Forum für Anthroposophie, Waldorfpädagogik und Goetheanistische Naturwissenschaft
Home Home


Home
Suchen
Vorträge
Rudolf Steiner

Veranstaltungen

Service-Seiten

Adressen
Ausbildung


Bücher
Bibliothek
Links

Link hinzufügen
Stellenangebote

FTP Download

Impressum

Email
http://www.anthroposophie.net     http://anthroposophie.net.tc      http://anthroposophy.de.vu     http://go.to/anthroposophie

Lexikon Anthroposophie

[zurück zur Liste]

Feuerluft
Feuernebel, «Ruach»

"Die planetarischen Bildungen (-> Planetarische Weltentwicklungsstufen) sind immer dichter und dichter geworden. Der alte Saturn hatte in seinem dichtesten Zustande nur den Zustand des Wärmestoffes. Der Sonnenzustand hatte als dichtesten Zustand dasselbe, was wir heute in den Gasen, der Luft sehen. Allerdings müssen Sie sich diese Substanzen etwas dichter vorstellen, als der heutige Wärmestoff und die Gase sind. Und auf der Mondenstufe haben sich die gasigen Substanzen der Sonne so verdichtet, daß sie diese breiartige, dichtwässerige, quellende Masse ergaben, aus der alle diese Wesen, auch die höchsten, die Tiermenschen auf dem Monde, bestanden. Wenn Sie sich das Weiße eines Hühnereies etwas dichter denken, so haben Sie ungefähr diese Substanz, und in diese Substanz des Menschen wurde das Nervensystem eingegliedert.

Umgeben war dieser Mond von einer Art Atmosphäre, die ganz anders gestaltet war als die Erdenatmosphäre. Den Charakter dieser Substanz erkennen wir, wenn wir an eine Stelle in Goethes «Faust» denken: es ist da, wo Mephistopheles mit Faust auf dem Mantel sich in die Höhe heben will. Da will er Feuerluft machen; das würde Luft sein, in der wässerige Substanzen nebelhaft aufgelöst sind. Diese von wässerigen Substanzen durchzogene Luft — man nennt sie Feuerluft, auch Feuernebel — atmeten die Wesen auf dem Monde. Sie hatten keine Lunge, auch die höchsten Wesen, sie atmeten durch eine Art von Kiemen wie heute die Fische.

Diese Feuerluft, in der hebräischen Tradition «Ruach» genannt, kann tatsächlich in einer gewissen Weise dargestellt werden. Diese Ruach ist den heutigen Menschen verlorengegangen, die alten Alchemisten aber konnten die Bedingungen dafür herstellen; sie konnten dadurch Elementarwesen zu ihren Dienern machen. Dieser Feuernebel war also in den alchemistischen Zeiten etwas durchaus Bekanntes, und je weiter wir zurückgehen, desto mehr hatten die Menschen die Möglichkeit, ihn herzustellen. Diesen Feuernebel atmeten unsere Vorfahren auf dem Monde. Er hat sich weiterentwickelt und hat sich differenziert in die heutige Luft und in das, was sonst auf der Erde unter der Einwirkung des Feuers entstanden ist.

Die rauchartige, dampfartige Mondenatmosphäre, die einen gewissen Hitzegrad hatte, war durchzogen, zu gewissen Zeiten mehr, zu gewissen Zeiten weniger, von Strömungen, die sozusagen wie Stränge von der Luft herunterhingen, sich in die Menschenkörper hineinsenkten und sie durchdrangen. Ganz ähnlich hing der Menschenleib auf dem Monde an einer Art von Strang, der sich hinausdehnte in die Atmosphäre, wie heute das Kind im mütterlichen Leibe an der Nabelschnur hängt. Es war wie ein kosmischer Nabelstrang; und aus dieser Feuerluft kamen Stoffe in die Leiber, die sich vergleichen lassen mit dem, was heute der Mensch selbst erzeugt, mit dem Blut. Das Ich war aber außerhalb des Menschen und sandte durch diese Stränge etwas, was blutähnlich war, in die Körper, und diese Substanz strömte in sie aus und ein. Die Wesen berührten niemals die Mondenoberfläche; sie umschwebten, sie umkreisten dieselbe, wie wenn sie schwebend flössen. So wie die heutigen Wassertiere im Wasser sich bewegen, so bewegten sich diese Mondenmenschentiere. Es war die Arbeit der Engel, der Geister des Zwielichts, daß sie diese Blutsäfte einfließen ließen in die Menschen."[1]

Bedeutsam war die Feuerluft schon für die Konstitution der alten Sonne:

"Wir wollen aber heute noch mit den neu gewonnenen Erkenntnissen den Übergang vom alten Saturn zur alten Sonne einmal in Betracht ziehen. Ich habe Ihnen ja die wesentlichen Vorgänge bereits gestern beschrieben. Was da geschieht, wenn der alte Saturn Sonne wird, ist, daß das Urfeuer nun übergeht in den Gas- oder Luftzustand, so daß also die alte Sonne aus dem besteht, was man nennt den Rest des gebliebenen Urfeuers. Hineingemischt und untermischt ist dieses Urfeuer jetzt mit dem, was sich verdichtet hat zu Gas oder Rauch. Also zwei Substanzen sind da vorhanden: Urfeuer und ein Teil des Urfeuers, verdichtet zu Gas oder Rauch oder Luft — wie Sie es nennen wollen. Das gilt im wesentlichen für die alte Sonne. Wir werden schon sehen, daß es anders geworden ist bei unserer Sonne; die hat sich bis heute durch Zwischenzustände zu etwas anderem entwickelt, obwohl es Leute gibt, die da behaupten, daß das Innere unserer Sonne heute auch bloß eine Art von Gas sei...

Also wir sprechen nicht von unserer heutigen Sonne, sondern von jener alten Sonne, die wirklich besteht aus dem Urfeuer und aus dem, was man nennt Feuernebel oder Feuerluft. Sie finden im «Faust» den Ausdruck, weil Goethe ihn sehr gut kannte, und in der theosophischen Literatur finden Sie den Ausdruck Feuernebel durchaus vertreten. Also aus einem Gemisch dieser beiden Substanzen müssen wir uns diese alte Sonne denken. Das ist aber nicht von selbst gekommen. Es verdichten sich Weltenkörper nicht von selbst; es müssen geistige Wesenheiten diese Verdichtung bewirken. Welche geistigen Wesenheiten sind es nun, die die Verdichtung der Substanz vom alten Saturn zur Sonne herüber bewirken? Das sind die Wesenheiten, welche wir Herrschaften genannt haben. Diese Herrschaften sind es, die nunmehr von außen hereindrücken und die ursprünglich gewaltige Saturnmasse zusammendrängen, so daß sie kleiner wird. Und so lange haben die Herrschaften gedrückt, daß nun diese alte Sonne geworden ist von der Größe einer Weltenkugel, deren Masse Sie sich, wenn Sie die Sonne in den Mittelpunkt setzen, bis zum Jupiter denken müssen. Also der Saturn war so groß wie eine Weltenkugel, die die Sonne zum Mittelpunkt hat und bis zum heutigen Saturn reicht — eine gewaltige Kugel, so groß wie unser ganzes Sonnensystem, bis zum Saturn. Die Sonne, von der wir jetzt sprechen, war eine Weltenkugel, die sich ausdehnte bis zum heutigen Jupiter. Dieser ist die Grenzmarke für die Ausdehnung jener alten Sonne. Sie tun überhaupt gut, in diesen Planeten draußen sich Grenzmarken für die Ausdehnung der alten Weltenkörper vorzustellen."[2]

In der biblischen Schöpfungsgeschichte bezeichnet Ruach Elohim den Geist Gottes bzw. den Geist der Götter, da ja die Siebenzahl der Elohim gemeint ist. So etwa in Genesis 1,2 nach der Übertragung Rudolf Steiners:

«Und der Geist der Elohim brütete über den Wassern.»[3]

(siehe auch -> Akasha, Akashastoff)

Lit.:
[1]Rudolf Steiner, Die Theosophie des Rosenkreuzers, GA 99 (1985), Zehnter Vortrag, München, 3. Juni 1907
[2]Rudolf Steiner, Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt, GA 110 (1981), Fünfter Vortrag, Düsseldorf, 14. April 1909, abends
[3]Rudolf Steiner, Die Geheimnisse der biblischen Schöpfungsgeschichte, GA 122 (1961), Dritter Vortrag, München, 18. August 1910

(Literaturangaben folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz Email: verlag@rudolf-steiner.com URL: http://www.rudolf-steiner.com)

Link: http://www.anthroposophie.net   Site Search   Web Search
http://www.anthroposophie.net/lexikon/db.php?id=47letzte Änderung: 2003-06-23

Druckversion dieses Artikels abrufen

Home Suchen Vorträge Veranstaltungen Adressen Bücher Link hinzufügen
Wolfgang Peter, Ketzergasse 261/3, A-2380 Perchtoldsdorf, Tel/Fax: +43-1-86 59 103, Mobil: +43-676-9 414 616 
www.anthroposophie.net        Email: Wolfgang.PETER@anthroposophie.net