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Lexikon Anthroposophie

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Kamaloka
Fegefeuer, Läuterungsfeuer

Wörtlich der Ort der Begierde (sanskr. kama = Begierde und loka = Ort), in der christlichen Terminologie als Fegefeuer bezeichnet. Kamaloka umfasst die 4 niederen Partien der Seelenwelt (Astralwelt), in denen der Mensch nach dem Tod jene Begierden ablegen muss, die nur mittels des mit dem Tode abgelegten physischen Leibes befriedigt werden könnten und die ihn noch an das vergangene Erdenleben fesseln. Im Kamaloka begegnet der Mensch den geistig-kosmischen Kräften der Mondensphäre (siehe auch -> Leben nach dem Tod).

"Am leichtesten erhält man von dem Zustande, in dem die Seele in der nächsten Zeit nach dem Tode lebt, eine Vorstellung durch folgende Überlegung. Man nehme ein ziemlich krasses Beispiel dazu: die Genüsse eines Feinschmeckers. Er hat seine Lust am Gaumenkitzel durch die Speisen. Der Genuß ist natürlich nichts Körperliches, sondern etwas Seelisches. In der Seele lebt die Lust und auch die Begierde nach der Lust. Zur Befriedigung der Begierde ist aber das entsprechende körperliche Organ, der Gaumen und so weiter, notwendig. Nach dem Tode hat nun die Seele eine solche Begierde nicht sogleich verloren, wohl aber hat sie das körperliche Organ nicht mehr, welches das Mittel ist, die Begierde zu befriedigen. Es ist nun –zwar aus einem anderen Grunde, der aber ähnlich, nur weit stärker wirkt – für den Menschen so, wie wenn er in einer Gegend, in der weit und breit kein Wasser ist, brennenden Durst litte. So leidet die Seele brennend an der Entbehrung der Lust, weil sie das körperliche Organ abgelegt hat, durch das sie die Lust haben kann. So ist es mit allem, wonach die Seele verlangt und das nur durch die körperlichen Organe befriedigt werden kann. Es dauert dieser Zustand (brennender Entbehrung) so lange, bis die Seele gelernt hat, nicht mehr nach solchem zu begehren, was nur durch den Körper befriedigt werden kann. Und die Zeit, welche in diesem Zustande verbracht wird, kann man den Ort der Begierden nennen, obgleich man es natürlich nicht mit einem «Orte» zu tun hat."[1]

"Also darauf kommt es nicht an bei der Prüfung unserer Kamalokazeit, ob unsere Wünsche, Begierden, Leidenschaften und so weiter im Oberwusstsein, im Ich-Bewusstsein sind, sondern ob sie auch im astralischen, im Unterbewusstsein sind. Beide wirken in gleicher Weise nach dem Tode, und die Wünsche und Begierden, die wir verhüllt haben hier im Leben, die wirken eigentlich noch intensiver nach dem Tode."[2]

[1]Rudolf Steiner, Theosophie - Einführung in übersinnliche Welterkenntnis und Menschenbestimmung, GA 9 (1904) im Kapitel Die Seele in der Seelenwelt nach dem Tode)
[2]Rudolf Steiner, Okkulte Untersuchungen über das Leben zwischen Tod und neuer Geburt, GA 140 (1961), S 113

(Literaturangaben folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz Email: verlag@rudolf-steiner.com URL: http://www.rudolf-steiner.com)

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http://www.anthroposophie.net/lexikon/db.php?id=37letzte Änderung: 2002-10-14

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