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Lexikon Anthroposophie

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Heiliger Geist
der wiedererstandene, durch die menschliche Christuserkenntnis erlöste Luzifer

"Was hat denn der Mensch verloren, indem er heruntergestiegen ist aus der geistigen Welt, daß er sich verstrickte unter dem Einfluß Luzifers in die Begierden und Leidenschaften und dann durch den Einfluß Ahrimans in Irrtum, Illusion und Lüge in bezug auf die irdische Welt? Er hat den unmittelbaren Einblick in die geistige Welt verloren, das Verständnis der geistigen Welt hat der Mensch verloren.

Was soll also der Mensch wiedergewinnen? Wiedergewinnen soll der Mensch das volle Verständnis für die geistige Welt. Und die Tat des Christus kann von dem Menschen als einem selbstbewußten Wesen erst dadurch ergriffen werden, daß der Mensch zum vollen Verständnis der Bedeutung des Christus kommt. Gewiß, die Christus-Kraft ist da. Die Christus-Kraft hat der Mensch nicht auf die Erde gebracht. Die Christus-Kraft ist eben auf die Erde durch den Christus gekommen. Durch den Christus ist die Möglichkeit des Karma in die Menschheit hineingekommen. Aber nun soll der Mensch als ein selbstbewußtes Wesen das Wesen des Christus und den Zusammenhang des Christus mit der ganzen Welt erkennen. Nur dadurch kann der Mensch wirklich als ein Ich wirken. Was tut denn der Mensch, wenn er jetzt, nachdem der Christus da war, nicht nur die Kraft des Christus unbewußt auf sich wirken läßt, nicht sozusagen nur sagt: Ich bin schon zufrieden, daß der Christus da war, er wird mich schon erlösen und dafür sorgen, daß ich vorwärtskomme! - sondern wenn der Mensch sich sagt: Ich will erkennen, was der Christus ist, wie er herunterstieg, ich will durch meinen Geist Anteil haben an der Tat des Christus! - was tut der Mensch dadurch?

Erinnern Sie sich, daß dadurch, daß die luziferischen Geister sich einschlichen in den menschlichen Astralleib, der Mensch heruntergestiegen ist in die sinnliche Welt, daß er dadurch allerdings dem Bösen hat verfallen können, aber auch die Möglichkeit der selbstbewußten Freiheit errungen hat. Luzifer ist im Wesen des Menschen, hat den Menschen heruntergeholt sozusagen auf die Erde, ihn verstrickt in das irdische Dasein, indem er zuerst die Leidenschaften und Begierden, die im astralischen Leib waren, in die Erde geführt hat, so daß dann auch Ahriman angreifen konnte im ätherischen Leib, in der Verstandesseele. Nun ist der Christus erschienen und damit diejenige Kraft, die den Menschen auch wiederum hinauftragen kann in die geistige Welt. Aber jetzt kann der Mensch, wenn er will, den Christus erkennen! Jetzt kann sich der Mensch alle Weisheit sammeln, um den Christus zu erkennen. Was tut er dadurch? Etwas Ungeheures! Wenn der Mensch den Christus erkennt, wenn er sich wirklich einläßt auf die Weisheit, um zu durchschauen, was der Christus ist, dann erlöst er sich und die luziferischen Wesenheiten durch die Christus-Erkenntnis. Würde der Mensch sich bloß sagen: Ich bin zufrieden damit, daß der Christus da war, ich lasse mich erlösen unbewußt! - dann würde der Mensch niemals zur Erlösung der luziferischen Wesenheiten etwas beitragen. Diese luziferischen Wesenheiten, die dem Menschen die Freiheit gebracht haben, geben ihm auch die Möglichkeit, diese Freiheit jetzt in einer freien Weise zu benutzen, um den Christus zu durchschauen. Dann werden in dem Feuer des Christentums geläutert und gereinigt die luziferischen Geister, und es wird das, was durch die luziferischen Geister an der Erde gesündigt worden ist, aus einer Sünde in eine Wohltat umgewandelt werden. Die Freiheit ist errungen, aber sie wird als eine Wohltat mit hineingenommen werden in die geistige Sphäre. Daß der Mensch das kann, daß er imstande ist, den Christus zu erkennen, daß Luzifer in einer neuen Gestalt aufersteht und sich als der Heilige Geist mit dem Christus vereinigen kann, das hat der Christus selbst noch als eine Prophezeiung denen gesagt, die um ihn waren, als er sagte: Ihr könnt erleuchtet werden mit dem neuen Geist, mit dem Heiligen Geist! - Dieser Heilige Geist ist kein anderer als der, durch den auch begriffen wird, was der Christus eigentlich getan hat. Christus wollte nicht bloß wirken, er wollte auch begriffen, er wollte auch verstanden sein. Deshalb gehört es zum Christentum, daß der Geist, der die Menschen inspiriert, der Heilige Geist, zu den Menschen gesandt wird.

Pfingsten gehört im geistigen Sinne zu Ostern und ist nicht zu trennen von Ostern. Dieser Heilige Geist ist kein anderer als der wiedererstandene und jetzt in reinerer, höherer Glorie erstandene luziferische Geist, der Geist der selbständigen, der weisheitsvollen Erkenntnis. Diesen Geist hat Christus selber noch für die Menschen prophezeit, daß er erscheine nach ihm, und in seinem Sinne muß fortgewirkt werden. Und was wirkt in seinem Sinne fort? Wenn sie verstanden wird, wirkt in seinem Sinne fort die geisteswissenschaftliche Weltenströmung! Was ist die geisteswissenschaftliche Weltenströmung? Sie ist die Weisheit des Geistes, diejenige Weisheit, die das, was sonst unbewußt bleiben würde im Christentum, zum vollen Bewußtsein heraufhebt.

Dem Christus trägt voran die Fackel der wiedererstandene Luzifer, der jetzt zum Guten umgewandelte Luzifer. Den Christus selber trägt er. Er ist der Träger des Lichtes, der Christus ist das Licht. Luzifer ist, wie das Wort heißt, der Träger des Lichtes. Das aber soll die geisteswissenschaftliche Bewegung sein, das ist unter ihr zu verstehen. Und diejenigen, welche begriffen haben, daß der Fortschritt der Menschheit abhängt von dem Begreifen des großen Ereignisses von Golgatha, das sind die, welche als die Meister der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen vereinigt sind in der großen führenden Loge der Menschheit. Und wie einstmals als in einem lebendigen Welten-Symbole die feurigen Zungen herniederschwebten auf die Gemeinde, so waltet das, was der Christus selber als den Heiligen Geist gesandt hat, als das Licht über der Loge der Zwölf. Der Dreizehnte ist der Führer der Loge der Zwölf. Der Heilige Geist ist der große Lehrer derjenigen, die wir die Meister der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen nennen. Sie also sind diejenigen, durch die seine Stimme und seine Weistümer in diesem oder jenem Strom auf die Erde zur Menschheit herniederfließen. Was zusammengetragen wird an Weistümern durch die geisteswissenschaftliche Bewegung, um die Welt und die Geister darinnen zu verstehen, das fließt durch den Heiligen Geist in die Loge der Zwölf, und das ist zuletzt das, was die Menschheit zum selbstbewußten freien Verständnis des Christus und des Ereignisses von Golgatha nach und nach bringen wird. So heißt Geisteswissenschaft treiben, verstehen, daß der Christus den Geist in die Welt gesandt hat, so daß es im wahren Christentum liegt, Geisteswissenschaft zu betreiben. Das wird immer mehr und mehr den Menschen klar werden. Dann werden sie einsehen, daß sie in der Geisteswissenschaft etwas haben, was ein positives Lebensgut ist. Die Menschen haben das an der Geisteswissenschaft, daß ihnen Christus nach und nach bewußt wird als der Geist, der die Welt durchleuchtet. Und als Folge wird eintreten, daß die Menschen hier auf diesem Erdenrund, in der physischen Welt in moralischer Beziehung, in Beziehung auf den Willen, in intellektueller Beziehung fortschreiten. Die Welt wird durch das physische Leben hindurch immer vergeistigter und vergeistigter werden. Die Menschen werden besser und stärker und weiser werden und sie werden tiefer und immer tiefer hineinschauen und hinein wollen in die tiefen Untergründe und Quellen des Daseins. Sie werden mitnehmen die Früchte, die sie hier in diesem sinnlichen Leben sich erobern, in das übersinnliche Leben und sie immer wieder zurückbringen aus dem übersinnlichen Leben bei einer neuen Verkörperung.

So wird die Erde immer mehr und mehr der Ausdruck ihres Geistes, des Christus-Geistes werden. So wird Geisteswissenschaft nach und nach verstanden werden aus den Grundlagen der Welt heraus. Man wird verstehen, daß sie eine positive reale Macht ist."[1]

Lit.:
[1]Rudolf Steiner, Geisteswissenschaftliche Menschenkunde, GA 107 (1988), S 253 ff., Sechzehnter Vortrag, Berlin, 22. März 1909

(Literaturangaben folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz Email: verlag@rudolf-steiner.com URL: http://www.rudolf-steiner.com)

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http://www.anthroposophie.net/lexikon/db.php?id=268letzte Änderung: 2003-05-14

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