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Lexikon Anthroposophie

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Phantome
Spektren, Dämonen, Geister

"Wenn wir den menschlichen Organismus im esoterischen Sinne studieren, so ist das nicht so einfach. So wie die Menschen heute sind, haben sie den physischen Leib, den Ätherleib, den Astralleib und das eigentliche Ich. Alle diese verschiedenen Leiber sind nicht allein für sich da, sie sind noch nicht selbständige Wesenheiten. Verzeihen Sie das unappetitliche Gleichnis, aber es macht die Sache etwas deutlicher. In allen diesen Leibern stecken mehr oder weniger fremdartige Wesenheiten, wie die Maden im Käse stecken. Aus und ein gehen diese verschiedenen Wesenheiten. Die Einflüsse, die der Mensch von außen erleidet, beruhen auf ganz anderen Wesen. Die Wesenheiten, die in den physischen Leib einziehen und ausziehen, nennt man Phantome. Dadurch wird der Mensch unfrei. Die Wesenheiten, welche den Ätherleib durchziehen, nennt man Gespenster oder Spektra. Und diejenigen Wesenheiten, welche den Astralleib durchziehen, nennt man Dämonen. Sie wissen, diejenigen Leute, welche nicht abergläubisch waren, aber etwas gewußt haben von diesen Dingen, kennen das. Was mit dem Ich zu tun hat, ist das, was man Geister nennt.

Wodurch wird nun der Mensch individuell? Dadurch, daß er sich reinigt. Am stärksten wird er gereinigt, indem er Genösse der geistigen Welt wird. Dann arbeitet er an dem Astralleib, damit er von den Dämonen frei wird. Wenn er an dem Ätherleib arbeitet, macht er sich frei von den Gespenstern oder Spektren. Arbeitet er an dem physischen Leib, so macht er sich frei von den Phantomen. Hat er dies geleistet, dann kehrt er zurück in das reine Göttliche. Dadurch hat er aber etwas gewonnen. Unfrei war er. Jetzt aber, nachdem er sich befreit hat, kehrt er als Freier in das Vaterhaus zurück. Die Berichte, die sich auf das Austreiben der Dämonen durch Christus beziehen, werden Sie so leichter verstehen."[1]

"Der Mensch wirkt während des Tagesbewußt­seins fortwährend auf den physischen Leib und den Ätherleib. Wenn der Mensch denkt und empfindet, dann spielt sich das ab im astralischen Leibe, aber es geht über in den Ätherleib und den physischen Leib. Das prägt sich darin aus. Früher gingen physischer Leib und Ätherleib rein aus dem Willen der höheren Wesenheiten hervor. Wenn aber der Mensch ichbewußt wird, so gehen diese Einflüsse aus dem physischen Leib und Ätherleib hinaus. Das, was in der Seele lebt, ist nicht ohne Wirkung auf den physischen Leib und Ätherleib. Der Anatom kann natürlich nicht feststellen, welche Veränderungen in des Menschen physischem Leib und Ätherleib vorgehen, aber sie finden statt. Eine große Wirkung geht vor im physischen Leib und Ätherleib, wenn der Mensch lügt. Lüge und Heuchelei sind Vorgänge in der Seele und im Ich. Man kann vom materialistischen Standpunkt aus glauben, daß Lügen nur im Innern sich abspielen. Aber der okkulte Beobachter weiß, daß dadurch bis in den physischen Leib, bis in die Struktur Veränderungen vor sich gehen. Solche Veränderungen gehen auch vor sich durch die zahl­reichen konventionellen Lügen, die in der Welt leben.

Überblicken wir die materielle Wirklichkeit: wir wissen, wie unser Leben gespickt ist mit allerlei Unwahrhaftigkeiten. Wenn die Leute sich etwas sagen, was sie nicht so meinen, so ist es damit wie der Abdruck von einem Petschaft im Siegellack. Dieser Abdruck bleibt. Alle Heuchelei, Unwahrheit, Verleumdung bleibt wie ein Abdruck im physischen Leibe vorhanden. Wenn der Mensch in der Nacht seinen physischen Leib und Ätherleib verläßt, so kann man solche Abdrücke sehen. Nun kommen die Wesen aus den höheren Welten und finden diese darin. Das verträgt sich nicht mit den höheren Welten. Dadurch tritt etwas Neues ein, es wird etwas ganz Neues geschaffen. Nun werden von den höheren Wesenheiten Wesen abgeschnürt durch den physischen Leib, die dann ein selb­ständiges Dasein führen, zwischen unseren Welten. Man nennt sie in der Geheimwissenschaft Phantome. Phantome nennt man sie des­halb, weil sie dem physischen Wahrnehmen am nächsten stehen. Sie sind ferner Wesenheiten mit physischer Gesetzmäßigkeit. Sie durch­schwirren unseren Raum. Sie halten die menschliche Entwickelung auf. Sie machen das, was in der Welt lebt, schlechter, als wenn sie nicht da wären. Diese Phantome sind Wesenheiten, die die Men­schen schaffen durch Lüge, Heuchelei und so weiter, welche die Entwickelung zurückhalten.

Dadurch, daß wir die Wirkungen der geistigen Wesenheiten kennenlernen, wird viel mehr geholfen als durch Moralpredigen. Eine zukünftige Menschheit wird wissen, was sie schafft durch Lüge, Heuchelei und Verleumdung. Indem man Tatsachen kennen­lernt, schafft man die wirksamste Moral, nicht durch moralische Grundsätze. Durch die geisteswissenschaftliche Grundlegung des Daseins werden die stärksten Antriebe und Impulse der Moral geschaffen. Phantome sind auch eine Art von Naturwesen, die da sind, durch die Tätigkeit des Menschen geschaffen. Abends verläßt der Mensch den physischen Leib und läßt darin zurück die Siegel­abdrücke von Lüge, Heuchelei und so weiter. Wenn der Mensch morgens wieder hineinzieht, dann strömen zuerst diese Phantome aus dem physischen Leib heraus. Auch der Ätherleib kann so beeinflußt werden, daß er abge­schnürte Wesenheiten erzeugt. Es sind wiederum gewisse Vorgänge in der Menschenwelt, die bewirken, daß solche Abschnürungen durch den Ätherleib entstehen. Alle Dinge, wie ungerechte, schlech­te Gesetze, die in unrichtiger Weise bestrafen, schlechte Einrich­tungen in einer sozialen Gemeinschaft, die wirken zurück auf den Ätherleib, daß im Ätherleib sich jene Wesenheiten abschnüren, die man heute in der abergläubischen Zeit nur verlacht. Diese Wesen­heiten sind Spektren, Gespenster. Wahre Gespenster sind diejeni­gen, zu deren Klasse oder Ordnung solche Wesenheiten gehören. Die Menschen sollten sich bemühen, ihre Einrichtungen so gut als möglich zu treffen, damit sie nicht derartige Wesenheiten schaffen. Nun wenden wir den Blick zu dem Ich und dem Astralleib während der Nacht. Bedenken wir, daß auch der astralische Leib und das Ich beim Menschen in einer besonderen Lage sind. Sie haben sich dem Blut- und Nervenleben angepaßt. Auf den Astralleib und das Ich strömen auch in der Nacht höhere Kräfte aus einer höheren Welt hernieder. Wenn der Mensch aus seinem Tagesleben gewisse Dinge mitnimmt, so findet wieder ein Abschnürungsprozeß statt. Wieder sind es Dinge des Seelenlebens, die den Abschnürungs­prozeß hervorbringen. Denken wir uns, zwei Menschen haben zwei Meinungen, die verschieden sind. Einer versucht, den anderen zu überreden und hat die Sehnsucht, ihn zu überzeugen. Diese Sehn­sucht ist heute unter den Menschen sehr verbreitet. Die Menschen sollten dem anderen ihre Meinung vorlegen und abwarten, ob in dem anderen sich Kräfte regen, wodurch er die Meinung annimmt. Es sind so viele Fanatiker ihrer Meinung vorhanden, die gar nicht zufrieden sind, wenn sie nicht imstande sind, dem anderen zwangsmäßig ihre Meinung beizubringen. Wenn so etwas geschieht, dann schadet das beiden Astralleibern. Sie nehmen Überredungen und falsche Ratschläge mit. Was in die Astralleiber hineinversenkt wird, das verursacht, daß in der Nacht aus dem Astralleib sich Wesen­heiten abschnüren, die man Dämonen nennt.

Diese dämonischen Wesenheiten sind von ganz besonders ungün­stigem Einfluß auf unsere menschliche Entwickelung. Sie durch­schwirren den geistigen Raum und halten die Menschen ab, ihre persönliche Anschauung zu entwickeln. Man denke, wieviel in mancher Kaffeestube, am Biertisch gesündigt wird in dieser Rich­tung! Da werden fortwährend Kräfte mitgenommen zur Dämonen­bildung. Diese schleichen sich ein in die menschliche Seele. Man frage sich, wieviel bei dieser oder jener Gerichtsverhandlung vor­kommt, wie die Menschen zeugen! Sie sind überzeugt, leisten im Grunde genommen keinen falschen Eid, weil sie überzeugt sind. Man hat einmal ein Ereignis verabredet, das programmäßig verlau­fen ist. Dreißig Menschen sollten das beschreiben. Zwei hatten den Vorgang richtig beschrieben; alle anderen achtundzwanzig hatten aber Dinge dazu geschrieben, die nicht geschehen waren. So kom­men allerlei Einflüsse von dämonischen Wesen, die auf diese Weise gebildet werden. Es gibt für den Menschen kein anderes Mittel als die Erkenntnis dieser Tatsachen; zu wissen, was er tut, um ihn zu befreien von den Einflüssen dieser schädlichen geistigen Wesen­heiten. Überall da, wo Gelegenheit ist, daß diese Wesenheiten ihre verheerenden Einflüsse ausüben, sind sie da. Im Gerichtssaal kann der okkulte Beobachter das sehen. Die Wesenheiten wirken immer in der Richtung, wie sie entstanden sind. Solche Wesenheiten, die entstanden sind durch schlechte Gesetze, wirken wieder so, daß sie die Menschen zu schlechten Gesetzen verleiten.

Der Mensch soll hineinschauen in die geistige Welt, damit er praktisch wird und nicht fortwährend Hindernisse schafft. Wenn wir so den Blick schweifen lassen über dasjenige, was uns eben beschäftigt hat, müssen wir uns sagen, der Mensch gibt während des wachen Tageslebens Veranlassung, daß allerlei geistige Wesenhei­ten, Elementarwesenheiten entstehen."[2]

Lit.:
[1]Rudolf Steiner, Ursprungsimpulse der Geisteswissenschaft, GA 96 (1989), S 309 f., Berlin, 27. April 1907
[2]Rudolf Steiner, Natur- und Geistwesen. Ihr Wirken in unserer sichtbaren Welt, GA 98 (1983), S 105 ff., Köln, 9. Juni 1908

(Literaturangaben folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz Email: verlag@rudolf-steiner.com URL: http://www.rudolf-steiner.com)

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http://www.anthroposophie.net/lexikon/db.php?id=94letzte Änderung: 2002-08-29

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