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Lexikon Anthroposophie

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Mensch
in der lemurischen Zeit; Lemurier

Zu beachten ist, dass Rudolf Steiner in nachstehend zitiertem Vortrag für den Zusammenhang der niederen mit den höheren geistigen Wesensgliedern noch jene Terminologie benützt, wie sie damals in der Theosophischen Gesellschaft gebräuchlich war. Später stellte Rudolf Steiner diesen Zusammenhang so dar: Manas ist der vergeistigte Astralleib, Buddhi der verwandelte Ätherleib und Atma der ins geistige erhöhte physische Leib.

"Noch weiter zurückgehend, kommen wir in die lemurische Zeit. Da zeigt sich uns eine Stufe der Menschheitsentwickelung, auf der eigentlich erst der Zusammenschluß des mütterlichen und väterlichen Prinzips stattfindet. Dieser Ätherkopf hat natürlich seine Auszweigungen im Astralleib, in dem was als Ausstrahlung den Menschen umgibt... (Lücke im Text.) Wenn man es zuwege gebracht hätte, den Kopf mit dem Astralleib aus einem solchen Menschen herauszuheben, dann wäre etwas Besonderes geschehen. Der Mensch würde dadurch die Möglichkeit verloren haben, sich aufrechtzuhalten, er würde zusammengeklappt sein. Gerade der umgekehrte Prozeß wurde damals mit dem Menschen vorgenommen, und dadurch richtete er sich allmählich auf.

In der lemurischen Zeit aber stand der Mensch noch auf einer Stufe, wo er das noch nicht besaß, wovon wir annahmen, daß man es aus ihm herausziehen könnte. Er hatte in einer früheren Periode noch nicht diesen Ätherkopf mit dem Astralleib. Die waren damals noch nicht da. Der irdisch herumwandernde Mensch war damals wirklich ein zusammengeklapptes Wesen. Die beiden Arbeitsorgane, die Hände, waren damals nach rückwärts geschlagen und bildeten auch Bewegungsorgane, so daß damals der Mensch auf vier Beinen ging. Man denke sich zwei Menschen von heute, Mann und Frau ineinander verschlungen, denke sich die obere Körperhälfte weg und nur die untere Körperhälfte da: der Mensch war tatsächlich männlichweiblich. Der Mensch hat damals auch einen Astral- und einen Ätherleib gehabt, aber noch nicht den, den er später hatte. Das war ein anderer Astralleib, nämlich ein solcher, der zu seiner höchsten Vollkommenheit auf dem Monde gekommen war. Der Astralleib hatte da auf dem Monde im Zusammenhang mit dem Ätherkörper die Fähigkeit bekommen, einen physischen Körper auszubilden, der damals eine krabbenartige Gestalt hatte. Der Mensch konnte stehen auf dem einen Paar Beine und wirklich sprunghafte Bewegungen ausführen.

Dieser Astralleib mit dem Ätherleib war damals ganz andersgeartet. Er hatte eine Form, die nicht ganz eiförmig, sondern mehr glockenförmig war. Er wölbte sich über dem Menschen, der auf allen vieren ging. Der Ätherleib versorgte alle Lebensfunktionen dieses lemurischen Menschen. Der Mensch hatte damals im Astralleib ein dumpfes, dämmerhaftes Bewußtsein, wie wenn wir heute träumen. Aber nicht so wie die Reminiszenzen in unserem heutigen Träumen war sein Bewußtsein, sondern er träumte von Wirklichkeiten. Wenn sich ihm ein anderer, unsympathischer Mensch näherte, so stieg in ihm eine Lichtempfindung auf, die das Unsympathische andeutete.

Schon auf dem Monde hatte der Mensch ein wenig die Fähigkeit gehabt, die beiden vorderen Gliedmaßen als Greiforgane zu benutzen, so daß jetzt eine Zeit des Aufrichtens kam. Die anderen lebenden Kameraden der Menschen waren zur lemurischen Zeit reptilienartige Tiere von grotesken Formen, die keine Spuren zurückgelassen haben. Ichthyosaurier und so weiter sind Abkömmlinge von jenen Tieren. Tatsächlich war damals die Erde mit Wesen bevölkert, die einen reptilienartigen Charakter hatten; auch die Menschenleiber hatten damals einen reptilienartigen Charakter. Indem sich nun das damals reptilienartige menschliche Wesen aufrichtete, wurde eine nach vorn ganz offene Kopf bildung sichtbar, aus der eine feurige Wolke hervorquoll. Das hat Veranlassung gegeben zu der Erzählung vom Lindwurm, von dem Drachen. Das ist die groteske Bildung, die damals der Mensch selbst war, ein reptilienartiges Gebilde. Der Hüter der Schwelle, die niedere Natur des Menschen, erscheint gewöhnlich auch in einer derartigen Gestalt. Es ist die niedere Natur mit der offenen Kopfbildung. Dazumal trat nun die Ehe ein zwischen diesen Bildungen auf der Erde und dem vorher beschriebenen anderen Wesen. Der Astralleib mit der Kopfform verband sich mit dem lindwurmartigen Körper mit der feurigen Öffnung. Es war die Befruchtung der mütterlichen Erde mit dem väterlichen Geist.

So ging die Befruchtung mit den manasischen Kräften vor sich. Der niedere Astralkörper verschmolz mit dem höheren Astralleib. Ein großes Stück jenes damaligen Astralkörpers fiel ab. Ein Teil bildete die unteren Partien des menschlichen Astralkörpers, und der andere, neu hinzugetretene Astralkörper im Zusammenhang mit dem Kopf, verband sich mit den oberen Partien des Menschen. Was damals abgeschält wurde, heraustrat aus diesem Astralkörper, der mit dem Lindwurmgebilde verbunden war, das konnte auf der Erde keine Weiterentwickelung mehr haben. Das bildete als Konglomerat die Astralsphäre des Mondes, die sogenannte achte Sphäre. Der Mond beherbergt tatsächlich astrale Wesenheiten, die dadurch entstanden sind, daß der Mensch etwas abgeworfen hat.

Dieses Zusammengehen des väterlichen Geistes mit der mütterlichen Materie wurde in Ägypten als das Zusammengehen von Osiris und Isis beschrieben. Was da entstand, war Horus. Die Verschmelzung des Wurmgebildes mit dem Ätherkopf, mit dem Astralleibe des Menschen, der neu hinzukam, und der Kopfform, führte zu der Konzeption von dem Sphinxgebilde. Die Sphinx ist die Wiedergabe dieses Gedankens in der Plastik.

Es gab sieben Arten oder Klassen solcher Gebilde, die alle etwas voneinander verschieden waren, von den schönsten, fast zu einer hohen edlen Form ausgebildeten Menschenformen bis hinab zu den allergroteskesten Formen. Diese sieben Arten von Menschengebilden mußten alle befruchtet werden. Man muß sich das Herabsteigen der «Söhne des Manas» in dieser bildlichen Weise vorstellen. Nur dann kann man verstehen, wie der Astralleib des Menschen entstanden ist. Er ist aus zwei verschiedenen Gliedern zusammengesetzt.

Wenn man die menschliche Entwickelung betrachtet, wird man finden, daß fortwährend der eine Teil des Astralleibes bestrebt ist, die andere Hälfte, die niedere Natur, zu überwinden und umgekehrt. Wenn der Mensch heute aus Astralleib, Ätherleib und physischem Leib besteht, so ist eigentlich nur der physische Leib ein Produkt, welches, so wie es ist, fertig ist. Die anderen zwei Leiber sind in einem fortwährenden Kampfe begriffen. Auch bei dem Ätherleibe sind zwei Teile, die ineinander aufzugehen suchen.

Wenn der Mensch nun stirbt, übergibt er den ganzen physischen Leib den Kräften der Erde, der Ätherkörper des Menschen aber spaltet sich zunächst in zwei Glieder. Das eine Glied ist das, welches herstammt von der oberen Bildung und das nimmt der Mensch mit. Dagegen fällt der ganze übrige Ätherkörper ab, denn darüber kann der Mensch keine Herrschaft ausüben; das ist ihm zugefallen von außen. Darüber kann er erst eine Herrschaft ausüben, wenn er Geheimschüler geworden ist. Dieser Ätherkörperteil wird also beim gewöhnlichen Menschen den ätherischen Kräften des Weltenraumes übergeben.

Was dem Menschen anhängt von jenem Astralkörper, den er vom Monde mitbekommen hat, das zwingt ihn, eine Zeitlang im Kamaloka zu verbringen, bis er sich für das einzelne Leben von diesem Teile des Astralkörpers befreit hat. Dann hat er noch den Teil des Astralkörpers, der den Ausgleich schon gefunden hat; mit diesem macht er den Weg durch Devachan und zurück zum physischen Leben. Deswegen sieht man im Astralraume glockenartige Gebilde herumrasen mit einer riesenhaften Geschwindigkeit. Das sind die sich wieder inkarnieren wollenden Menschenseelen. Wenn hier bei uns eine solche Menschenglocke durch den Astralraum zuckt und ein menschlicher Embryo in Südamerika zu ihr in karmischer Verwandtschaft steht, so muß diese Menschenglocke auch schon direkt dort sein. So rasen durch den Astralraum diese wiederkehrenden Seelen. Diese Glockengebilde erinnern eben noch an jene in der lemurischen Zeit erscheinenden Gebilde, nur daß sie schon ihren Ausgleich gefunden haben mit dem höheren Astralleibe.

Wir wissen, daß der Mensch sich dadurch entwickelt, daß er vom Ich aus die drei anderen Körper bearbeitet. Nichts anderes ist das Ich, als was damals befruchtend gewirkt hat: der obere Aurenteil mit dem Ätherkopfe. Die Glieder, die der Mensch ausgebildet hat, sind der physische Leib, der Ätherleib, der Astralleib.

Oberer Ätherkörper oder Mentalleib
Astralkörper als Buddhi
Astralkörper
Unterer Ätherkörper
Physischer Körper.

Der physische Körper ist entstanden durch eine Umbildung und Veredelung jenes lindwurmartigen Körpers, den wir in der lemurischen Zeit antreffen. Er war männlich-weiblich. In dem jetzigen Menschen ist auch ein männlich-weiblicher Mensch. Bei dem Manne ist die Grundlage der oberen Glieder weiblich, beim Weibe ist die Grundlage des oberen Ätherkörpers von männlicher Bildung. Tatsächlich ist auch der Mensch der physischen Natur nach männlichweiblich.

Der Ätherkörper besteht aus zwei Gliedern: aus dem Teile der menschlichen Natur, der damals vom Monde herübergekommen ist, und seinem Gegenpol. Sie waren zuerst noch nicht miteinander verbunden, nachher näherten sie sich einander und verbanden sich. Das eine ist der Pol des Tierischen, das andere der Pol des Geistigen. Den Pol des Tierischen nennt man Ätherkörper, den Pol des Geistigen nennt man Mentalkörper. Der Mentalkörper ist materiell Äther.

Dazwischen ist der Astralkörper, der auch aus einer Verbindung von zweien entstanden ist. Er ist im Grunde auch ein doppeltes Gebilde. Man hat in ihm zu unterscheiden eine niedere und eine höhere Natur. Die höhere Natur ist ursprünglich mit dem Mentalkörper verbunden. Dies nun, was vom Astralkörper im Mentalkörper sitzt, was also von oben hereingekommen ist, das ist der andere Pol des unteren Astralkörpers. Eine Eigenschaft des unteren Astralkörpers ist, daß er Begierden hat. Der obere Teil hat statt dessen Hingabe, Liebe, die schenkende Tugend. Diesen Teil des Astralkörpers nennt man Buddhi. Diese Beschreibung des Menschen ist so gesehen in der kosmischen Beleuchtung. Wenn der Mensch selber in seine Hüllen hineinarbeitet, ist es anders. Das eine stellt dar, wie der Mensch kosmisch aufgebaut ist, das andere, wie er selbst hineinarbeitet.

So ist also Buddhi das veredelte Astrale, das Mentale das veredelte Ätherische, und das Physische hat seinen Gegenpol im Atma."[1]

Lit.:
[1]Rudolf Steiner, Grundelemente der Esoterik, GA 93a (1976); S 139 ff., Berlin, 16. Oktober 1905

(Literaturangaben folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz Email: verlag@rudolf-steiner.com URL: http://www.rudolf-steiner.com)

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http://www.anthroposophie.net/lexikon/db.php?id=267letzte Änderung: 2003-05-11

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