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Lexikon Anthroposophie

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Baum des Lebens
die Beschränkung der Kräfte des Ätherleibs als Folge des Sündenfalls

Infolge des Sündenfalls, des Essens vom Baum der Erkenntnis, zogen die luziferischen Kräfte in den Astralleib des Menschen ein und öffneten ihm die Augen für die sinnliche Wahrnehmung und für die Verstandeserkenntnis. Zugleich breitete sich ein immer dichterer Schleier über die geistigen Wahrnehmungsorgane. Der Mensch wurde zunehmend der geistigen Welt entfremdet. Um den Menschen vor weiterem Schaden zu bewahren, wurde ihm verwehrt, so heißt es in der Bibel, auch noch vom Baum des Lebens zu essen (siehe auch -> Baum der Erkenntnis - Baum des Lebens). Was ist damit gemeint?

"Das können wir begreifen, wenn wir etwas genauer noch jenes Ereignis verstehen, das uns im Alten Testament als der Sündenfall dargelegt wird. Dieses Ereignis besteht darin, daß gewisse Wesenheiten, die auf der Stufe der alten Mondenentwickelung stehengeblieben waren, in der alten lemunschen Zeit ihren Einzug hielten in den menschlichen Astralleib. Derselbe ist damals durchdrungen worden von den luziferischen Wesenheiten. Das wird uns bildlich dargestellt in dem Sündenfalle des Paradieses. Dadurch, daß diese Kräfte in den menschlichen Astralleib eindrangen, ist der Mensch tiefer in die Erdenangelegenheiten verstrickt worden, als es sonst geschehen wäre. Wenn er diesen luziferischen Einfluß nicht erhalten hätte, würde er gleichsam in höheren Sphären, weniger in die Erdenmaterie hineinverstrickt, seine Entwickelungslaufbahn auf der Erde vollendet haben. Der Mensch ist dadurch früher heruntergestiegen auf die Erde, als er eigentlich hätte heruntersteigen sollen. Wäre nun sonst nichts eingetreten, wäre nur das alles geschehen, was eben jetzt angedeutet worden ist, so hätte sich damals die ganze Wirkung der luziferischen Kräfte, welche im Astralleib des Menschen verankert waren, auch im menschlichen Ätherleibe geltend gemacht. Das aber mußten die Weltenmächte verhindern. Daher mußte etwas ganz Besonderes eintreten. - Was damit gemeint ist, wird noch von einer anderen Seite her klarwerden durch meine demnächst erscheinende «Geheimwissenschaft». - Der Mensch durfte nicht so bleiben, wie er war, nachdem er die luziferischen Kräfte in seinen Astralleib aufgenommen hatte. Er mußte behütet werden vor der Wirkung der luziferischen Kräfte auf seinen Ätherleib. Das wurde dadurch erreicht, daß der Mensch damals unfähig gemacht wurde, seinen vollen Ätherleib zu benutzen. Es wurde ein Teil des Ätherleibes der Willkür des Menschen entzogen. Wäre diese Wohltat der Götter nicht gekommen, hätte der Mensch die Kraft über seinen vollen Ätherleib beibehalten, so hätte er nimmermehr den Weg durch die Erdenentwickelung in entsprechender Weise finden können. Gewisse Teile des menschlichen Ätherleibes haben damals herausgezogen werden müssen, um aufgespart zu werden für spätere Zeiten. Versuchen wir jetzt einmal uns vor das geistige Auge zu führen, welche Teile dieses waren.

Der Mensch besteht zunächst aus den Teilen, die wir auch draußen in der Welt sehen, aus dem Erdigen oder Festen, aus Wasser oder Flüssigem und aus Luft oder Gasförmigem. Das sind die Elemente, die den physischen Menschenleib bilden, wie sie auch alles Physische bilden. Das Ätherische beginnt mit dem ersten Ätherzustande, den wir den Zustand des Feueräthers oder des Feuers schlechtweg nennen. Feuer oder Wärme, was die heutige Physik nicht als ein Substantielles, sondern nur als eine bloße Bewegung ansieht, ist aber der erste Zustand des Äthers. Der zweite Ätherzustand ist der Lichtäther oder Licht schlechtweg, und der dritte Zustand ist das, was für den Menschen zunächst gar nicht in seiner ursprünglichen Gestalt erscheint; nur einen Abglanz, gleichsam einen Schatten dieses Äthers kann der Mensch in der physischen Welt wahrnehmen als Ton, als Schall. Aber dem, was äußerlich Schall ist, liegt etwas Feineres, Ätherisches, etwas Geistiges zugrunde, so daß wir den physischen Ton nur als ein Schattenbild des geistigen Tones, des Tonäthers oder auch Zahlenäthers zu bezeichnen haben. Das vierte Äthergebiet ist der Lebensäther, das, was allem eigentlichen Leben zugrunde liegt.

Wie nun der heutige physische Mensch ist, so prägt sich alles, was sein Seelenhaftes ist, in seiner physischen Leiblichkeit und in seiner ätherischen Leiblichkeit aus. Aber alles Seelische ist sozusagen gewissen Substanzen des Ätherischen zugeteilt. Was wir den Willen nennen, drückt sich ätherisch aus in dem, was wir das Feuer nennen. Wer nur ein wenig empfänglich ist für gewisse empfindungsgemäße Zusammenhänge, der wird fühlen, daß man ein gewisses Recht hat, so von dem Willen zu sprechen, daß dieser Wille, der sich physisch im Blute ausdrückt, in dem Feuerelement des Ätherischen lebt; physisch drückt er sich im Blute aus, beziehungsweise in der Bewegung des Blutes. Was wir Gefühl nennen, drückt sich aus in dem Teile des Ätherleibes, der dem Lichtäther entspricht. Weil das so ist, deshalb sieht auch der Hellseher die Willensimpulse des Menschen wie Feuerflammen, die seinen Ätherleib durchzucken und in den Astralleib hineinstrahlen, und die Gefühle sieht er als Lichtformen. Was aber der Mensch als sein Denken in seiner Seele erlebt und was wir in den Worten aussprechen, das sind auch nur Schattenbilder des Denkens, wie Sie sich ja leicht denken können, weil ja der physische Ton auch nur ein Schattenbild eines Höheren ist. Die Worte haben ihr Organ in dem Tonäther. Unseren Worten liegen zugrunde die Gedanken, die Worte sind Ausdrucksformen für die Gedanken. Diese Ausdrucksformen erfüllen den ätherischen Raum, indem sie ihre Schwingungen durch den Tonäther schicken. Was Ton ist, das ist eben nur die Abschattung der eigentlichen Gedankenschwingungen. Das aber, was das Innerliche aller unserer Gedanken ist, was unseren Gedanken Sinn gibt, das gehört seinem ätherischen Zustande nach dem eigentlichen Lebensäther an.

Sinn - Lebensäther
Denken - Tonäther

Gefühl - Lichtäther
Wille - Feueräther
    Luft
    Wasser
    Erde

Von diesen vier Ätherformen wurden in der lemurischen Zeit nach dem luziferischen Einflüsse dem Menschen nur die zwei unteren zur freien, willkürlichen Verfügung gelassen: Feueräther und Lichtäther; dagegen wurden die zwei oberen Ätherarten dem Menschen entzogen. Das ist der innere Sinn, wenn uns gesagt wird: Nachdem die Menschen durch den luziferischen Einfluß die Unterscheidung von Gut und Böse erlangt hatten - bildlich ausgedrückt durch den Genuß vom «Baume der Erkenntnis» -, wurde ihnen entzogen der Genuß vom «Baume des Lebens». Das heißt, es wurde ihnen entzogen, was frei, willkürlich durchdrungen hätte den Gedankenäther und den Sinnesäther. Dadurch mußten sich die Menschen nun in folgender Weise entwickeln: In jedes Menschen Willkür war das gestellt, was seinem Willen entspricht. Der Mensch kann seinen Willen als seinen persönlichen geltend machen, ebenso auch seine Gefühle. Gefühl und Wille ist dem einzelnen Menschen für das Persönliche freigegeben, daher das Individuelle der Gefühlswelt und der Willenswelt. Das Individuelle hört aber sofort auf, wenn wir aufsteigen vom Gefühl zum Denken, ja sogar schon zu dem Ausdruck der Gedanken, zu den Worten auf dem physischen Plan. Während jeder Mensch seine Gefühle und seinen Willen persönlich hat, kommen wir sofort in etwas Allgemeines hinein, wenn wir in die Wortwelt und in die Gedankenwelt hinaufrücken. Es kann nicht jeder sich seine eigenen Gedanken machen. Wenn die Gedanken so individuell wären wie die Gefühle, so würden wir uns nie verstehen. Es wurden also Gedanke und Sinn der menschlichen Willkür entzogen und vorläufig in der Göttersphäre aufbewahrt, um später erst dem Menschen gegeben zu werden. Daher können wir auf dem Erdenkreis überall individuelle Menschen finden mit individuellen Gefühlen und individuellen Willensimpulsen, aber wir haben überall gleiches Denken, gleiche Sprache bei den Völkern. Wo eine gemeinsame Sprache ist, da herrscht eine gemeinsame Volksgottheit. Diese Sphäre ist der menschlichen Willkür entzogen; da wirken vorläufig die Götter hinein."[1]

"Da handelt es sich darum, in aller Tiefe einzusehen und allmählich ins Leben überzuführen, daß dasjenige, was menschlicher Ätherleib ist, nicht so ist - und darum handelt es sich ja eigentlich, denn davon geht alles übrige aus —, zunächst nicht so ist, wie es ursprünglich für den Menschen bestimmt war. Denn dieser menschliche Ätherleib, der enthält unter dem verschiedenen Ätherischen, das er ursprünglich enthielt - und er enthielt ursprünglich alle Äthersorten in völliger Lebendigkeit —, heute die Wärme. Daher hat der Mensch mit den Tieren, die er in seinen «Fall» mit hineingebracht hat, warmes Blut. Da hat der Mensch die Möglichkeit, den Wärmeäther in besonderer Weise zu verarbeiten. Aber schon mit dem Lichtäther ist es nicht so. Den Lichtäther nimmt der Mensch zwar auf, aber er strahlt ihn so aus, daß nur ein gewisses niederes Hellsehen dazu kommt, in der Aura die ätherischen Farben im Menschen zu sehen. Die sind vorhanden. Aber außerdem ist der Mensch auch für einen eigenen Ton veranlagt gewesen, in der ganzen Harmonie der Sphären mit seinem eigenen Ton und mit einem ursprünglichen Leben, so daß der Ätherleib immer die Möglichkeit gehabt hätte, den physischen Leib unsterblich zu erhalten, wenn dieser Ätherleib seine ursprüngliche Lebendigkeit beibehalten hätte. Es würden andere Dinge nicht gekommen sein. Denn wäre dieser Ätherleib in seiner ursprünglichen Gestalt geblieben, so wäre der Mensch ja in der oberen Region geblieben, von der er in die untere heruntergestiegen ist. Er wäre dann nicht der luzifenschen Versuchung verfallen. In dieser oberen Region wären ganz andere Verhältnisse gewesen. Die waren aber einmal. Und solche Geister wie Samt-Martin hatten noch ein gewisses Bewußtsein, daß solche Verhältnisse einmal waren. Daher sprechen sie von diesen Verhältnissen wie von einer einstmaligen Realität.

Lassen wir nur eines von diesen Verhältnissen einmal vor unsere Seele treten. So, wie der Mensch heute spricht, hätte er nicht sprechen können, denn er hätte sein Wort niemals so geprägt, daß die Sprache in verschiedene Sprachen differenziert worden wäre. Denn daß die Sprache in verschiedene Sprachen differenziert worden ist, das rührt nur davon her, daß die Sprache etwas Bleibendes wurde. Aber die Sprache war dazumal nicht veranlagt, etwas Bleibendes zu sein, sondern sie war zu etwas ganz anderem veranlagt. Sie müssen sich nur lebendig vorstellen, wozu der Mensch veranlagt war. Wird einmal wirklich ein Funke von Goethescher Weltanschauung - ich meine jetzt nicht bloß der Theorie, sondern der Seele nach - in der Menschheit sein, so wird man emsehen, was mit einem solchen Satz gemeint ist, auch aus der Goethe-schen Weltanschauung heraus. Stellen Sie sich nur einmal vor, der Mensch hätte die ursprünglichen Anlagen, die ihm zugedacht waren. Da würde er hingeschaut haben auf dasjenige, was von außen auf ihn Eindrücke machen kann. Aber es würden nicht bloß Farben, Töne herankommen an ihn, nicht bloß dasjenige, was von außen die Eindrücke sind, sondern es würde überall Geist herausfließen aus den Dingen: mit der roten Farbe zugleich der Geist des Rot, mit der grünen Farbe der Geist des Grün und so weiter. Überall würde der Geist an ihn herankommen, wovon Goethe nur eine Ahnung hatte, indem er sagte: Ja, wenn diese Pflanze nur eine Idee sein soll, so sehe ich meine Ideen, dann sind sie draußen wie Farben. - Das ist eine ahnungsvolle Idee. Dies bitte ich Sie, sich in konkreter, vollsubstantieller Wirklichkeit vorzustellen: daß wirklich der Geist lebendig herankommt. Wenn aber die äußeren Eindrücke so lebendig herangekommen wären, dann würde -es begegnet sich immer mit dem, was durch unser Haupt, durch unsere Sinne hereinkommt, dasjenige, was in unserer Atmung lebt -, es würde sich mit jedem äußeren Eindruck der Atmungsprozeß begegnen. Ein Rot: der Eindruck kommt von außen herein; von innen kommt ihm die Atmung entgegen, die aber dann Ton wäre. Mit jedem einzelnen Eindruck würde der Ton aus dem Menschen entspringen. Eine Sprache, die bleibt, gäbe es nicht, sondern es würde immer jedes Ding, jeder Eindruck unmittelbar mit einer tönenden Geste von innen beantwortet. Man stünde mit dem Worte ganz in der äußeren Wesenheit darinnen. Von dieser lebendig-flüssigen Sprache ist dasjenige, was sich als Sprache dann ausgebildet hat, nur die irdische Projektion, das Heruntergefallene, das Abgefallene. Und an diese ursprüngliche Sprache, die man spricht mit der ganzen Welt, erinnert der Ausdruck, der heute so wenig verstanden wird, der Ausdruck von dem «verlorengegangenen Wort». Aber an diesen ursprünglichen Geist, wo der Mensch nicht nur Augen hatte zu sehen, sondern Augen hatte, den Geist wahrzunehmen, und wo er im Innern seines Atmungsprozesses auf die Wahrnehmung des Auges antwortete mit der tönenden Geste - an dieses lebendige Mit-dem-Geiste-Zusammensein erinnert das Wort: «Im Urbeginne war das Wort, und das Wort war bei Gott, und ein Gott war das Wort.» Von diesem Leben in dem Göttlichen spricht der Beginn des Johannes-Evangeliums.

Ja, das ist das eine. Das andere aber ist das: Beim Atmungsprozeß, insofern er sich nach dem Haupte hinauf fortsetzt, indem wir einatmen und ausatmen, geht ja nicht bloß im Wechselverkehr mit der Außenwelt etwas vor sich, sondern da kommt eine Pulsation unseres ganzen Organismus zustande. Es begegnet sich der Atmungsprozeß im Haupte mit den Eindrücken, die wir von außen haben. Aber auch im unteren Organismus begegnet sich der Atmungsprozeß mit dem Stoffwechselprozeß. Hätte der Mensch die ursprüngliche Belebung seines Ätherleibes noch, dann würde mit dem Prozeß des Atmens etwas ganz anderes noch verbunden sein, als heute damit verbunden ist. Denn das, was der Stoffwechselprozeß ist, ist nicht so ganz unabhängig vom Atmungsprozeß, nur liegt die Abhängigkeit, ich möchte sagen, hinter den Kulissen des Daseins, im Okkulten. Aber sie würde auf einem ganz anderen Plane liegen, wenn der Mensch seinen ursprünglich belebten Ätherleib weiter behalten hätte, wenn der nicht gewissermaßen abgedämpft worden wäre in seinem Leben, was ja auch von innen heraus, nicht nur durch den äußeren physischen Leib, sondern von innen heraus, gerade den Tod bewirkt. Hätte der Mensch seine ursprüngliche Veranlagung beibehalten, dann würde er einen solchen Stoffwechsel haben, daß hervorgebracht würde etwas Substantielles durch den Menschen. Und dieses Substantielle würde der eine Pol sein. Nicht Absonderungen bloß würde der Mensch hervorbringen, sondern ein Substantielles durch den Stoffwechsel. Das würde der eine Pol sein. Der andere Pol würde die vom Menschen ausgeatmete Luft sein, die aber Formgewalten in sich haben würde. Das Substantielle, das der Mensch entwickelt, würde ergriffen von den Formgewalten seines Ausgeatmeten. Das würde in seiner Umgebung durch ihn dasjenige hervorbringen, was die Tierwelt ursprünglich hat werden sollen. Denn die Tierwelt ist eine Absonderung vom Menschen, sollte eine Absonderung sein, damit der Mensch gewissermaßen die Herrschaft seines Daseins über sich hinaus verbreitete. Die Tiere sind durchaus so zu denken. Das geht ja aus all den Betrachtungen, die ich Ihnen gegeben habe, hervor." (siehe dazu auch -> Ätherleib, zusammengedrängte Formen des Tierreichs)

"Darauf kommt übrigens heute schon ein wenig die Naturwissenschaft, daß die Tiere ursprünglich viel verwandter waren mit dem Menschen, wie ich es auch schon erwähnt habe; also nicht so, wie es sich der grobe materialistische Darwinismus vorstellt, daß der Mensch heraufgestiegen ist, sondern die Tiere sind herabgestiegen. Heute kann man dem ganzen Zusammenhang des Menschen mit der Tierwelt nicht den ursprünglichen Geist mehr ansehen. So wie die Pflanzenwelt nicht an ihr Ende kommt mit der Entwickelung, so offenbart die Tierwelt nicht ihren Ursprung. Die Tiere sind da neben dem Menschen. Die Naturforscher denken nach, wie sie sich hätten entwickeln können. Die Gründe, warum sie da sind neben dem Menschen, die liegen erst in der Region, aus welcher der Mensch heruntergestiegen ist. Daher kann man sie nicht finden da, wo sie Darwin und seine materialistischen Ausleger suchen. Sie liegen in den großen vorgeschichtlichen Ereignissen. Und nehmen Sie dazu die Tatsache, die ich Ihnen neulich sagte, daß für denjenigen, der die Dinge geisteswissenschaftlich durchschaut, das klar wird, daß im sechsten, siebenten Jahrtausend die Menschheit in ihrem gegenwärtigen Sinne anfängt, unfruchtbar zu werden. Die Frauen, sagte ich, werden unfruchtbar. Es wird auf die gegenwärtige Art die Menschheit sich nicht fortpflanzen können. Das muß eine Metamorphose durchmachen, das muß wieder den Anschluß finden an eine höhere Welt. Damit dies geschehen kann, daß die Welt nicht nur in die Dekadenz kommt, wo «geheilt» würde alles Gesinntsein zum Guten und Bösen, damit das Gute und Böse, alles Sich-Bekennen zum Guten und Bösen, nicht bloß als Staats-, als Menschensatzung angesehen würde, damit das nicht zustande komme in der Zeit, wo die gegenwärtige Naturordnung innerhalb des Menschengeschlechts mit Notwendigkeit aufhört, ein Menschengeschlecht zu erhalten - denn mit derselben Notwendigkeit, mit der bei der Frau in einem gewissen Alter eine Fruchtbarkeit aufhört, so hört in der Erdenentwickelung mit einem bestimmten Zeitpunkte die Möglichkeit auf, daß die Menschen sich fortpflanzen in der bisherigen Weise -, damit das nicht eintrete, dazu kam der Christus-Impuls."[2] (siehe dazu auch -> Fortpflanzung, über die drohende Unfruchtbarkeit der Menschheit ab dem 6. / 7. Jahrtausend)

Indem der Christus auf Erden eingezogen ist, ist das «Wort» Fleisch geworden, das heißt in diesem Zusammenhang: Dadurch, dass der Christus nach und nach Einzug hält im menschlichen Ätherleib, nehmen die Menschen den Baum des Lebens in sich auf. Diese Entwicklung wird sich aber nicht von selbst vollziehen, sondern bedarf der aktiven Mitarbeit des Menschen. Inwieweit sich die Menschen aus freiem Antrieb öffnen werden, um diese durch den Christus erneuerten Kräfte in ihren Ätherleib aufzunehmen, davon wird das künftige Schicksal der Menschheit abhängen.

Lit.:
[1]Rudolf Steiner, Das Lukas-Evangelium, GA 114 (1985), S 146 ff., Siebenter Vortrag, Basel, 21. September 1909
[2]Rudolf Steiner, Bausteine zu einer Erkenntnis des Mysteriums von Golgatha, GA 175, S 242 ff., Berlin, 12. April 1917

(Literaturangaben folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz Email: verlag@rudolf-steiner.com URL: http://www.rudolf-steiner.com)

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