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Lexikon Anthroposophie

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Heiligenschein
Kopfaura

(siehe auch -> Aura, aurisches Ei)

"Wenn Sie den Aristoteles, den alten griechischen Philosophen, studieren würden, so würden Sie eine merkwürdige Menschennaturlehre finden, eine merkwürdige Darstellung des Weltenwunders, der menschlichen Wesenheit. Sie würden da die Darstellung finden, daß vom Herzen feinste Ätherteile nach dem Kopfe strömen und, indem diese Ätherteile das Gehirn berühren, abgekühlt werden. Natürlich sagt die heutige Wissenschaft: Aristoteles war zwar für die alten Griechen recht gescheit, aber heute weiß jeder Schulbube, daß das ein Irrtum ist. — Ein Irrtum ist aber das, was diejenigen glauben, die so über Aristoteles sprechen. In Wahrheit hat zwar Aristoteles nicht das hellseherische Bewußtsein besessen, um über diese Dinge selbst etwas zu wissen, aber er hat noch aus alten Traditionen heraus gewußt, was man in noch älteren Zeiten durch ein ursprüngliches natürliches Hellsehen hat beobachten können. Und dies Bewußtsein von den Ätherströmungen, die vom Herzen zu dem Gehirn heraufziehen, war in einer gewissen Weise bis tief in unser Mittelalter herein noch vorhanden, bis ins fünfzehnte, sechzehnte Jahrhundert, und wir finden ein gewisses Bewußtsein dafür noch in den Werken des Cartesius. Nur daß die Geschichte der Philosophie sagt: Nun ja, das ist halt etwas, was der Cartesius da so phantastisch erzählt von den sogenannten Lebensgeistern, die vom Herzen nach dem Gehirn strömen, das sind eben alte Vorurteile. Glücklich, daß wir darüber hinaus sind! — Es sind aber nicht alte Vorurteile, es sind alte Wahrheiten, die von der Zeit herrühren, wo man durch natürliches Hellsehen dergleichen Dinge hat wahrnehmen können. Der späteren Zeit ist das Bewußtsein von diesen Dingen eben verlorengegangen. Wie müssen wir denn vom Gesichtspunkt des heutigen Hellsehens, der heutigen okkulten Wissenschaft, diese Dinge darstellen? Man kann sich vielleicht, weil Aristoteles notwendigerweise nur aus den Überlieferungen schöpfen mußte, da ihm selbst nicht mehr die alten hellseherischen Kräfte zur Verfügung standen, etwas schwer abfinden mit der Art und Weise, wie er diese Dinge ausdrückt. Wenn man aber durch die heutige, seit dem dreizehnten Jahrhundert gangbare Esoterik sich wiederum einläßt auf die Prüfung der vollen Menschenwesenheit, dann bemerkt man, daß in der Tat eine solche Ätherströmung vom Herzen nach dem Kopfe strömt.

Man merkt aber noch etwas weiteres. Nicht nur eine Ätherströmung geht vom Herzen nach dem Kopfe, sondern in demjenigen, was da als Strömung vom Herzen nach dem Kopfe strömt, da sind auch Strömungen des astralischen Leibes vorhanden. Wenn man also genauer auf diese Strömungen sieht, die vom Herzen nach dem Kopfe gehen, stellt sich heraus, daß in diesen Strömungen vorhanden sind sowohl Ätherteile, Substanzen des Ätherleibes des Menschen, wie auch Substanzen des astralischen Leibes des Menschen. Es strömt also eine Substanz von dem Herzen nach dem Kopfe, in welcher Teile, substantielle Teile sowohl des Ätherleibes wie des astralischen Leibes des Menschen vorhanden sind. Nun ist das Gehirn ein höchst eigentümliches Werkzeug der menschlichen Natur; es hat nämlich durch die Art und Weise, wie es sich seit dem letzten Drittel der atlantischen Zeit gebildet hat, die Eigenschaft angenommen, daß es das, was da heraufgeht als astralische Strömung, aufhält, nicht durch sich durchläßt, während es die Ätherströmung tatsächlich durchläßt. Also wohlgemerkt: Das Gehirn ist als physisches Werkzeug etwas, worin sich zum Teil die Strömung, die vom Herzen nach aufwärts geht, staut. Das Gehirn ist durchlässig für die Ätherströmung, aber nicht durchlässig für die astralische Strömung. Die wird aufgehalten in unserem Gehirn, so daß für den hellseherischen Blick in der Region des Kopfes des Menschen das sich so zeigt, daß astralische Strömungen, welche von dem menschlichen Leib aufwärts gehen, im Gehirn sich ausbreiten, aber von diesem Gehirn aufgehalten werden, nicht oder nur zum geringsten Teil durch dieses Gehirn durchkönnen. Diese astralischen Strömungen aber, die von unten nach oben gehen und vom Gehirn aufgehalten werden, haben eine gewisse Anziehungskraft zu den äußeren astralischen Substantialitäten, die uns in der astralischen Substanz der Erde immer umgeben. Daher ist dieser astralische Leib des Menschen, insofern er die Region in der Nähe des Kopfes betrifft, wie zusammengenäht aus zwei Astralitäten: aus der Astralität, die fortwährend aus dem Kosmos zuströmt, und aus derjenigen, die von unten nach oben im menschlichen Leibe geht und angezogen wird von der äußeren Astralität.

Also das, was wir als astralischen Leib um den Kopf herum finden, ganz in der Nähe unserer Kopfhaut, das hat gleichsam eine Verdickung, etwas wie eine Mütze, wenn ich mich paradox ausdrücken darf, die wir als astralische Substanz fortwährend aufhaben. Wir haben eine solche astralische Kopfbedeckung, die aus der Verdickung entsteht, durch welche die äußere und die innere Astralität hier in der Nähe des Kopfes gleichsam zusammengenäht werden. Durch diese astralische Haube oder Mütze dringen nun die Strahlen des Ätherleibes hindurch, da sie ja nicht aufgehalten werden vom Gehirn, und um so heller und glänzender erscheinen sie für den hellseherischen Blick, je reiner sie sind, das heißt, je weniger sie noch enthalten von den Trieben, Begierden und Leidenschaften, von den Affekten der menschlichen Natur. Dadurch gewinnt das, was wir als die Aura des Menschen bezeichnen, eine Art von Kranz, wenn wir es von vorne anschauen, einen Kranz von Astralität, durch welchen die Strahlen des Ätherleibes des Menschen hindurchstrahlen. Das ist die Kopfaura, welche von den alten noch hellseherisch begabten Menschen bei solchen Persönlichkeiten wahrgenommen wurde, bei denen durch die Reinheit ihres Wesens dieser Ätheraurateil hellstrahlend war: das, was als der Heiligenschein auch auf den Bildern abgebildet wird. Das ist eigentlich gemeint mit dem Heiligenschein, und das wird gesehen, wenn der hellseherische Blick die Kopfaura sehr deutlich sieht. Da haben wir also durch die Eigenart des Gehirns ein Aufhalten, ein Verteilen der inneren astralischen Aura, der inneren astralischen Substanz am Kopf herum.

Bitte, fassen Sie diesen Vorgang ganz genau ins Auge. Von unten herauf strömt beim Menschen ätherisch-astralische Substanz. Diese ätherisch-astralische Substanz breitet sich im Gehirn so aus, daß sie dieses Gehirn erfüllt, aber vom Gehirn aufgehalten wird, ebenso wie der Lichtstrahl aufgehalten wird, der von innen auf den Spiegel fällt und zurückgeworfen wird. Und hier haben Sie die wahre Gestaltung der Spiegelung. Indem der astralische Stoff vom Gehirn aufgehalten wird, spiegelt er sich zurück, und das, was da hineingeht und sich zurückspiegelt, das sind Ihre Gedanken, das ist Ihr bewußtes Gefühl, ist dasjenige, was Sie als Ihr Seelenleben gewöhnlich erleben. Und nur dadurch, daß gleichsam dieser astralische Teil durch die das Gehirn durchströmenden Ätherteile zusammengeknüpft oder zusammengenäht wird, wodurch nämlich bewirkt wird, daß der innere astralische Teil sich mit der äußeren Astralität verbinden will, kommt ein äußeres Wissen, eine Erkenntnis der äußeren Welt zustande. Alles, was wir von der äußeren Welt wissen, alles das kommt in uns dadurch herein, daß die äußere Astralität durch die Ihnen so paradox geschilderte astrale Mütze oder Haube, die jeder aufhat, durch diesen Helm sich zusammenfügt mit der inneren Astralität."[1]

(siehe auch -> Denken, Das Gehirn als Spiegelungsapparat für das Denken)

"Wenn zwei Menschen sich begegnen, und der Mensch nur imstande ist, mit seinem physisch-sinnlichen Auge diese Begegnung zu beobachten - nun, da merkt er, daß sie aufeinander loskommen, daß sie sich vielleicht begrüßen und dergleichen. Wenn der Mensch aber in der Lage ist, den Vorgang geistig zu beobachten, so findet er, daß mit jeder menschlichen Begegnung wirklich verknüpft ist ein geistiger Vorgang, der sich unter anderem darin äußert, daß der Teil des Ätherleibes, der den Kopf bildet, so lange als zwei Menschen nebeneinander stehen, ein Ausdruck wird für die auch feinste Sympathie und Antipathie, welche diese zwei Menschen, die zusammenkommen, einander entgegenbringen. Nehmen wir an, zwei Menschen begegnen einander, die einander nicht ausstehen können. Nehmen wir den extremen Fall, aber er kommt ja vor im Leben: Zwei Menschen begegnen einander, die sich nicht ausstehen können, und zwar sei dieses Gefühl der hervorragenden Antipathie gegenseitig. Da tritt das ein, daß der Teil des Ätherleibes, der den Kopf bildet, bei beiden Menschen sich aus dem Kopf herausneigt, und die Ätherleiber des Kopfes sich zusammenneigen. Gleichsam wie ein fortdauerndes Kopfneigen mit Bezug auf den ätherischen Menschen, so stellt sich die Antipathie heraus, wenn zwei Menschen sich begegnen, die sich eben nicht ausstehen können. - Wenn zwei Menschen zusammenkommen, die sich lieben, so merkt man einen ähnlichen Vorgang. Dann tritt nur der Ätherkopf zurück, beugt sich ab nach rückwärts. Und auf diese Weise entsteht in beiden Fällen - ob sich dann, wenn man sich nicht ausstehen kann, der Ätherleib gleichsam grußartig nach vorne neigt, oder ob er sich nach rückwärts neigt, wenn man sich liebt -, in beiden Fällen entsteht gewissermaßen das, daß durch das Herausneigen des Ätherleibes des Kopfes der physische Kopf freier wird, als er sonst ist. Es ist immer nur relativ; es geht der Ätherleib nicht ganz heraus, aber er verlagert sich und geht zurück, so daß man eine Fortsetzung erblickt. Aber dadurch füllt jetzt ein dünnerer Ätherleib das Haupt aus, als wenn man allein steht. Das hat zur Folge, daß durch diesen dünneren Ätherleib, der den Kopf ausfüllt, im Haupte der Astralleib, der dableibt, deutlicher sichtbar wird für das hellsichtige Anschauen. So daß nicht nur diese Bewegung des Ätherleibes eintritt, sondern daß tatsächlich mit dem Haupte des Menschen eine astralische Lichtveränderung vor sich geht. Darauf, wiederum nicht auf einer Dichtung, sondern auf einer tatsächlichen Wahrheit, beruht das, daß man, wo man von den Dingen etwas versteht, Menschen, die in der Lage sind, vieles selbstlos zu lieben, abbilden muß mit einer Kopfaura, was man einen Heiligenschein nennt. Denn wenn zwei Menschen einander einfach begegnen, wobei in der Liebe immer ein starker Einschlag von Egoismus ist, so ist die Erscheinung nicht so auffällig. Wenn aber ein Mensch der Menschheit sich gegenüberstellt in Augenblicken, wo er es nicht mit sich und seiner persönlichen Beziehung zu einem anderen Menschen zu tun hat, sondern mit etwas allgemein Menschlichem, mit etwas, das mit allgemeiner Menschenliebe zusammenhängt, so treten auch die Dinge ein. Dann aber wird der Astralleib in der Hauptesgegend mächtig sichtbar. Und sind Leute da, die imstande sind, selbstlose Liebe an einem Menschen hellsichtig zu schauen, dann sehen sie den Heiligenschein und sind gedrängt, den Heiligenschein als eine Realität zu malen, oder wie man es eben dann macht. Diese Dinge hängen durchaus mit objektiven Tatsachen der geistigen Welt zusammen."[2]

Lit.:
[1]Rudolf Steiner, Weltenwunder, Seelenprüfungen und Geistesoffenbarungen, GA 129 (1977), S 195 ff., Neunter Vortrag, München, 26. August 1911
[2]Rudolf Steiner, Bausteine zu einer Erkenntnis des Mysteriums von Golgatha, GA 175 (1982), S 55 ff., Berlin, 20. Februar 1917

(Literaturangaben folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz Email: verlag@rudolf-steiner.com URL: http://www.rudolf-steiner.com)

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http://www.anthroposophie.net/lexikon/db.php?id=98letzte Änderung: 2002-09-08

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