Elementarwesen
Elementargeister, Naturgeister

Die Elementarwesen sind die unmittelbar in der Natur lebendig gestaltend wirkenden Werkmeister. Sie auch als "Elementargeister" zu bezeichnen, ist eigentlich irreführend, denn sie haben gerade kein «Ich», keinen eigenständigen geistigen Wesenskern, sondern sind dienende Glieder der höheren geistigen Hierarchien. Elementarwesen entstehen als Abschnürungen höherer geistiger Wesenheiten, die der dritten Hierarchie (Archai, Archangeloi, Angeloi) angehören (-> Hierarchien). Auch der Mensch bringt durch seine Tätigkeit unbewusst vielerlei Elementarwesen hervor. Entsprechend ihrem unselbstständigen Charakter darf ihnen niemals irgendeine moralische Verantwortlichkeit für ihr Tun zugesprochen werden. Den physischen Sinnen bleiben die Elementarwesen verborgen, sie offenbaren sich nur der imaginativen seelichen Wahrnehmung. Sie leben in der niederen ätherischen, elementarischen Welt und wirken in den Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde (es gibt allerdings auch höhere Elementarwesen, die im Lichtäther, Klangäther usw. walten).

Zu den Elementarwesen gehören all die unzähligen bezaubernden oder bedrohlichen Wesen, die in den Märchen und Mythen als Feen, Elfen, Nixen, Fluß- und Quellengeister, Meerjungfrauen, Alben, Kobolde, Zwerge usw. bildhaft beschrieben werden und die, sofern es sich um echte Märchen handelt, die noch aus einer natürlichen niederen Hellsichtigkeit schöpfen, durchaus als geistige Wirklichkeiten aufgefasst werden müssen. Ein falscher, materialistischer Aberglaube würde nur entstehen, wenn man sie als physisch-sinnlich erfahrbare Realitäten auffassen wollte.

Rudolf Steiner nennt häufig folgende den Elementen zuzuordnende Gruppen von Elementarwesen:

Salamander Feuer
Sylphen Luft
Undinen Wasser
Gnome Erde

Diese Elementarwesen wirken tätig in der Natur, sie sind aber zugleich eng verwandt mit den inneren Kräften des menschlichen Seelenlebens, mit Denken, Fühlen und Wollen:

"Wir dürfen nicht bloß reden von den festen Elementen, Natrium, Kalzium und so weiter, sondern von dem, was mit allem Festen, Irdischen als Geistiges verbunden ist. Da müssen wir sagen: Dasjenige, was uns in der Außenwelt als Festes, Irdisches entgegentritt, ist durchaus so geartet, daß Geist damit verbunden ist, und zwar ein Geist, welcher eine besondere Neigung zur Vielheit hat, so zur Vielheit sie hat, daß wir diese Vielheit gar nicht ermessen können. Überall, wo wir hinschauen auf das Feste, da finden wir auch, wenn wir es in der richtigen Weise anschauen, Geistiges, und zwar viele und mannigfaltige geistige Wesenheiten.

Eine alte instinktive Weisheit hat hier von Gnomen und dergleichen gesprochen. Wir brauchen, um nicht gar zu sehr zu schockieren, gar nicht diese alten Ausdrücke beizubehalten, wir können durchaus in einer Sprache reden, die uns geläufig ist, müssen aber dennoch hinschauen auf das, was uns in gewissen Gegenden der Erde ganz besonders aus jedem Klumpen der Materialität als Geistiges entgegenleuchtet. Und wenn wir also, wie heute, etwas mehr esoterisch beisammen sind, dann darf es in dieser schnelleren Form ausgesprochen werden: Derjenige, der heutigen Tages mit geistiger Anschauung ausgerüstet ist, der tritt dann diesem Klumpen Erde so entgegen, daß geistige Wesenheiten herausspringen, die nicht im Physischen verkörpert sind, so daß wir sie mit äußeren Augen nicht sehen, die aber geistig wahrgenommen werden können. Und man kann sagen, sie sind so sehr auf die Vielheit hin angelegt, daß aus dem kleinsten Klumpen unermeßlich viele solcher Wesenheiten herausspringen können. Sie sind so geartet, daß sie fast ganz bestehen aus dem, was im menschlichen Verstand wirkt, sind listige, kluge, überverständige Wesen. So daß um uns herum waltet, ich möchte sagen, geistig-lebendige Klugheit, Listigkeit, schnelleres geistiges Erfassen als in intellektueller, verständiger Form, denn dieses wie zur Substanz gewordene Intellektuelle lebt in allem festen irdischen Element. Und ehe man nicht wissen wird, wie zusammenarbeiten diese geistigen Wesenheiten, die in dem festen irdischen Element sind, wird es auch keine wahre Chemie geben. Was wir heute als Chemie haben, dem kann Anthroposophie begreifend gegenüberstehen, aber die Wahrheit wird erst erfaßt werden, wenn das, was für übersinnliches Schauen faßbar ist, wenn Geistiges in all dem Irdischen gefunden werden kann. Da müssen wir dann den Willen haben, selbst die festesten Grundsäulen der Intellektualität bei menschlicher Besonnenheit zu verlassen. Wenn wir dem Irdischen gegenüberstehen, sei es was auch immer zu zählen haben: l, 2, 3, 4 ..., so sind wir gewohnt, wenn wir bis vier gezählt haben, zu sehen, daß eben die Summe von vier vor uns liegt. Dasjenige, was wir aus Festem an geistigen Wesenheiten herauslösen, was uns in seiner Erpichtheit auf die Mannigfaltigkeit entgegentritt, das können wir beginnen zu zählen, aber dann stellt sich heraus, daß das gar nicht mehr drei oder vier ist, sondern schon sieben geworden ist: All unser Zählen verläßt uns bei dieser Gelegenheit. Innerhalb dessen, was die Menschheit als ato-mistische Welt kennt, kann man abzählen; innerhalb der wirklichen Welt ist alles auf eine viel größere Mannigfaltigkeit gestellt, da ist alles lebendig, da müssen wir gewahr werden, daß selbst unserem Zählen von der höheren Intelligenz Hohn gesprochen wird. Da müssen wir mit unserem Intellekt, trotzdem er bei Besonnenheit bleibt, nicht in die Gedankenflüchtigkeit hineinkommen, da müssen wir mit dem Intellekt voll gegenüberstehen demjenigen, was uns die Wirklichkeit bietet. Viele werden sagen: Wenn einem so etwas in der Wirklichkeit entgegentritt, da kann man ja wahnsinnig werden! - Deshalb wird eben die große Bedeutung darauf zu legen sein, daß, bevor der Mensch eintritt in diese Welt, er zur vollen Besonnenheit gekommen ist und die irdischen Verhältnisse mit aller Trockenheit zu beurteilen in der Lage ist.

Wenn Sie bedenken, daß unser waches Leben nicht in der Ordnung sein kann, wenn wir nicht in der richtigen Weise schlafen, wenn Sie sich überlegen, daß dasjenige, was wir hier auf der Erde erleben, wie ein Schlaf ist gegenüber dem, was das Reale ist beim Eintreten in die geistige Welt, so müssen Sie sagen: Derjenige, der hier auf der Erde nicht voll feststeht, der trägt, wenn er hier phantastisch, spiritistisch und so weiter ist, krankhafte Elemente in das Geistige hinein. Und es ist so, wenn er sich in der geistigen Welt bewegt, wie wenn sich ein Mensch im wachen Zustand mit der Nervosität bewegt, die er aus einem kranken Schlafe bekommt. Das ist jedoch, was durch einheitliches harmonisches Streben durch alle anthroposophische Bewegung geht: Die anthroposophische Bewegung kann zu größerer Gesundung des Menschen führen, nicht aber zu einem Nicht-darinnenstehen im vollen Menschenleben zwischen Geburt und Tod.

Aber wenn wir heraufdringen zu dem Flüssigen, so finden wir wiederum eine andere Art von geistigen Wesenheiten. Während mit unserem Verstande ähnlich sind die Elementarwesen des Festen, sind mehr unserem Gefühl ähnlich die Elementarwesen, die im Flüssigen leben. Wir stehen ja mit unseren Empfindungen außerhalb der Dinge. Der schöne Baum ist draußen, ich stehe hier, ich bin von ihm getrennt; ich lasse das, was er ist, in mich einfließen. Das, was an Elementarwesen im Flüssigen ist, durchströmt den Baum in seinem Safte selber. Es strömt hinein mit seiner Empfindung in jedes Blatt. Es empfindet nicht nur von außen das Rot, das Blau, es erlebt innerlich diese Farbe, es trägt seine Empfindungen in alles Innerliche hinein. Dadurch ist wiederum das Empfindungsleben viel intensiver bei diesen geistigen Wesenheiten, als das sehr intensive Verstandesweben bei den Elementarwesen des Festen.

Und ebenso ist im Luftförmigen eine Summe von Elementarwesen enthalten. Alle diese Wesenheiten verlieren, je mehr sie sich dem Luftförmigen nähern, immer mehr und mehr ihre Sehnsucht nach Mannigfaltigkeit. Wir haben das Gefühl, daß selbst die Zahl uns nichts mehr hilft, indem wir zu dem Luftförmigen heraufdringen. Einheit wird erstrebt immer mehr und mehr. Dennoch leben in einer großen Mannigfaltigkeit - und verwandt mit dem menschlichen Willen - die Elementarwesen der Luft. Mit dem menschlichen Verstand sind verwandt, innerlich verwandt, die Elementarwesen des Festen, mit dem menschlichen Gefühl die Elementarwesen des Flüssigen, mit dem menschlichen Willen die Elementarwesen des luftförmigen Elementes."[3]

Mit jedem Gedanken, den wir bilden, erzeugen wir neue Elementarwesen. Was wir als Gedächtnisschatz dadurch in uns tragen, ist in Wahrheit eine grosse Summe von uns selbst geschaffener Elementarwesen. Hier auf Erden erleben wir sie nur als schattenhafte Erinnerungsgedanken; ihr wahres Wesen zeigt sich erst im -> Leben zwischen Tod und neuer Geburt oder durch geistige Schulung (siehe z.B. -> Rosenkreuzer-Schulung). Unser ganzes Seelenleben wird von den verschiedensten Elementarwesen begleitet. Das Denken, Fühlen und Wollen des Menschen, überall, wo er ernsthaft nach dem Wahren, Schönen und Guten strebt, ist sogar mit ganz eigentümlich gestalteten Elementarwesen verbunden, die in vieler Hinsicht den in der Natur schaffenden Elementarwesen entgegengesetzt sind (siehe dazu -> Elementarwesen, und Denken, Fühlen und Wollen).

Ohne die unermüdliche Tätigkeit der Natur-Elementarwesen würde es die irdische Pflanzenwelt nicht geben. Die lebendig sich entwickelnde Pflanzengestalt wird nicht nur durch rein irdische Kräfte bestimmt, sondern sehr wesentlich durch kosmische Einflüsse geprägt. Diese kosmisch-ätherischen Kräfte werden der Pflanze durch die in der Natur wirkenden Elementarwesen einverleibt. Sie tragen das in den feineren kosmischen Ätherkräften webende lebendige ätherische Urbild der Pflanze (die Urpflanze im Sinne Goethes) in den Bereich der irdischen Elemente hinein. Die Gnomen oder Wurzelgeister führen die Lebensätherkräfte, in denen ungeheure kosmische Intelligenz waltet, bis dorthin, wo die Pflanzenwurzel in die mineralische Erde übergeht. Kosmische Weisheit wird so zu irdischer Gestaltungskraft. Die Undinen sind die eigentlichen «Weltenchemiker», welche die Klangätherkräfte (in denen sich die «Sphärenharmonie» ausdrückt) bis in das flüssige Element hineintragen und vorallem die Laubblätter der Pflanzen ausgestalten. Die Sylphen umschweben die Blüten und durchfluten das Pflanzenleben mit den Lichtätherkräften. Die feurigen Salamander schließlich durchglühen die Pflanze mit der lebendigen Energie des Wärmeäthers und lassen die Früchte und Samen reifen. So wird insgesammt ein lebendiges irdisches Abbild der urbildlichen kosmischen Lebenskräfte geschaffen.

Auch an der Gestaltung des Tierreiches sind die Elementarwesen wesentlich mitbeteiligt. Insbesondere offenbaren sie sich aber überall dort, wo einander die verschiedenen Naturreiche berühren:

"Man redet heute viel von Naturkräften, aber von Wesenheiten, die hinter diesen Naturkräften stehen, redet man recht wenig. Wenn man von Naturwesenheiten spricht, dann betrachtet der heutige Mensch das als Aufwärmung eines alten Aberglaubens. Daß jene Worte, die unsere Vorfahren gebrauchten, auf Wirklichkeit sich gründen - wenn jemand behauptet, daß Gnomen, Undinen, Sylphen und Salamander etwas Wirkliches bedeuten -, das gilt als alter Aberglaube. Was die Menschen für Theorien und Vorstellungen haben, ist in gewissem Sinne zunächst gleichgültig; wenn aber die Menschen durch diese Theorien verführt werden, gewisse Dinge nicht zu sehen und ihre Theorien im praktischen Leben anzuwenden, dann beginnt die Sache erst ihre volle Bedeutung zu gewinnen.

Nehmen wir ein groteskes Beispiel: Wer glaubt an Wesenheiten, deren Dasein an die Luft gebunden ist oder die im Wasser verkörpert sind? Wenn zum Beispiel jemand sagt: Unsere Vorfahren haben an gewisse Wesenheiten geglaubt, an Gnomen, Undinen, Sylphen, Salamander, aber das ist alles phantastisches Zeug! - dann möchte man erwidern: Fragt einmal die Bienen. — Und könnten die Bienen reden, so würden sie antworten: Für uns sind die Sylphen kein Aberglaube, denn wir wissen ganz gut, was wir von den Sylphen haben! - Und derjenige, dessen geistige Augen geöffnet sind, kann verfolgen, welche Kraft es ist, die das Bienlem hinzieht zur Blume. «Instinkt, Naturtrieb», wie der Mensch antwortet, sind leere Worte. Wesenheiten sind es, welche die Bienen hinleiten zum Blütenkelch, um sich dort Nahrung zu suchen, und im ganzen Bienenschwarm, der nach Nahrung ausschwärmt, sind Wesenheiten tätig, die unsere Vorfahren Sylphen nannten. Überall da, wo verschiedene Naturreiche sich berühren, wird eine Gelegenheit geboten, daß sich gewisse Wesenheiten offenbaren. Zum Beispiel im Innern der Erde, da, wo sich der Stein mit der Metallader berührt, da setzen sich besondere Wesenheiten an. An der Quelle, wo das Moos den Stein bedeckt und somit das Pflanzenreich das Mineralreich berührt, setzen sich solche Wesenheiten fest. Wo Tier und Pflanze sich berühren, im Blumenkelch, bei der Berührung der Biene mit der Blüte, da verkörpern sich bestimmte Wesenheiten, ebenso da, wo der Mensch sich mit dem Tierreiche berührt. Nicht im gewöhnlichen Verlauf der Berührung ist das der Fall. Wenn zum Beispiel der Fleischer das Rind schlachtet, oder wenn der Mensch das Fleisch der Tiere ißt, nicht im normalen Verlauf des Lebens, da ist so etwas nicht der Fall. Aber wo im außernormalen Verlauf, wie bei Bienen und Blume, sich wie durch einen Überschuß von Leben die Reiche berühren, da verkörpern sich Wesenheiten. Und insbesondere da, wo des Menschen Gemüt, sein Intellekt, im Umgang mit den Tieren besonders engagiert ist, bei einem Verhältnis, wie es zum Beispiel der Schäfer zu den Schafen hat, ein Gemütsverhältnis, da verkörpern sich solche Wesenheiten.

Solche intimere Verhältnisse des Menschen zum Tiere finden wir häufiger, wenn wir zurückgehen, in alten Zeiten. In Zeiten niederer Kulturen hatte man vielfach solch ein Verhältnis, wie es der Araber zu seinem Pferde hat, nicht wie ein Rennstallbesitzer zu seinen Pferden. Da finden wir jene Gemütskräfte, die hinüberspielen von Reich zu Reich, wie zwischen dem Schäfer und den Lämmern. Oder wo Geruchs- und Geschmackskräfte entwickelt werden und hinüberstrahlen, wie zwischen der Biene und der Blume, da wird Gelegenheit geschaffen, daß sich ganz gewisse Wesenheiten verkörpern können. Wenn die Biene an der Blume saugt, dann kann der Hellseher beobachten, wie sich am Rande der Blüte eine kleine Aura bildet. Das ist die Wirkung des Geschmackes: der Stich der Biene in den Blütenkelch ist ein gewisses Geschmacksmittel geworden, die Biene empfindet den Geschmack und strahlt aus wie eine Blütenaura, und die ist Nahrung für sylphenhafte Wesenheiten. Ebenso ist das Gefühlselement, das zwischen Schäfer und Schafen spielt, Nahrung für Salamander.

Jene Frage gilt nicht für den, der die geistige Welt versteht: Warum sind dann die Wesenheiten da und sonst nicht? Nach dem Ursprung dürfen wir nicht fragen; ihr Ursprung liegt im Weltenall. Gibt man ihnen aber Veranlassung zur Nahrung, so sind die Wesenheiten da. Zum Beispiel ziehen schlechte Gedanken, die der Mensch ausströmt, schlechte Wesenheiten in die Aura des Menschen, weil sie dort Nahrung finden. Dann verkörpern sich gewisse Wesenheiten in seiner Aura.

Überall, wo sich verschiedene Naturreiche berühren, bietet sich Gelegenheit, daß gewisse geistige Wesenheiten sich verkörpern. Wo Metall an den Stein sich anschmiegt im Innern der Erde, da sieht der Seher, wenn der Bergmann das Erdreich abhackt, an verschiedenen Stellen merkwürdige Wesen wie zusammengekauert beieinander-. hocken, in einem ganz kleinen Raum. Sie stieben, sie sprühen auseinander, wenn die Erde entfernt wird. Es sind merkwürdige Wesenheiten, die zum Beispiel in gewisser Beziehung dem Menschen ganz und gar nicht unähnlich sind. Sie haben zwar keinen physischen Leib, aber sie haben Verstand. Doch der Unterschied zwischen ihnen und den Menschen ist, daß sie Verstand haben ohne Verantwortung. Daher haben sie auch nicht das Gefühl eines Unrechtes bei dem mancherlei Schabernack, den sie den Menschen spielen. Gnomen heißen diese Wesenheiten, und zahlreiche Arten von ihnen beherbergt die Erde, und sie sind da zu Hause, wo sich der Stein mit dem Metall berührt. Recht sehr gedient haben sie früher den Menschen beim alten Bergbau, nicht beim Kohlenbergwerk, aber im Metallbergbau. Die Art, wie man in alten Zeiten Bergwerke angelegt hat, die Kenntnis davon, wie sich die Schichten lagern, die wurde durch diese Wesenheiten vernommen. Und die am besten veranlagten Flöze kannten diese Wesenheiten, die da wissen, wie sich im Innern der Erde die Schichten lagern, und die daher die beste Anleitung geben konnten, wie man das bearbeiten soll. Wenn man nicht mit den geistigen Wesenheiten arbeiten will und sich nur auf das Sinnliche verläßt, dann gerät man in eine Sackgasse. Von diesen geistigen Wesenheiten muß man ein gewisses Verfahren lernen, um die Erde zu erforschen. Ebenso findet eine Verkörperung statt von Wesenheiten an der Quelle. Wo der Stein die Quelle berührt, da verkörpern sich die Wesen, die an das Element des Wassers gebunden sind: die Undinen. Da wo Tier und Pflanze sich berühren, da wirken die Sylphen. Die Sylphen sind gebunden an das Element der Luft, sie leiten die Bienen zu den Blüten. So verdanken wir fast alle nützlichen Erkenntnisse der Bienenzucht den alten Traditionen, und gerade bei der Bienenzucht können wir viel von ihnen lernen. Denn was heutzutage als Wissenschaft über die Bienen existiert, ist vollständig von Irrtum durchzogen, und die alte Weisheit, die sich fortgepflanzt hat durch Tradition, wird dadurch nur beirrt. Die Wissenschaft erweist sich da als etwas Unbrauchbares. Nützlich sind nur die alten Handgriffe, deren Ursprung unbekannt ist, weil der Mensch damals als Leitfaden die geistige Welt benützte.

Die Salamander kennen die Menschen heutzutage auch, denn wenn einer sagt: Es strömt mir etwas zu, ich weiß nicht woher -, so ist das meistens die Wirkung der Salamander.

Wenn der Mensch zu den Tieren in intime Verbindung tritt, wie der Schäfer zu seinen Schafen, dann erhält er Erkenntnisse zugeraunt von Wesenheiten, die in seiner Umgebung leben. Dem Schäfer wurde zugeraunt sein Wissen, das er in bezug auf seine Schafherde hat, von den Salamandern in seiner Umgebung. Diese alten Erkenntnisse sind heutzutage geschwunden und müssen nun durch wohlgeprüfte okkulte Erkenntnisse wieder gewonnen werden.

Denken wir diese Gedanken weiter, so werden wir uns sagen müssen: Wir sind ganz umgeben von geistigen Wesenheiten! Wir gehen durch die Luft, und sie ist nicht nur chemische Substanz, sondern jeder Windhauch, jeder Luftstrom ist die Offenbarung geistiger Wesenheiten. Wir sind umgeben und ganz und gar durchdrungen von diesen geistigen Wesenheiten, und der Mensch muß in Zukunft, wenn er nicht ein ganz trauriges, sein Leben ausdörrendes Schicksal erfahren soll, eine Kenntnis haben von dem, was um ihn lebt. Ohne diese Erkenntnis wird er nicht mehr weiterkommen können."[4]

Es gibt aber auch, wie oben erwähnt, andere Elementarwesen, die vom Menschen (unbewusst) künstlich erzeugt werden. Dazu zählen etwa die Phantome, Spektren, Dämonen, Geister, die sich als Abschnürungen der menschlichen Wesensglieder bilden. Namentlich werden durch die Technik und das moderne Wirtschaftsleben Elementarwesen hervorgebracht (-> Elementarwesen, in Zusammenhang mit Technik und modernem Wirtschaftsleben). Es besteht zunehmend die Gefahr, dass die Elementarwesen den luziferischen und ahrimanischen Einflüssen unterworfen werden (-> Elementarwesen, Bündnis mit Luzifer und Ahriman).

Lit.:
[1]Rudolf Steiner, Die Schwelle der geistigen Welt, GA 17, im Kapitel VON DEM ÄTHERISCHEN LEIB DES MENSCHEN UND VON DER ELEMENTARISCHEN WELT
[2]Rudolf Steiner, Der Mensch als Zusammenklang des schaffenden, bildenden und gestaltenden Weltenwortes, GA 230 (1985), 7. - 9. Vortrag
[3]Rudolf Steiner, Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung, GA 211 (1986), S 203 ff., Wien, 11. Juni 1922
[4]Rudolf Steiner, Natur- und Geistwesen. Ihr Wirken in unserer sichtbaren Welt., GA 98 (1983), S 88 ff., Köln, 7. Juni 1908


Link: http://www.anthroposophie.net/peter/bildekraefte.htm
http://www.anthroposophie.net/lexikon/db.php?id=30letzte Änderung: 2003-02-10


Anzahl der ausgewählten Datensätze: 1

(Literaturangaben folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz Email: verlag@rudolf-steiner.com)