige Inkarnation und eigentlich nur der Rumpfmensch der Gegenwart angehört, so werden Sie nach dem, was ich heute ausgeführt habe, es nicht mehr sehr unbegreiflich finden, wenn ich Ihnen sage: Insofern der Mensch sein Haupt trägt, weist dieses Haupt auf die frühere Inkarnation zurück, in die Vergangenheit. Ins Haupt herein wirken Kräfte der Vergangenheit, ahrimanische Kräfte, und dasjenige, was für die ahrimanischen Kräfte im allgemeinen gilt, gilt für das menschliche Haupt im besonderen. Alles, was eigentliche Hauptesbildung im Menschen ist, gehört nicht eigentlich der Gegenwart an, sondern in das Haupt wirken hinein die Kräfte der vorgehenden Inkarnation; und die schöpferischen Mächte bedienen sich der ahrimanischen Mächte, um unser Haupt zu formen, um unserem Haupte die eigentliche Formung zu geben. Würden nicht die schöpferischen Mächte sich der ahrimanischen Geister bedienen, um unser Haupt zu formen, dann würden wir alle - verzeihen Sie, aber es ist so - zwar ein viel weicheres Haupt tragen, aber wir würden alle ein tierisches Haupt tragen: der eine, welcher in seinem Charakter stiermäßig ist, würde ein Stierhaupt, der andere, der in seinem Charakter lammäßig ist, würde ein Lämmerhaupt tragen und so weiter. Von dem Einfluß der ahrimanischen Mächte, deren sich die schöpferischen Gewalten bedienen, um uns zu formen, rührt es her, daß dieses tierische Haupt, das wir sonst tragen würden, nicht wirklich uns aufsitzt, so wie es die Ägypter gezeichnet haben an manchen ihrer Figuren; daß wir nicht so herumgehen wie diese ägyptischen Gestalten, die ihre guten Gründe haben, weil in den ägyptischen Mysterien auch, wenn auch von einem atavistischen Standpunkte aus, solche Dinge gelehrt worden sind, wie sie jetzt wieder gelehrt werden können; daß wir auch nicht so noch herumgehen wie in den Rosenkreuzerbildern etwa, wo jede Frau mit einem Löwenkopf, jeder Mann mit einem Ochsenkopf gemalt wird. So ist ja das Rosenkreuzergemälde des Menschen. Die Rosenkreuzer haben mehr ein Durchschnitts-Tier gewählt und haben daher das, was für die Frauen am meisten ähnlich ist, den Löwenkopf, den Frauen aufgesetzt, und dem Manne, was ihm am meisten ähnlich ist, den Ochsenkopf, den Stierkopf. Sie sehen daher auf rosenkreuzerischen Figuren Mann und Frau nebeneinandergestellt: die Frau mit dem schönsten Löwenkopf, den Mann mit einem Stierkopfe. Dies ist aber durchaus richtig. Daß die Metamorphose - jetzt goethisch gesprochen - sich vollziehen kann, daß unser in seiner Form nach der Tierheit tendierendes Haupt so gestaltet wird, daß es Menschenhaupt ist, rührt von dem Einfluß der ahrimanischen Mächte her. Würden sich nicht die Gottheiten Ahrimans bedienen, um unser knöchernes Haupt zu formen, dann würden wir mit Tierhäuptern herumgehen.

Aber die göttlichen Mächte bedienen sich auch der luziferischen Geister. Würden sie sich dieser luziferischen Geister nicht bedienen, so würde wiederum unser Extremitätenmensch von der jetzigen zu der nächsten Inkarnation sich nicht umwandeln können. Dazu sind die luziferischen Wesenheiten notwendig. Den luziferischen Wesenheiten verdanken wir es wiederum, daß, indem wir sterben, umgewandelt wird nach und nach die Form, die jetzt noch der Extremitätenmensch hat, in die weitere Form, die sie in der nächsten Inkarnation haben soll. Da muß dann in der Mitte des Weges zwischen dem Tod und einer neuen Geburt Ahriman eintreten, um die andere Aufgabe zu übernehmen: um das Haupt wiederum in der entsprechenden Weise umzuformen. Wie wir mit Tierhäuptern herumgehen würden, wenn wir es Ahriman nicht zu verdanken hätten, daß wir einen Menschenkopf bekommen, so würde unsere Extremitätennatur sich nicht ins Menschliche metamorphosieren bis zur nächsten Inkarnation, sondern sie würde ins Dämonische übergehen. Unseren Kopf, wie wir ihn jetzt haben, verlieren wir ja unter allen Umständen durch den Tod, nicht nur als Materie, die sich mit der Erde vereinigt, sondern auch als Form; in die nächste Inkarnation tragen wir ja das, was Kopf wird, vom Extremitätenmenschen hinüber. Aber das würde ein dämonisches Wesen werden, wenn wir es nicht den luziferischen Mächten, die mit uns verbunden sind, zu verdanken hätten, daß die Umgestaltung stattfinden könne vom Dämon, der ein bloß Geistig-Seelisches wäre, in die Menschengestalt der nächsten Inkarnation.

So müssen bei unserem Menschenwerden ahrimanische und luzi-ferische Mächte mitwirken, und es kann das Menschliche nicht begriffen werden, ohne daß das Ahrimanische und das Luziferische zu Hilfe gerufen wird. Der Menschheit kann es gegen die Zukunft hin nicht erspart werden, die Wirksamkeit Ahrimans und Luzifers wirklich zu verstehen. Mit vollem Rechte sagt die Bibel, daß jene Gottheit, von der im Anfange der Bibel die Rede ist, dem Menschen den lebendigen Odem einhauchte. Aber der lebendige Odem wirkt im Rumpf menschen. Insofern wir es also zu tun haben mit den normal wirkenden göttlichen Wesenheiten, haben wir es nur mit dem Rumpfmenschen zu tun. Insofern wir es mit dem Kopfmenschen zu tun haben, haben wir es mit einem Gegner der Jahvemächte zu tun, dadurch auch mit einem Gegner des Christus. Und auch insofern wir es mit dem Extremitätenmenschen zu tun haben, haben wir es mit dem luziferischen Gegner zu tun.

Daher wird man den Menschen nur verstehen, wenn man ihn unter diesen drei Aspekten vorstellt. Sie haben daher in unserer Mittelpunktsgruppe für unseren Bau eben diese Trinität: den Menschheitsrepräsentanten, der aber so ausgebildet ist, daß in ihm vorzugsweise die Kräfte der Atmung, des Rumpfes wirken, die Herztätigkeit und so weiter - das ist die mittlere Figur -, dann diejenige Figur, in der alles Hauptmäßige, Kopfmäßige wirkt: Ahriman; diejenige Figur, in der alles Extremitätenmäßige wirkt: Luzifer.

Man muß das Menschliche in dieser Weise auseinandernehmen, wenn man den Menschen verstehen will, denn im Menschen ist der Mensch als solcher mit Ahriman und Luzifer vereint. Das ist gleichzeitig wohl darauf hinweisend, daß alles, was mehr oder weniger mit dem menschlichen Denken zusammenhängt, welches ja in bezug auf seinen physischen Zusammenhang an den Kopf gebunden ist - das menschliche Denken verfließt auf Grund der Wahrnehmungen als eines Äußerlich-Sinnenfälligen -, daß alles das einen ahrimanischen Charakter hat. Durch die Sinne des Kopfes nehmen wir ja vorzugsweise die Natur wahr, und wir bauen uns ein Naturbild auf mit dem eben vorhin geschilderten ahrimanischen Charakter, weil wir selbst das Ahrimanische in der Bildung, in der Formung unseres Kopfes an uns tragen.

Die Ideale wiederum haben innerlich, psychologisch- daraufkomme ich dann in der nächsten Zeit noch zurück -, sehr viel mit der Liebe zu tun, mit alldem, was dem Extremitätenmenschen angehört. Daher hat zu den Idealen die luziferische Macht den besonderen Zutritt. Durch unser Haupt faßt uns Ahriman, durch unsere Extremitäten faßt uns Luzifer. Durch unser Haupt verführt uns Ahriman dazu, die Natur geistlos vorzustellen; durch unseren Extremitätenmenschen verführt uns Luzifer dazu, die Ideale ohne Naturgewalt vorzustellen.

Das aber ist die Aufgabe des gegenwärtigen Menschen, dadurch, daß er solches überschaut, zu einer richtigen Übersicht zu kommen. Denn sehen Sie: In uns ist eine gewisse Grenzscheide, gerade in unserem Brustmenschen, in unserem Rumpfmenschen, wodurch die Gewalten des Hauptes, welche ahrimanische Gewalten sind, abgetrennt werden von den luziferischen Gewalten, die dem Extremitätenmenschen angehören. Würden wir, indem wir mystisch in uns hineinschauen, uns ganz durchschauen können, dann würden wir zwar durch das Haupt die Naturordnung begreifen, aber wir würden auch durch die Naturordnung in uns selbst hineinschauen. Und würden in uns die luziferischen Mächte entscheiden, dann würden die luziferischen Mächte uns auch über die ahrimanischen Mächte aufklären, und wir würden auf diese Weise zu einer Verbindung zwischen Naturordnung und Geistordnung kommen. Aber das können wir aus einem gewissen Grunde nicht, und zwar aus dem Grunde, weil wir ein Gedächtnis haben. Dasjenige, was wir aus der Natur aufnehmen an Vorstellungen und Begriffen, an Eindrücken, das speichern wir in unserem Gedächtnisse auf. Und wenn das da hier (siehe Zeichnung) -schematisch nur gezeichnet - der Hauptesmensch, das der Brust- und Rumpfmensch, das der Extremitätenmensch ist, so ist im Rumpfmenschen die Scheidewand, die dazu führt, daß dasjenige, was wir

durch das Haupt aufnehmen an Naturordnung, uns wiederum als Gedächtnisstoff zurückkommt. Dadurch sehen wir nicht bis zum Luziferischen hinunter, und dadurch bemerken wir das Ahrimanische nicht, wie wir das nicht sehen, was hinter einem Spiegel ist, sondern dasjenige, was sich spiegelt. Hier spiegelt sich die Naturordnung in dem, was zu gleicher Zeit unser Ahrimanisches von unserem Luziferischen abtrennt, und was die Grundlage ist für das sich bildende Gedächtnis, für die sich bildende Erinnerungskraft. Wenn wir uns nicht an die erlebten Dinge erinnern könnten, wenn diese Scheidewand nicht da wäre, wenn wir uns, in uns blickend, durchschauen würden, so würden wir bis zum Luziferischen hinunterblicken in uns. Dann würden wir auch das Ahrimanische wahrnehmen.

Aber jetzt bedenken Sie: Dasjenige gerade, was uns durch diesen Spiegel erscheint, das ist ja dasjenige, was wir im Lebenslauf durchleben, das ist, worauf wir nach dem Tode zurückblicken, das ist, was aus einem flüssigen Ich zu einem festen Ich wird. Darauf blicken wir zurück. Das ist dasjenige, womit wir leben. Und Ahriman und Luzifer wirken mit uns, wirken mit uns so, daß Ahriman uns dahin bringt, ein Menschenhaupt zu tragen, Luzifer uns dahin bringt, nicht zum Dämon zu werden, sondern die Möglichkeit zu haben, zu einer nächsten Inkarnation zu kommen."[1]

Lit.:
[1]Rudolf Steiner, Die Wissenschaft vom Werden des Menschen, GA 183 (1990), S 174 ff., Neunter Vortrag, Dornach, 2. September 1918

(Literaturangaben folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz Email: verlag@rudolf-steiner.com URL: http://www.rudolf-steiner.com)

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http://www.anthroposophie.net/lexikon/db.php?id=251letzte Änderung: 2002-12-10

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