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Lexikon Anthroposophie

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Ätherleib
zusammengedrängte Formen des Tierreichs

"Dieser Ätherleib ist schon wahrhaftig ein recht, recht kompliziertes Gebilde. Sehen Sie, wenn wir die Menschen betrachten, so wie sie heute sind: Sie sind ja verschieden voneinander, nicht wahr, der europäische Mensch ist von dem afrikanischen Menschen verschieden, von dem asiatischen Menschen verschieden. Solche Verschiedenheiten muß man anerkennen. Aber wenn wir den Blick schweifen lassen über die gesamte Menschheit, so müssen wir trotz aller Verschiedenheiten der Menschen doch zugeben, diese Menschen über die ganze Erde hin sind sich viel ähnlicher als die Tiere. Denn wenn auch der Europäer und der Afrikaner sich wesentlich voneinander unterscheiden — wenn wir feinere Unterscheidungsmerkmale ins Auge fassen —, so kann man doch nicht sagen, daß die Verschiedenheit zwischen Menschen jemals so groß sein könnte, wie zwischen einem Storch und einer Maus, nicht wahr ? Also die Tiere sind in viel höherem Grade voneinander verschieden als die Menschen. Die Tiere sind in Gattungen voneinander getrennt und beim Menschengeschlechte kann man schon sagen: es ist eine einzige Gattung. So sehen wir, wenn wir den Blick über das Tierreich der Erde schweifen lassen, die mannigfaltigsten, stark voneinander verschiedenen Tiere. Fassen wir das einmal ins Auge und lenken wir den Blick zurück auf die Betrachtung unseres Ätherleibes. Unser Ätherleib ist gewissermaßen in uns so, daß er zusammengehalten wird durch die elastische Kraft des physischen Leibes. Solange wir zwischen Geburt und Tod stehen, wird der Ätherleib in dieser Weise durch die elastische Kraft des physischen Leibes zusammengehalten. Stellen Sie sich das nur bildhaft so vor, daß, wenn man könnte — man kann es ja selbstverständlich nicht, solange der Mensch leben bleiben soll, aber wenn man es experimentell könnte, so daß sogar der Naturforscher sich am Ende davon überzeugen lassen würde —, experimentell den physischen Leib eines Menschen wegtun vom Ätherleib, so den Ätherleib herausziehen und dann auch den astralischen Leib und das Ich vom Ätherleib sondern, so würde, weil jetzt die Elastizität des physischen Leibes nicht mehr da ist, dieser Ätherleib zerspringen in viele Portionen. Dieser Ätherleib ist eine Mannigfaltigkeit aus vielen, vielen Einzelheiten und wird nur durch die Elastizität des physischen Leibes zusammengehalten.

Und wie würden denn diese Teile, die da herausspringen aus uns, wenn wir den physischen Leib abtrennen könnten, aussehen? Ja, sehen Sie, so sonderbar das den heutigen gescheiten Menschen klingt, wahr ist es doch: Diese Teile des Ätherleibes würden Formen annehmen und sie würden ungefähr das ausgebreitete Tierreich sein, das heißt, alle die möglichen Formen des Tierreiches würden zum Vorschein kommen. Es würde wirklich so sein, daß ein gewisser Teil Ihres Ätherleibes _ der des Kopfes - sich vogelähnlich gestalten würde, ein gewisser Teil des Ätherleibes, zum Beispiel aus der in der Nähe des Kehlkopfes befindlichen Partie, würde eine sehr schöne, fast engelhafte Tiergestalt sein und so weiter. Also wir tragen im Grunde genommen das ganze Tierreich in unserem Ätherleibe in uns. Das ist durchaus wahr. Unser Ätherleib ist das ausgebreitete Tierreich, das zusammengedrängt, zusammengehalten wird durch die Elastizität des physischen Leibes. Als die Entwickelung noch auf anderen Stufen war, in früheren Urzeiten, war ja überhaupt die ganze menschliche Gestalt verteilt in die vielen Tiere. Wenn man das bedenkt, dann versteht man erst dasjenige, was in grobklotziger Weise heute als Darwinismus angesehen wird. Die Menschheit hatte sich gleichsam vorbereitet, indem sie dasjenige, was sie später nur als Ätherleib ausbilden soll, auseinandergebildet hat, wie in dem Fächer des heutigen Tierreichs, das dazumal etwas anders ausgesehen hat als das heutige, veränderte Tierreich. Das heutige Tierreich ist nicht mehr dasjenige, von dem die Menschheit abstammen könnte, sondern ein ganz anderes Tierreich. Aber die Kräfte, die in diesem Tierreiche ausgebreitet sind, sind gewissermaßen extrahiert worden und sind heute noch in unserem Ätherleibe vorhanden. Nun denken Sie sich einmal, was wir da im Grunde alles in uns haben. Denn mit diesem Tierreich haben wir alle die Instinkte, alle die verschiedenen Triebe der Tiere schon in uns. Sie sind nur harmonisiert, in ein Gesamtverhältnis gesetzt dadurch, daß das alles durch die Elastizität unseres physischen Leibes vereint ist. Als physischer Mensch sind wir Menschen - als physischer Mensch. Und unsere physische Gestalt haben wir von den Geistern der Form während des Erdendaseins bekommen. Als physischer Mensch halten wir im Zaume alles dasjenige, was da in uns ist. Zuweilen kommt der eine oder der andere Trieb zum Vorschein, wenn irgendein Teil im Ätherleib die Oberhand erhält...

Und tiefe Bilder gibt es im Grunde genommen, Weisheiten, die als Bilder den Menschen mitgeteilt sind und die verstanden werden können, wenn man will. Nehmen Sie einmal an, wir sprechen oder singen: Es ist ein bloßes Vorurteil, wenn man glaubt, daß da bloß der physische Leib in irgendwelcher Bewegung wäre. Die Hauptsache der Bewegung vollzieht sich im Ätherleibe und vollzieht sich innerhalb jener Mannigfaltigkeit im Ätherleibe, von der ich eben gesprochen habe. Daher ist dasjenige, was im Gesang oder in der tönenden Kunst überhaupt zum Bewußtsein kommt, so sehr aus unterbewußten Tiefen herauf, kann so wenig leicht wirklich in Worte gefaßt werden, weil es eben mit all dem, was die Kompliziertheit des Ätherleibes ist, zusammenhängt. Und wie verwandt mit der übrigen Welt kommen wir uns wiederum vor, wenn wir wissen: Das, was da draußen ausgebreitet ist als Tierreich, in unserem Ätherleibe lebt es in der Weise, wie es geschildert worden ist.

Selbstverständlich, wenn ein Trieb dann in uns tätig sein will, muß er in den astralischen Leib heraufkommen. Die Dinge widersprechen sich nicht, wenn man sie nur in Wirklichkeit ordentlich betrachtet. Also, wenn man von der Anwesenheit von Trieben und Instinkten im Menschen spricht, muß man sie natürlich dem astralischen Leibe zuschreiben. Aber die Formähnlichkeit, wie sie jetzt mit dem Tierreiche besprochen worden ist, die liegt der Sache zugrunde.[1]

(siehe auch -> Ätherleib, auch Lebensleib oder Bildekräfteleib)

Lit.:
[1]Rudolf Steiner, Gegenwärtiges und Vergangenes im Menschengeiste, GA 167 (1962), Siebenter Vortrag, Berlin, 25. April 1916

(Literaturangaben folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz Email: verlag@rudolf-steiner.com URL: http://www.rudolf-steiner.com)

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http://www.anthroposophie.net/lexikon/db.php?id=80letzte Änderung: 2002-08-26

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